Guardiola dünnhäutig und genervt von den Fragen

München..  Schon wieder verloren - na und!? Das 0:1 im Derby gegen den überglücklichen FC Augsburg juckte den FC Bayern München als schon feststehenden Meister kaum, obwohl es die vierte Niederlage in Serie war. „Die Spieler waren nicht im Urlaub“, lobte Pep Guardiola den Einsatz seines in Unterzahl kämpfenden Teams. Vor allem aber freute den genervten Trainer, dass sich kein weiterer Akteur verletzt hatte.

Viermal nacheinander verloren (wie zuletzt 1991), sechs Stunden ohne Torerfolg - da fielen die Parolen für ein erhofftes Fußball-Wunder im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona halbherzig aus. „Im Fußball passieren manchmal unglaubliche Dinge“, sagte Bastian Schweinsteiger zur geplanten Aufholjagd des 0:3. Ein bayerisches „Mia san mia“-Gesicht gelang dem Weltmeister dabei nicht.

„Mia san miad“ (Wir sind müde) beschreibt den Ist-Zustand der personell, konditionell und mental ausgezehrten Münchner besser. Fast 80 Minuten mit zehn Mann nach der Roten Karte für Torwart Pepe Reina kosteten auch noch unnötig viel Energie. „Natürlich haben wir uns das auch gedacht. Aber es hilft ja nix“, sagte Thomas Müller: „Wir ­waren engagiert, wir haben nicht im Sparmodus gespielt.“ Der Glanz der 25. Meisterschaft könnte spätestens am Dienstag (20.45 Uhr) noch mehr verblassen. „Falls wir rausgehen sollten, gibt es natürlich keine Lobeshymnen zum Abschluss“, gestand Weltmeister Müller.

Die Diskussionen würden zunehmen, die Spekulationen um neue Spieler und um den Trainer auch. Guardiola nervt der Rechtfertigungsdruck, dem er sich wie nie zuvor in seiner Trainerlaufbahn ausgesetzt sieht. Die Fragen werden bohrender, nicht nur zu seiner Spielphilosophie. „Solange ich hier Trainer bin, will ich den Ball“, erklärte er dünnhäutig. „Wir sind deutscher Meister, das ist am wichtigsten.“

Als Krönung gilt in München aber die Champions League. „Im Fußball kann alles passieren“, sagte Manuel Neuer. Das Finale hat der Torwart noch nicht aufgegeben. Er verhehlte aber auch nicht, wie aussichtslos das Unterfangen erscheint: „Wir müssen viele Tore erzielen. Und man weiß natürlich, dass die Individualisten da vorne bei Barcelona immer in der Lage sind, mit einer Einzelaktion ein Tor zu erzielen.“

Ein Funken Hoffnung bleibt bestehen. „Alles, was wir noch haben an Kraft, müssen wir am Dienstag ­geben“, sagte Stürmer Robert Lewandowski.