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Gummersbach und der Bergische HC wollen die Liga halten

21.02.2012 | 17:58 Uhr
Gummersbach und der Bergische HC wollen die Liga halten
Emir Kurtagic vom VfL Gummersbach.

Essen.  In der Handball-Bundesliga schweben der Traditionsverein VfL Gummersbach und der Bergische HC mit 12:28 Punkten in höchster Gefahr. Beide Vereine haben größte Anstrengungen unternommen, um dem Abstieg zu entgehen.

Zweimal gewonnen, und immer noch auf einem Abstiegsplatz: Der VfL Gummersbach, derzeit 16. und damit Drittletzter der Handball-Bundesliga, spürt bereits, wie schwierig das Projekt „Klassenerhalt“ in dieser Saison werden wird. Einen Rang vor dem Traditionsverein aus dem Oberbergischen schwebt der Bergische HC mit ebenfalls 12:28 Zählern in höchster Gefahr: Ausgerechnet die beiden letzten West-Klubs im Handball-Oberhaus sind derzeit die Top-Kandidaten für den drittletzten Platz, der direkt in die zweite Liga führt. Ganz unten haben Eintracht Hildesheim (18./2:28 Punkte) und der TV Hüttenberg (17./7:33) den Anschluss bereits verloren.

Doch sowohl Gummersbach als auch der Bergische HC haben nochmals größte Anstrengungen unternommen, um dem Abstieg zu entgehen. Die Verstärkungen sind eingetroffen, die Aufholjagd kann beginnen.

Dimitrijevic und Ristovski sind hochkarätige Neulinge

Hans-Dieter („HaDe“) Schmitz, Trainer des Bergischen HC, amüsierte sich am Sonntag karnevalistisch in der „lachenden Köln-Arena“. Und am Montag hatte er beruflich große Freude: Da konnte er im Training erstmals den Spanier Carlos Prieto begrüßen. Der 32 Jahre alte Kreisläufer kam vom slowenischen Spitzenklub HC Celje und ist laut Schmitz genau der Typ Spieler, der dem Team bisher gefehlt hat: „Wir werfen zwar genügend Tore, kassieren aber viel zu viele Gegentreffer. Prieto soll vor allem unsere Abwehr verstärken. Er verfügt mit seinen 96 Länderspielen für Spanien über die Klasse und die Erfahrung, die ihn zu einem Leuchtturm, zu einem Orientierungspunkt für unsere junge Abwehr machen kann.“

In trockene Tücher kam der Transfer erst ganz kurz vor Schluss der Wechselperiode. War es eine Panik-Reaktion darauf, dass sich der VfL Gummersbach zuvor mit dem serbischen Halblinken Ivan Dimitrijevic von Partizan Belgrad und mit Mazedoniens Nationaltorhüter Borko Ristovski hochkarätige Neulinge geangelt hatte? „Nein“, sagt Schmitz, „wir hatten Prieto schon lange auf dem Zettel.“ Es sei ein Poker um die Ablösesumme gewesen.

Der Abstiegskampf mobilisiert viele Kräfte – finanzielle und sportliche. In Gummersbach begann das lange Saison-Finale bereits vor der Ankunft der Neulinge mit Siegen in Großwallstadt (33:32) und über Melsungen (32:29). Mit Ristovski im Tor und Dimitrijevic im Rückraum soll nun so richtig die Post abgehen. Nur: Kann Ristovski in der Bundesliga ähnliche Wundertaten vollbringen wie zuletzt bei der EM in Serbien, wo er vor Tausenden von Landsleuten wie im Rausch spielte? VfL-Trainer Emir Kurtagic: „Wenn er bei uns 70 Prozent dieser Leistung bringt, dann ist er schon eine enorme Verstärkung.“ Und da Ristovski zwei Jahre im spanischen Ausland gespielt hat, fürchtet Kurtagic keine Integrationsprobleme.

Zittern bis Platz acht

Wird das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gummersbach und dem Bergischen HC bis zum Saisonende weitergehen? „Möglich ist alles“, sagt Kurtagic zu den Aussichten auf ein hochspannendes Saisonfinale, „aber Hannover-Burgdorf liegt auch nur zwei Punkte vor uns. Ich denke mal, dass sich bis zum achten Tabellenplatz kein Verein sicher sein kann.“ Dort liegt derzeit TuS N-Lübbecke (19:21 Punkte). Vielleicht, so glaubt Kurtagic, werde am Ende einer absteigen, der jetzt noch nicht daran denkt.

Walter Brühl

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