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Gladbach gewinnt das Derby

09.04.2011 | 23:26 Uhr
Gladbach gewinnt das Derby

Für Borussia Mönchengladbach geht es um den Ligaverbleib, Köln will seinen Fans wieder einen Derbysieg schenken. Am Ende haben die motivierteren Gladbacher die Nase vorn.

Wenn kein mittelgroßes Fußballwunder mehr geschieht, dann werden die Gladbacher ihre Derbys in der nächsten Saison gegen Fortuna Düsseldorf und Alemannia Aachen austragen. Vier Siege aus den letzten sechs Spielen muss die Borussia noch holen, um die Klasse zu halten. Mindestens.

Wann also wollen die Gladbacher anfangen zu siegen, wenn nicht gegen die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga? Wann also, wenn nicht gegen Köln?

In der blamablen Hinrunde konnten die Borussen ganze zehn Punkte auf der Habenseite verbuchen. Dass drei davon beim souveränen 4:0 aus Köln entführt wurden, macht die miserable Bilanz nicht besser. Aber es zeigt: Die Kölner liegen den Gladbachern. 

Nun ist die Kölner Mannschaft von damals mit der von heute nicht mehr zu vergleichen. Köln hat einen Lauf und gewinnt zu Hause alles. Aber eben nur zu Hause. Sobald die Kölner den Dom nicht mehr sehen, den Geißbock nicht mehr riechen und die Höhner nicht mehr singen hören, wird’s eng. So wie zuletzt beim 2:6 in Hamburg.

Zugegeben: Auch Gladbach ist mit zwei Heimsiegen nicht das, was man eine Heimmacht nennt. Trotzdem sollte es gegen Köln reichen.

Dass sich die Kölner mittlerweile im Mittelfeld etabliert haben und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben dürften, muss für Gladbach kein Nachteil sein. Im Gegenteil.

Als Abstiegskandidat müssten die Geißböcke erst gar nicht in den Borussia-Park reisen – sondern könnten sich die Punkte auch direkt schicken lassen. Denn gegen Mitabstiegskonkurrenten versagen die Gladbacher in dieser Saison so regelmäßig wie der Dienstag auf den Montag folgt. Gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld der Bundesliga hingegen läuft es: In der Rückrunde haben die Gladbacher gegen Schalke und gegen Hoffenheim Heimsiege eingefahren. 

Derby hin, Derby her – für Köln geht es um nicht mehr viel; für Gladbach um alles. Das kann die entscheidenden paar Prozent mehr Motivation freisetzen, die für einen Derbysieg nötig sind.

Entscheidend wird sein, ob es der Gladbacher Defensive gelingt, die hängende Spitze Lukas Podolski und Stoßstürmer Milivoje Novakovic aus dem Spiel zu nehmen. So beeindruckend die 24 Tore (jeweils zwölf) des Offensivduos sind, so ideenlos und eindimensional ist das Kölner Spiel, wenn beide abgemeldet sind.

Offensiv wäre Gladbach gut beraten, sein Angriffsspiel vor allem über die Flügel aufzuziehen, da die Außenverteidiger Miso Brecko und Christian Eichner klar gegenüber den starken Innenverteidigern Pedro Geromel und Youssuf Mohamad abfallen.

Im Zentrum hat Mohamad aber auch häufig gezeigt, dass er gegen wuselige und dribbelstarke Spieler wie Marco Reus oder Patrick Hermann Probleme hat und sich mit seiner überaus robusten Spielweise immer am Rande des Platzverweises bewegt.

Nach dem Offenbarungseid gegen Kaiserslautern haben Gladbachs Spieler einiges gutzumachen bei ihren Fans. Das Derby gegen Köln wäre der richtige Zeitpunkt damit zu beginnen.

Matthias Wenten

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