Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Fußball-Bundesliga

Gladbach gewinnt leicht und locker

29.01.2012 | 22:39 Uhr
Gladbach gewinnt leicht und locker
Eine Gladbacher Jubeltraube.

Stuttgart.   Borussia Mönchengladbach war auch durch den Angstgegner nicht zu stoppen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre feierte mit dem souveränen 3:0 den ersten Sieg gegen den VfB Stuttgart seit sieben Jahren, hält mit einem Zähler Rückstand den Anschluss an das punktgleiche Spitzentrio der Fußball-Bundesliga.

Vielleicht hat Marco Reus noch nicht mitbekommen, dass gerade der Winter Einzug hält. Jedenfalls hat der Himmelsstürmer der Liga Sonntagabend allen Ernstes nur in Turnschuhen, Jeans, Schlabbershirt und leichter Lederjacke das Stadion in Stuttgart verlassen, so als vergnüge er sich gleich mit seinen Kumpels bei einem Sommerkonzert. Die Lässigkeit, die der blonde Irrwisch von Borussia Mönchengladbach beim Abgang zur Show trug, demonstrierte vortrefflich, wie leicht und locker seine Mannschaft sich der Aufgabe beim VfB Stuttgart entledigt hatte.

Der verdiente wie beeindruckende 3:0 (1:0)-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart ließ keinerlei Zweifel aufkommen, dass diese beschwingten Fohlen den Vergleich mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04 nicht scheuen müssen. „Wir spielen als Team überragend, weil einer für den anderen kämpft. Und dann spielen wir unseren Stiefel“, konstatierte Reus nach einer formvollendeten Darbietung, die die Rheinländer in den Rang der Titelfavoriten erhebt.

Mike Hanke mit einem Kopfballtor nach Reus-Freistoß (31.), der herausragende Reus selbst (81.) und der eingewechselte Igor de Camargo (84.) nach Vorlagen von Patrick Herrmann machten den zwölften Saisonsieg perfekt.

Sportchef Max Eberl hatte nach dem ersten GladbachSieg in Stuttgart seit über 17 Jahren Mühe, weiterhin Bodenhaftung auszurufen. „Wir hätten vielleicht früher das 2:0 machen müssen, dafür waren unser Konter wieder eine Augenweide. Es macht mich stolz, wie die Mannschaft zusammen agiert.“

Es  in der Tat die Mixtur aus überzeugendem Kollektiv- und Konterfußball, mit der das Ensemble von Lucien Favre das nächste Erfolgserlebnis davontrug. Favre blickte noch einmal im Schnelldurchgang auf den Reifeprozess der Seinen zurück, die in der Vorsaison am Neckar eine 0:7-Demütigung erlebt hatten. Nun ist fast dieselbe Elf auf bestem Wege, im nächsten Jahr international aufzutreten. „Klasse“ fand auch der Schweizer Fußballlehrer die Aufführung, „wir waren besser.“ Und das zeitweise fast um eine Klasse. Kein Wunder, dass die Fans selige Gesänge auf den Europapokal anstimmten. „Bei uns wird niemand abheben“, insistierte Eberl, „wir stellen uns nur aufs nächste Auswärtsspiel in Wolfsburg ein.“

Es scheint der richtige Weg zu sein: Konzentriert und fokussiert, dazu spiel- und einsatzfreudig ging der Tabellenvierte ans Werk, der nahtlos an die Leistung zum Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern anzuknüpfen vermochte.

Der Triumph der Gladbacher war vollauf verdient, zumal die Gäste mit ihrer bärenstarke Defensive erneut kaum etwas anbrennen ließen. Mit nur zwölf Gegentoren ist Gladbach Bundesliga-Spitze. „Bei Stuttgart hat man die Verunsicherung bemerkt, bei uns läuft es derzeit wie von selbst“, freute sich Abwehrspieler Martin Stranzl.

Frank Hellmann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6296507/create

Umfrage
Sollte das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wiederholt werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Derby in Oberaden
Bildgalerie
Fotostrecke
8. Lippe-Schultriathlon
Bildgalerie
Lippe-Schultriathlon
FC Rhade holt den Titel
Bildgalerie
Fotostrecke
U11 krönt die Saison
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
So steht das DFB-Team vor dem Testspiel gegen die Schweiz da
DFB-Team
Beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz muss Bundestrainer Löw langsam erkennen, wen er aus dem EM-Kader streicht. Fest gesetzt sind aber wohl die Spieler des FC Bayern München. Außerdem geht es noch um die Frage, wie fit Miroslav Klose wohl ist.
"Stehplätze gehören zur Fußball-Kultur und sollen bleiben"
Nutzer-Kommentare
Nachdem das Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und demBerlin aus dem Ruder gelaufen ist, gibt es eine heftige Diskussion um die Sicherheit in deutschen Fußballstadien. Um die Sicherheit zu gewährleisten sollen Stehplätze in den Stadien abzuschaffen. Was denkt die Fangemeinde dazu?
Foto 1 Kommentare 1