Gladbach investiert in die Zukunft
28.07.2011 | 22:18 Uhr 2011-07-28T22:18:00+0200Gladbach. Große Transfers werden von Borussia Mönchengladbach in dieser Saison nicht gestemmt. Vielmehr investiert der Verein in vielversprechende Talente, denen in naher Zukunft der Durchbruch gelingen könnte.
Wenn ein Verein einen Fußballer verpflichtet, ist es üblich, den neuen Mann auf einer Pressekonferenz vorzustellen. Borussia Mönchengladbach macht da keine Ausnahme. Und im Falle von Yuki Otsu gab es ja auch wirklich etwas, über das zu reden sich lohnte. Wie kann es sein, dass ein Klub einen Spieler holt, den man eigentlich gar nicht wollte?
Warum steht ein Kicker im Stadion, hält lachend das Trikot mit der Raute in die Kameras der Fotografen, obwohl der Trainer befunden hatte, der Japaner sei zwar gut, aber eben nicht besser als jene Profis, die ohnehin schon im Kader der Borussia sind. Vor dem DFB-Pokalspiel heute (20.30 Uhr) bei Jahn Regensburg sind verrückte Dinge passiert in Mönchengladbach.
Oder vielleicht auch nicht. Auf dem zweiten Blick liegen die Dinge womöglich ganz einfach. Weil es noch nicht gelungen ist, Michael Bradley zu verkaufen und einen satten Transfererlös zu erzielen, muss Fußball-Lehrer Lucien Favre seine Ansprüche, die er deutlich formuliert hat, nach unten korrigieren. Es ist jedenfalls eine Geschichte, die man von zwei Seiten sehen kann.
„Wir sind nicht reich, aber gesund.“
Man kann erschreckt fragen, ob die Borussia klamm ist, weil erstmals seit Jahren der Tresor geschlossen blieb und eher bescheiden investiert wurde. Oder man kann den Standpunkt vertreten, dass es jenem Klub, der seinen besten Leute immer nachtrauern musste, endlich einmal gelungen ist, einen Dante oder einen Marco Reus zu halten. Stephan Schippers, Gladbachs Geschäftsführer, wiederholt bei diesem Thema gerne gebetsmühlenhaft einen Satz: „Wir sind nicht reich, aber gesund.“
Und es ist ja auch nicht so, als gäbe es keine personellen Veränderungen bei der Borussia. Entsprechend der Vorgaben von Trainer Lucien Favre, der von jedem Spieler ein Mindestmaß an technischem Vermögen erwartet, investiert der Klub in spielerisch starke Talente: Namen wie Matthias Zimmermann (19), Mathew Leckie (20), Yuki Otsu (21) oder Lukas Rupp (20) sind derzeit vor allem einen Versprechen auf die Zukunft.
ter Stegen ein Kandidat für die Nationalmannschaft?
Für den 19-jährigen Andre ter Stegen gilt das schon nicht mehr. Nach nur sechs Bundesligaspielen hat für ihn die Zukunft längst begonnen. Der Nachwuchskeeper, der von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke bereits in die Nähe der Nationalmannschaft gelobt wurde, hat seine Chance bei der Borussia eindrucksvoll genutzt. Er gehört tatsächlich schon zu den Stars im Team.
Andere Neuzugänge wie Joshua King, 20 Jahre, der für ein Jahr von Manchester United ausgeliehen wurde, oder Oscar Wendt, 25-jähriger Linksverteidiger und schwedischer Nationalspieler, werden wohl vorerst noch in der Warteschleife hängen. Nicht so Lukas Rupp, der bereits heute in Regensburg auf der linken Seite einspringen soll.
Der junge Mann aus Karlsruhe bekommt eine Chance, weil sich Juan Arango erst einmal von der Copa America erholen muss und erst nächste Woche wieder in Gladbach erwartet wird. Somit ist das Team, das heute beim Drittligisten in Regenburg auflaufen wird, bis auf Lukas Rupp, exakt jene Elf, die in letzter Sekunde den Klassenerhalt geschafft hat.
Yuki bedeutet Mut
Trainer Lucien Favre muss seinen alten Kräften vertrauen, und Sportdirektor Max Eberl findet das gar nicht schlimm. „Unter Trainer Hans Meyer haben wir mit unserer Aufstiegsmannschaft gegen Bayern München gespielt und 1:0 gewonnen.“ Damals erzielte der alte Haudegen Arie van Lent mit einem satten Schuss das entscheidende Tor.
Es war ein Traumtor, von dem jeder Stürmer träumt. Ganz bestimmt auch Yuki Otsu, der auf der Pressekonferenz diese Woche gefragt wurde, warum sein Wechsel nach dem Favre-Veto doch noch geklappt hat. „Ich weiß nicht genau, wie das abgelaufen ist. Das hat mein Manager für mich geregelt“, ließ der Japaner übersetzen. Erhellender war da schon die Übersetzung seines Vornamens: „Yuki bedeutet Mut.“

23:17
Stimmt, beim BVB haben wir die alten Knacker- Kehl,Weidenfeller und Barios
12:45
Aber Marica war doch noch frei. Aber im Ernst: es gibt anscheinend noch Vereine, die auf die Finanzen achten. Aber ob das Projekt junge Spieler auch funktioniert? Auch der BVB hat ja nicht ausschließlich junge Spieler.Die neue Saison wird interessant.