Geduld lohnt sich

Sie bildeten wieder ihren Mannschaftskreis. So, wie sie ihn bislang nach jedem Spiel in der Fußball-Bundesliga bildeten. Allerdings grinsten die Fußballer des SC Paderborn diesmal und lachten erleichtert, als Trainer Andre Breitenreiter seine kurze Ansprache hielt. Und - anders als nach den vergangenen zehn Partien: Zum Abschluss hüpften sie ringelrein, schließlich gab es den Sieg bei Hannover 96 zu feiern.

Den Sieg. Den ersten nach zehn Spielen ohne dreifachen Punktgewinn in Folge. Die Ostwestfalen stoppten ihre Ergebniskrise. Denn nur das waren die vergangenen Monate seit dem 3:1-Heimsieg gegen Hertha BSC am 2. November des vergangenen Jahres, eine Ergebniskrise. Keine Krise.

Schließlich träumen die Paderborner seit dem ersten Spieltag von nichts anderem als dem Klassenerhalt. Sie brechen deshalb nicht in Panik aus, wenn es trotz der imposanten Hinrunde in der Tabelle nur zu einem Rang knapp oberhalb der Abstiegszone reicht.

Sie analysieren vielmehr in aller Stille ihre Lage und handeln – wenn auch Präsident Wilfried Finke in der zurückliegenden Woche erstmals vorsichtig öffentlich grollte. In der Winterpause verpflichtete Manager Michael Born den Angreifer Srdjan Lakic, da die Offensive lahmte. Lakic traf gestern zum wichtigen Ausgleich, das erste Paderborner Tor nach vier Spielen ohne Treffer in Folge.

Trainer Andre Breitenreiter schreckt zudem vor äußerst überraschenden personellen Maßnahmen nicht zurück, um seine Jungs auf das große Ziel einzuschwören. So flog Daniel Brückner letztens ebenso für eine Partie aus dem Kader wie Elias Kachunga.

Sie sind auf dem richtigen Weg, die Paderborner. Allerdings wird es ein langer und beschwerlicher bleiben. Einer, der Geduld erfordert. Vermutlich schon wieder in den kommenden Wochen, in denen der FC Bayern, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen als Gegner warten. Der Sieg in Hannover war wichtig - und beim Blick auf den Spielplan noch ein bisschen wichtiger als wichtig.