Gladbachs Hoffnung lebt

Frankfurt..  Das Abrutschen auf den vierten Tabellenplatz soll für Borussia Mönchengladbach nur eine Momentaufnahme bleiben. Im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League sieht sich die Elf vom Niederrhein trotz des 0:0 bei Eintracht Frankfurt weiterhin auf Kurs. „Es hat sich nichts geändert“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Zwar zog Bayer Leverkusen durch das 4:0 gegen Hannover 96 an den Gladbachern vorbei, doch am drittletzten Spieltag kommt es noch zum direkten Duell beider Teams im Borussia-Park.

Trotz des Rückschlags gab es für die Gladbacher Fans dennoch eine gute Nachricht. Es ist Thomas Tuchel, der Ex-Mainzer, der in der kommenden Saison Borussia Dortmund trainieren wird, und nicht ihr Erfolgscoach Lucien Favre. Der hatte einen Wechsel auch kategorisch ausgeschlossen. Und Eberl lachte: „Das Trainerbeben ist nicht bis zu uns vorgedrungen.“ So kann sich Gladbach ganz auf den Liga-Endspurt konzentrieren.

„Der Punkt kann noch ganz wichtig für uns werden“, bilanzierte Torwart Yann Sommer daher nach dem ersten Remis nach zuvor vier Siegen. Und selbst der stets nach Perfektionismus strebende Favre wollte mit seiner Mannschaft nach den umkämpften 90 Minuten nicht zu hart in Gericht gehen. „Wir haben heute nicht unsere beste Leistung gebracht. Aber es ist keine Enttäuschung“, sagte der Gladbacher Trainer.

Auf dem Weg zur erstmaligen Direkt-Teilnahme an der Königsklasse waren die Gladbacher Himmelsstürmer bereits vor dem Spiel ins Stocken geraten. Bei der Anreise zur Partie in der Frankfurter Arena wurden die Gäste Opfer des zusammenbrechenden Verkehrs. Da zwischenzeitlich auf den Zufahrtsstraßen nichts mehr vorwärtsging, machten sich die Borussen-Fußballer zu Fuß auf in Richtung Stadion. Rund einen Kilometer seien sie gelaufen, berichtete Kapitän Tony Jantschke später. Dann legte sich das Chaos und der Mannschaftsbus sammelte die Profis für die letzten Meter wieder ein.

Als Entschuldigung wollten die Gladbacher das aber nicht gelten lassen – weil es aus ihrer Sicht eben nichts zu entschuldigen gab. „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben einen Punkt mehr auf dem Konto“, fasste Patrick Herrmann die Stimmungslage zusammen. „Es war irgendwann mal an der Zeit, dass wir nicht drei Punkte holen“, sagte der Flügelflitzer.

Herrmann hätte den fünfmaligen deutschen Meister nach seinem Gala-Auftritt gegen Dortmund eine Woche zuvor auch in Frankfurt auf die Siegerstraße bringen können. Nach feiner Vorarbeit von Max Kruse scheiterte er jedoch in der Anfangsphase mit einem Volleyschuss an Kevin Trapp im Eintracht-Tor.

So aber fanden die Borussen gegen die stark verteidigenden Frankfurter wenig Mittel. Trotzdem hätte es in der Nachspielzeit fast noch zum Sieg gereicht, der eingewechselte Thorgan Hazard scheiterte aber an Trapp. Eberl war dennoch zufrieden, weil auch die Gastgeber einige gute Gelegenheiten hatten. „Das war kein Rückschlag“, sagte der Sportdirektor der nun seit neun Spielen ungeschlagenen Gladbacher.