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Europameister

24:17 - Deutschlands Handballer feiern Europameister-Titel

31.01.2016 | 17:15 Uhr
Deutschland - Spanien

Krakau.  Die Sensation ist perfekt: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist Europameister! Im Finale deklassierte das DHB-Team Favorit Spanien mit 24:17.

So manch ein Zuschauer wird sich am Sonntagabend vermutlich kurzzeitig gefragt haben, ob er wachte oder träumte. Der Blick auf das Ticket wird ihm bestätigt haben, dass er gerade das Finale der Europameisterschaft zwischen Deutschland und dem zweifachen Weltmeister Spanien verfolgte, das Duell des Favoriten gegen die jüngste Mannschaft des Turniers. Was auf dem Feld geschah, war allerdings eine Machtdemonstration der deutschen Handballer, eine Ansage für die Zukunft und die Gegenwart, denn Deutschland besiegte Spanien  24:17 (11:6) und darf sich nun zum zweiten Mal seit 2004 Europameister nennen.

DHB-Präsident Michelmann hüpfte auf die Stühle an der Seitenlinie

DHB-Präsident Andreas Michelmann war derart begeistert, dass er mit der Schlussirene auf die Stühle an der Seitenlinie hüpfte und beinahe die gesamte Reihe umwarf. Dabei zeigt er immer wieder auf seinen Deutschlandschal, denn den hatte er erst nach der ersten Partie der Deutschen bei der EM erhalten, der Niederlage gegen Spanien. Seit er ihn trägt, hat Deutschland nicht mehr verloren.

Nachdem Kroatien sich gegen Norwegen die Bronzemedaille gesichert hatte (31:24) und damit wie Deutschland und Spanien für die WM 2017 in Frankreich qualifiziert hatte, sahen die Zuschauer in der bis unter das Dach gefüllten Tauron Arena zunächst eine unglaubliche Abwehrleistung der deutschen Handballer. Nacht acht Minuten kamen Finn Lemke und Hendrik Pekeler mit erhobenen Armen vom Feld. Spaniens Trainer Manuel Fadenas hatte die erste Auszeit genommen, denn seinem Team war bis dahin erst ein Treffer gelungen. Deutschland hingegen hatte gerade per Gegenstoß das 4:1 erzielt. Torschütze war Kai Häfner, der mal wieder eingesprungen war.

Wolff ist Deutschlands Handball-Held

Ursprünglich hatte Fabian Wiede im rechten Rückraum begonnen, doch der Berliner hatte in der zweiten Minute einen Schlag abbekommen. Während er behandelt wurde, trug sich Häfner drei Mal in die Torschützenliste ein. Am Ende war der Linkshänder aus Schwäbisch Gmünd mit sieben Treffern der beste deutsche Werfer. Die Grundlage dafür bereiteten Lemke und seine Nebenmänner, die hervorragend eingestellt waren und jegliches Anspiel auf den spanischen Kreisläufer Julen Aguinagalde verhinderten. Darüber hinaus muss Torhüter Andreas Wolff die Wurfbilder der spanischen Außenspieler in Form eines fotografischen Gedächtnisses in seinem Kopf gespeichert haben, denn jedes Mal, wenn Spanien versuchte, die Mauer der Deutschen über die linke oder rechte Seite zu überlisten, war Wolff zur Stelle.

Allein 55 Prozent der Bälle hielt er in der ersten Hälfte. Sein Gegenüber Arpad Sterbik zeigte allerdings auch eine herausragende Leistung. Ohne ihren Schlussmann hätte Spanien schon im ersten Durchgang den Anschluss verloren. Der gebürtige Serbe hielt sogar zwei Siebenmeter von Tobias Reichmann, der während des gesamten Turniers nur einmal von der Strafwurflinie gepatzt hatte. Auch mit ihrer offensiven Deckung bereiteten die Spanier den Deutschen nun Probleme, so dass sich eine richtige Abwehrschlacht entwickelte.

Unsere Handball-Helden im Blickpunkt

In dieser Disziplin war der zweifache Weltmeister der jungen deutschen Auswahl aber unterlegen. Vor allem Wolff knüpfte derart nahtlos an seinen Auftritt aus Hälfte ein an, dass sein Lehrmeister, der spanische Torhüter José Hombrados, vermutlich zwischen Stolz und Reue schwankte, ob der Tatsache, dass Wolff seine Landsmänner nun derart auseinandernahm. Der hatte sich derart in die Köpfe der Spanier eingenistet, dass erst Valero Rivera und dann auch noch Joan Canellas beim Strafwurf scheiterten. Im Gegenzug traf mal wieder Häfner (15:9/ 42.).

Sechzehn Mal hielt Wolff am Ende und wurde als wertvollster Spieler ausgezeichnet, denn er verschaffte seiner Mannschaft durch seine Paraden immer wieder die Möglichkeit auf leichte Tore. Auch aus diesem Grund lagen sich Fabian Wiede, Johannes Sellin und Simon Ernst bereits drei Minuten vor Spielende in den Armen (22:13), und als dann nur noch 15 Sekunden zu spielen waren, machte auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson eine Ausnahme und verfiel vor Spielende in Freudentaumel. Mit diesem Titel haben die deutschen Handballer nicht nur eine starke Turnierleistung gekrönt, sie haben sich auch für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert. Vor der EM hieß es noch, der DHB plane eine Bewerbung zur Austragung eines entsprechenden Qualifikations-Turniers. Das hat sich am Sonntagabend erledigt. Dafür wird am Montag in der Max-Schmeling-Halle gefeiert.

Der Handball-Live-Ticker zum Nachlesen:

Deutschland - Spanien 24:17 

Ninja Priesterjahn

Kommentare
01.02.2016
11:52
24:17 - Deutschlands Handballer feiern Europameister-Titel
von Wolpas | #16

Respekt und Hochachtung den Jungs , die in einem der härtesten Sportarten der Welt sich hochverdient den Europameistertitel geholt haben !
Sollte...
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24:17 - Deutschlands Handballer feiern Europameister-Titel
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http://www.derwesten.de/sport/handball/24-17-deutschlands-handballer-feiern-europameister-titel-id11512243.html
2016-01-31 17:15
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