Gefahr für die Liga

Null. Null Zuschauer. Das hatte es schon gegeben, zumindest rein formal. Wolfsburg gegen Hoffenheim ist nun einmal nicht der Quotenbringer beim Bezahlsender Sky. Im Hinspiel schauten nicht einmal 5000 Fußballfans zu, das macht nach Rundung eine Einschaltquote von 0,00 Millionen.

Null Zuschauer. Also: keiner.

So ganz stimmt das ja nicht. Allein im Stadion fanden sich am vergangenen Samstag etwas mehr als 26 000 Zuschauer ein. Das Stadion in der VW-Stadt fasst 30 000.

Das sind im übrigen genauso viele, wie in das Stadion von Alemannia Aachen passen. Dort blieb am gleichen Tag kein Sitz frei, als Rot-Weiss Essen zu Gast war. Wohlgemerkt: in der vierten Liga.

Selten ist deutlicher dokumentiert worden, dass das große Geld nicht immer den großen Effekt auslöst. Wolfsburg ist Tabellenzweiter der Bundesliga, es war das erste Spiel des neu eingekauften Weltmeisters Andre Schürrle. 30 Millionen Euro hat der Mann gekostet. Allein damit könnte man die Etats von Aachen und Essen mehrfach stemmen.

Doch die andere Partie zieht die Massen an, weil viel drinsteckt. Wolfsburg und Hoffenheim interessieren die wenigsten und berühren außerhalb der jeweiligen Stadtmauern keinen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Den Geldgebern in Wolfsburg und Hoffenheim sowie Leipzig wirft man vor, Produkte zu schaffen, die künstlich sind, ohne Tradition, ohne Leben. Leipzig lebt, Hoffenheim und Wolfsburg nur bedingt. Und genau das ist die Gefahr für die Bundesliga: Dass demnächst Hoffenheim, Wolfsburg und der von Audi alimentierte Zweitliga-Spitzenreiter Ingolstadt in der Premiumliga spielen - und das aber eigentlich keiner sehen will.

Keiner.