Geske gelingt der „Wurf des Jahres“

Bayreuth..  Das Jahr 2015 ist zwar noch jung, die deutsche Basketball-Gemeinde hat Niklas Geske aber schon zum „Wurf des Jahres“ gratuliert. Mit einem Treffer aus 15 Metern, also aus der eigenen Hälfte heraus und im Laufen in Richtung des gegnerischen Korbs auf den Weg gebracht, sicherte der 20-jährige Aufbauspieler von Bundesligist Phoenix Hagen seinem Team am Samstag den 76:73 (37:36)-Erfolg in Bayreuth. Der Ball fiel durch die Reuse, als die Schlusssirene ertönte. „Buzzerbeater“ nennen die Basketballer solche Siegtreffer in letzter Sekunde. Einen vergleichbaren „Sirenenbezwinger“ gab es in der Phoenix-Historie aber noch nie. „Diesen Moment werde ich nie vergessen“, das steht für den gebürtigen Dortmunder außer Frage.

Niklas Geske wird geherzt, von den Kameraden fast erdrückt und dann vom langjährigen Bundesligatrainer Stefan Koch, jetzt Kommentator für den Anbieter, der alle Basketball-Bundesliga-Partien live überträgt, zum Interview vor die Kamera geholt. „Er fühlte sich ganz gut an!“ So beschreibt der Youngster den spektakulärsten Korb, den er jemals für Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen erzielt hat. „Als er ‘reinging, war einfach nur noch Emotion pur!“

So schön der finale Freudentaumel auch war - die Aufregung hätten sich David Bell (21 Punkte), Dino Gregory (17), Niklas Geske (10), Todd Brown (10) und Co. ersparen können. Fünf Minuten vor Schluss führten die Gäste, die schwach angefangen hatten und sich ab Abschnitt zwei steigerten, mit elf Punkten (71:60). Dann stellten die Gastgeber auf Zonenverteidigung um, womit Todd Brown und Co. nicht klar kamen. Die Dreier fielen nicht mehr und auf andere Art und Weise gab es auch kein Durchkommen mehr.

Bayreuth kam Punkt um Punkt heran und hätte Keith Ramsey nicht ein paar spektakuläre Blocks eingestreut, hätten die Oberfranken schon eher den Ausgleich geschafft als 20 Sekunden vor Schluss durch zwei Freiwürfe von Javon McCrea (73:73).

Phoenix, mittlerweile ohne seinen 83 Sekunden vor Schluss ausgeschiedenen Topscorer David Bell, ist jetzt völlig konfus, bekommt nicht einmal mehr den letzten Einwurf zum eigenen Mann. Ballbesitz Bayreuth - und noch 20 Sekunden auf der Uhr! Jetzt spricht das Momentum ganz klar für die Gastgeber. Aber Je’Kel Foster vergibt kurz vor Schluss, alles sieht nach einer Verlängerung aus. Bis es Niklas Geske einfach mal probiert. Und das Unfassbare geschieht.

„Bei dem Wurf am Ende war viel Glück dabei“, gibt Phoenix-Coach Ingo Freyer zu, „das Hinspiel haben wir knapp mit einem Punkt verloren, so ist das mit der Gerechtigkeit manchmal. 30 Minuten lang haben wir gut gespielt.“

Falls es zu einer Verlängerung gekommen wäre, hätte Phoenix ohne den verletzten Larry Gordon, den ausgefoulten David Bell und US-Flügel Todd Brown, der in den Schlusssekunden einen Ellenbogen ins Gesicht bekam und ärztlich versorgt werden musste, schlechte Karten gehabt. Aber es gab ja Niklas Geskes Korb des Jahres.