DHB-Frauen erhalten Wildcard für WM in Dänemark

Deutschlands Handballfrauen sind doch noch auf den WM-Zug aufgesprungen und können somit auch auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen hoffen: Der Weltverband IHF vergab zwei Wildcards für das Turnier in Dänemark vom 5. bis 20. Dezember an Deutschland und Serbien.

Basel.. Die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Vestergaard hatte ihre WM-Playoffs gegen Russland mit 20:22 und 26:27 verloren und hätte somit erstmals seit 2001 wieder eine Weltmeisterschaft verpasst. Mit der IHF-Entscheidung vom Montag wiederholt sich die Geschichte - denn vor einem Jahr hatten die eigentlich ebenfalls nicht qualifizierten deutschen Männer eine umstrittene Wildcard für die WM im Januar in Katar erhalten - und waren dort Siebte geworden.

Der Deutsche Handballbund (DHB) reagierte erleichtert auf die Nachricht aus dem IHF-Sitz Basel. "Diese Wildcard ist für uns nicht nur eine Chance, sondern auch ein klarer Auftrag. Zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land müssen wir uns endgültig neu ausrichten. Nur wenn uns das gelingt, ist die Wildcard auch ein Glücksfall, denn sportlich haben wir die Teilnahme an der WM angesichts der Niederlagen gegen Russland und der dabei gezeigten Leistungen nicht verdient", sagte Bob Hanning, für den Leistungssport verantwortlicher DHB-Vizepräsident.

Im Gegensatz zu der überraschenden Entscheidung bei den Männern 2014 hatte die IHF diesmal frühzeitig angekündigt, dass zwei Wildcards für Dänemark vergeben werden. Somit sind die deutschen Frauen am Mittwochabend (20.00 Uhr) im Lostopf bei der WM-Vorrundenauslosung im dänischen Kolding. Nach dem enttäuschenden zehnten Platz bei der EM 2014 ist die WM in Dänemark auch die letzte Chance, sich noch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro zu qualifizieren - sei es direkt als Weltmeister oder über ein Qualifikationsturnier.

Nach der zweiten Playoff-Niederlage gegen Russland am 13. Juni hatte das DHB-Präsidium diskutiert, ob eine Wildcard für die Frauen Sinn mache. Am Sonntagabend - so der DHB in einer Mitteilung - einigte man sich dann aber, die Chance beim Schopfe zu packen. Hanning: "Wir sind froh, dass die IHF nun eine Wildcard an Deutschland vergeben hat. Aber das verpflichtet alle Beteiligten, den Umbruch zu wagen und die Strukturen weiter zu professionalisieren."

Nach der EM 2014 hatte sich der DHB von Bundestrainer Heine Jensen getrennt, sein im Februar inthronisierter Nachfolger Vestergaard schaffte es nicht, die WM-Qualifikation zu erreichen. Dennoch plane der DHB weiter mit dem Dänen, heißt es in der DHB-Mitteilung.

Deutschland ist 2017 Gastgeber der übernächsten Weltmeisterschaft. Auch mit Blick auf dieses Turnier merkte Hanning an: "Wir wollen in Dänemark das bestmögliche Ergebnis erreichen. Priorität haben jedoch das Schaffen langfristig stabiler Strukturen für Erfolg und der dafür nötige grundsätzliche Wandel."