Gleiche Situation, andere Lage

Mönchengladbach..  Patrick Herrmann ist ein gelehriger Schüler, auf und neben dem Platz. Am Mittwoch hat der gebürtige Saarländer seinen Vertrag in Mönchengladbach bis 2019 verlängert. Kurz darauf ging der 24 Jahre alte Flügelflitzer seiner täglichen Arbeit nach. Und als er den Trainingsplatz am Borussia-Park wieder verließ, erklärte Herrmann zu den spätestens mit dem 2:0-Sieg bei den Bayern heftig erblühten Champions-League-Träumen der Gladbacher: „Wir sollten nicht so viel davon reden, sondern einfach weiter unsere Leistung bringen.“

Mit gewitzter Demut

Der brave Satz könnte vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim auch aus dem Munde von Trainer Lucien Favre oder Sportdirektor Max Eberl stammen. Chefcoach und Sportdirektor der Niederrheinischen haben es in den letzten Jahren geschafft, den Klub mit gewitzter Demut wieder dorthin zu manövrieren, wo er im Frühjahr 2012 schon stand: an der Eingangspforte zur Königsklasse. Allerdings läuft der aktuelle Höhenflug in einer veränderten Stimmungslage ab: Zum gleichen Zeitpunkt vor drei Jahren wussten die Gladbacher längst, dass ihre sportlichen Korsettstangen Marco Reus, Dante und Roman Neustädter zur Konkurrenz abwandern würden.

Dieses Los wird dem ehrgeizigen Schweizer diesmal erspart bleiben. Zwar kehrt der für zwei Jahre in Leverkusen entliehene Christoph Kramer im Sommer zu seinem Stammverein zurück. Alle übrigen Leistungsträger dagegen bleiben nicht nur, sondern haben sich langfristig an die Borussia gebunden. So unterschrieben vor Herrmann unter anderem Granit Xhaka (bis 2019), Martin Stranzl (2016), Tony Jantschke (2018) und Thorgen Hazard (2020) neue Arbeitspapiere. „Ich will dazu beitragen, Borussia wieder an die alten Erfolge heranzuführen“, betont der. Oder wie Patrick Herrmann sagt: „Hier entsteht etwas Großes – und den Weg will ich weiter mitgehen.“ Ein wuchtiges Statement, das Lucien Favre und Max Eberl sehr gerne hören, aber nie so vollmundig formulieren würden.