Keine Live-Bilder - Handballer müssen mit Euphoriebremse leben

Deutschlands Handball jubelt: Patrick Groetzki  feiert sein Tor gegen Polen.
Deutschlands Handball jubelt: Patrick Groetzki feiert sein Tor gegen Polen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die deutsche Mannschaft ist mit einem spektakulären Sieg gestartet – zu sehen war das nur im Bezahl-TV. Das ist schlecht für den Sport. Ein Kommentar.

Eine starke erste Hälfte, eine nervenaufreibende zweite – und am Ende ein Sieg zum Auftakt: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist spektakulär und erfolgreich in die Weltmeisterschaft in Katar gestartet. Dass sie dort überhaupt antreten durfte, obwohl sie in der Qualifikation am gestrigen Gegner Polen gescheitert war, bleibt vor allem aus Sicht der unter dubiosen Umständen ausgeschlossenen Aus­tralier eine Ungerechtigkeit. Aber da die Deutschen nun schon mal dabei sind, müssen sie auch alles dafür tun, um den Ruf des Handballs hierzulande wieder zu verbessern.

Das Erreichen des Achtelfinales ist Pflicht

Nach dem Titelgewinn 2007 wurde es versäumt, das Niveau und die Begeisterung zu konservieren. Vom damaligen Weltmeisterteam sind nur noch Michael Kraus und Carsten Lichtlein am Start, für die neu formierte Mannschaft ist nur das Erreichen des Achtelfinales Pflicht. Das Viertelfinale wäre erwünscht, das Halbfinale ein Traum – man ist bescheiden geworden beim Deutschen Handball-Bund, der auch darunter zu leiden hat, dass es ARD und ZDF nicht gelungen ist, sich die Live-Übertragungsrechte zu sichern.

Die echten Handball-Fans schauen auch Sky. Andere für diesen besonders bei großen Turnieren hochattraktiven Sport zu begeistern, dürfte diesmal extrem schwer fallen.