Gelsenkirchener Geduldsspiel

Gelsenkirchen..  Mit Schalke und der Europa League verhält es sich ungefähr so wie mit einem Schatzsucher, der beim Tauchen auf dem Meeresboden zwar nicht den ganz dicken Tresor findet – aber dafür jede Menge Muscheln, von denen er ganz gut leben kann. Oder, um es weniger plakativ zu sagen: Das Erreichen der Europa League ist für Schalker Fußballer nicht nur „eine Frage der Ehre“, wie es Klubchef Clemens Tönnies ausdrückt, sondern auch aus sportlichen und finanziellen Gründen attraktiv. „Für uns ist es wichtig, in die Europa League zu kommen“, wiederholt Manager Horst Heldt vor dem Spiel am Sonntagabend (17.30 Uhr) beim 1. FC Köln, wo Schalke einen entscheidenden Schritt dorthin machen kann.

Ab der kommenden Saison werden an alle Europa-League-Teilnehmer insgesamt 381 Millionen Euro ausgeschüttet. Zwar wurden auch die Prämien in der Champions League gewaltig erhöht, doch für Schalke wichtig ist: Auch in der Europa League lässt sich jetzt sehr anständig Geld verdienen. Allein die Teilnahme an der Gruppenphase bringt inklusive der Zuschauer-Einnahmen aus den drei Heimspielen mehr als zehn Millionen Euro ein. „Das ist nicht zu hoch gegriffen“, bestätigt Heldt. Damit kann Schalke sicher planen, wenn in der Bundesliga zum Ende Platz fünf gesichert wird.

Damit dieses Vorhaben gelingt, sind drei Punkte am Rhein Pflicht für Königsblau. Um jedoch zu verdeutlichen, was Schalke erwartet, reicht ein Blick auf die Statistik: Neunmal (!) spielte der 1. FC Köln in dieser Saison schon 0:0 – Schalkes Trainer Roberto Di Matteo muss gar nicht erst betonen, dass der Gegner „defensiv sehr gut organisiert“ ist. Und weil aus dem Hinspiel (1:2) auch noch hinreichend bekannt ist, wie gut die Kölner kontern können, muss Schalke den Beton aufbrechen, ohne die eigene Abwehr zu vernachlässigen. Es dürfte ein Geduldspiel werden.

Durch die Ausfälle von Huntelaar (Sperre) und wahrscheinlich Farfan (verletzt) muss Di Matteo die Mannschaft in der Offensive umstellen. Er denkt aber auch an einen Wechsel in der Defensive, weil es mit Benedikt Höwedes als Aushilfs-Verteidiger auf der rechten Seite zuletzt nicht wirklich gut geklappt hat. „Rechts hinten haben wir einen Problemfall“, räumt Di Matteo mit Blick auf den Ausfall des bis zum Saisonende fehlenden Atsuto Uchida ein. Höwedes habe sich für die Mannschaft „geopfert“, aber lieber würde er seinen Kapitän im Abwehrzentrum sehen. Deswegen habe er im Training „verschiedene Optionen“ hinten rechts ausprobiert: Eine könnte Tranquillo Barnetta sein – eine andere Marco Höger, der wieder fit ist.

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