Ginczek schickt die Gefühle auf die Achterbahn

Stuttgart..  Stuttgarts Siegtorschütze Daniel Ginczek strahlte. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Wir haben ein Riesenspiel gemacht“, sagte der Stürmer des VfB, als der 3:2-Sieg gegen Werder Bremen amtlich war. „Das war Emotion pur.“

In der letzten halben Stunde dieser Bundesliga-Partie überschlugen sich die Ereignisse. Zu diesem Zeitpunkt stand es nach Toren von Christian Gentner (16. Minute) und Davie Selke (56.) 1:1. Doch vornehmlich zwei Fußballer schickten die Gefühle auf eine wilde Achterbahn. VfB-Stürmer Martin Harnik verballerte nach einer Stunde binnen 52 Sekunden gleich zwei hochkarätige Möglichkeiten. Doch seine Aussetzer machte der österreichische Nationalspieler wieder gut. Nachdem Werder-Torwart Raphael Wolf durch den Strafraum geirrt war, brachte Harnik den Ball zu Ginczek, der den Ball ins leere Tor köpfte (76.). Acht Minuten später sah Harnik wegen eines Foulspiels die Gelb-Rote-Karte. Kurz darauf traf Jannik Vestergaard per Kopf nach einer Ecke zum Ausgleich. Er war seinem Gegenspieler Ginczek entwischt.

In Unterzahl drohte der bisherige Tabellenletzte wieder nicht zu bekommen, was er sich eigentlich verdient hatte. Doch dann schlug Ginczek auf der anderen Seite zu und besorgte in einer spektakulären Partie Sekunden vor dem Ende die finale Pointe. Durch die Beine von Wolf schob er den Ball hinein ins Glück. Die Fans feierten ihr Team, als ob der Klassenerhalt schon geschafft wäre. Vor allem aber feierten sie Daniel Ginczek, den Mann aus Neheim. „Wir haben noch sechs Endspiele zu bestreiten. Wir versuchen, so viele zu gewinnen, wie es geht“, blickte Ginczek schon voraus, ehe er Halt im Jetzt suchte: „Heute bin ich sehr, sehr glücklich.“