CDU-Politiker Steffel kritisiert Handball-WM-Übertragung

Bundestagsabgeordneter Steffel findet, dass jeder Gebührenzahler das Recht hat, die Handball-WM bei den Öffentlich-rechtlichen verfolgen zu können.
Bundestagsabgeordneter Steffel findet, dass jeder Gebührenzahler das Recht hat, die Handball-WM bei den Öffentlich-rechtlichen verfolgen zu können.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Sportpolitiker Frank Steffel plädiert für Verhandlungen zwischen ARD, ZDF und Sky und keine politische Lösung.

Berlin.. Der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel hat ARD und ZDF bei den Verhandlungen über die TV-Rechte der Handball-WM Sturheit vorgeworfen. Der Obmann im Sportausschuss des Deutschen Bundestages forderte die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten auf, umgehend mit dem Pay-TV-Sender Sky über eine Ausstrahlung der nächsten K.o.-Spiele der deutschen Nationalmannschaft in Katar zu verhandeln.

Das Erste und das Zweite "sollten sofort mit Sky und - wenn die Verträge dies erforderlich machen - mit dem Rechteinhaber sprechen, ob es die Möglichkeit gibt, ergänzend die Spiele bei ARD und ZDF zu übertragen. Das ist meine Erwartung als Gebührenzahler und hat mit Politik gar nichts zu tun", sagte Steffel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sky hatte zuvor mehrfach betont, dass keine WM-Spiele im Free-TV übertragen werden. Anschuldigung

Steffel will keine politische Lösung

Steffel, der auch Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, der von Bundestrainer Dagur Sigurdson trainiert wird, ist, wies zudem die Forderungen an die Politik zurück, die Handball-WM auf die Schutzliste des Rundfunkstaatsvertrages aufzunehmen. "Ich halte den Hinweis, dass dies in einen neuen Medienvertrag aufgenommen werden müsste, für Quatsch. Es geht nicht darum, per Gesetz vorzuschreiben, dass Handball im Free-TV empfangen werden muss", sagte Steffel. Handball-WM

Auch DHB und DOSB halten nichts von einer Aufnahme der Handball-WM auf die TV-Schutzliste des Rundfunkstaatsvertrages. Es sei "zweifelhaft, ob das Problem durch die Schutzliste zu lösen gewesen wäre", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann. Die Live-Übertragungen der WM in Katar im frei empfangbaren Fernsehen seien an "technischen Anforderungen der Agentur gescheitert, die die Rechte vom Weltverband IHF erworben hat". Auch Handball-Präsident Bernhard Bauer zeigte sich skeptisch und sagte, er wisse "nicht, ob es uns helfen würde".

"Populismus und wenig Sachkenntnis"

"Die Aussagen von Herrn Steffel sind von Populismus und wenig Sachkenntnis geprägt", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Handball-WM

"Ich bewundere, wie Herr Steffel die Erfolge der Handball-Nationalmannschaft zur eigenen Popularisierung nutzen möchte", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Gleichzeitig ignoriert er alle Vertragsinhalte und Äußerungen des Rechteinhabers Sky. Wir respektieren diese aber und werden keine weiteren Vorstöße mehr unternehmen, da auch der Rechtegeber uns unmissverständlich mitgeteilt hat, dass es keine Veränderung mehr geben wird."

Antrag erneut abgelehnt

Auch der ZDF-Sportchef wies darauf hin, dass der Pay-TV-Sender mehrfach auf die Exklusivität seiner Rechte hingewiesen habe. Laut Gruschwitz hatten ARD und ZDF vor einigen Tagen noch einmal beim Rechteinhaber beIN Sports nachgefragt, ob eine kurzfristige Einigung und eine Ausstrahlung der deutschen Spiele im Free-TV möglich sei. "Das ist erneut abgelehnt worden", sagte der ZDF-Sportchef: "Herr Steffel hätte sich vor seinen Aussagen besser informieren sollen."

ARD und ZDF hatten die Verhandlungen mit beIN Sports Anfang Dezember abgebrochen, weil durch den geforderten Ausschluss der Satelliten-Übertragung rund 18 Millionen Haushalte kein Bild bekommen hätten. Sky hatte daraufhin die Rechte erworben und sendet nur verschlüsselt für seine Kunden. (dpa)

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