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Handball-WM

Im Handball sind jetzt Reformen nötig - ein Kommentar

13.01.2013 | 19:33 Uhr
Im Handball sind jetzt Reformen nötig - ein Kommentar
Das deutsche Handball-Nationalteam steht schon unter Druck. Foto: DAPD

Essen.  Bei der Handball-Weltmeisterschaft will das junge Nationalteam möglichst weit kommen, jetzt müssen aber auch im Verband die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Reformen sind nötig - die Nachwuchsarbeit muss intensiviert werden. Ein Kommentar.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit einem Sieg und einer Niederlage in die WM gestartet. Ein Triumph wie 2007 ist außer Reichweite. „Selbst wenn in zwei Wochen der WM-Titel herausspringen sollte, müsste sich etwas ändern“, sagt Bob Hanning. Der gebürtige Essener forderte schon vor Beginn der WM im Interview mit dieser Zeitung grundlegende Reformen im deutschen Handball . Und zwar rasch: Aus einem Tanker müsse ein Schnellboot werden, sagt der Manager der Füchse Berlin. Beim Umbau des Verbandes will er selbst Hand anlegen. Im September wird ein neues Präsidium des Deutschen Handball-Bundes gewählt. Hanning kündigte jetzt seine Kandidatur als Vizepräsident an.

Der Zeitpunkt von Hannings Meinungsoffensive fand beim früheren Bundestrainer Heiner Brand wenig Zustimmung. Aber Hanning managt nicht nur die Füchse, er ist auch einer. Bei einer WM geht es nicht nur auf dem Parkett um Medaillen, hier kann man auch das große Medieninteresse für brisante Themen nutzen. Und den größten nationalen Handball-Verband zu reformieren, das ist in Deutschland jetzt mindestens so wichtig wie die Frage, ob das deutsche Team bei dieser WM ins Achtel- oder Viertelfinale kommt.

Auch Brand befürwortet neue Strukturen im Verband

Auch Brand, der Weltmeister-Trainer von 2007, befürwortet neue Strukturen im Verband. Der einstige Handball-Star Stefan Kretzschmar fordert sogar eine Doppelspitze Brand/Hanning. Der eine als Präsident, als seriöses Gesicht, der andere als Macher. Hanning sei ein Handball-Verrückter, der 24 Stunden am Tag für seinen Sport lebe, sagt Kretzschmar. Der große Vorteil des 44-jährigen Hanning ist seine profunde Kenntnis der Liga. Und das Verhältnis zwischen den Spitzenklubs und dem Verband war zuletzt nicht das beste.

Aber auch die großen Vereine der stärksten Liga der Welt sind von einer starken Nationalmannschaft abhängig. Das Image des Handballs ist wesentlich geprägt von den Auftritten und den Ergebnissen des Nationalteams. Um in die Erfolgsspur zurückzufinden, sind Reformen nötig, muss die Nachwuchsarbeit intensiviert werden. Und das weiß nicht nur Bob Hanning.

Thomas Lelgemann


Kommentare
14.01.2013
16:14
Im Handball sind jetzt Reformen nötig - ein Kommentar
von wimmel | #1

Ja was will der gute Bob denn ändern, irgendetwas, oder etwas Konkretes?
Vielleicht mal jungen deutschen Nachwuchs, der ja vorhanden ist, in der "besten Liga" der Welt auch spielen zu lassen und dieTermine auszudünnen. Die Jungs sind ja fast das ganze Jahr auf Achse, sogar Weihnachten müssen Sie ran.
Bei den großen Turnieren finden dann in 12 Tagen 10 Spiele ohne Murren statt.
Schaut man mal auf die Fußballer die bekommen bei 2 Spielen in 7 Tagen schon eine Kriese und heulen sich ob dieser Belastung aus.
Also Bob/Medien, mal was Konkretes bitte :-))

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