Gedanken

An einem Tag, der für Fans von Borussia Dortmund mehr schwarz als gelb ist, gehen die Gedanken zurück.

Gedanken ans Gestern trösten in Stunden der Not. Das ist so. Im Leben. Im Fußball. Überhaupt.

Die Gedanken eilen also zurück an jenen Tag, als Ottmar Hitzfeld den Dienst im Revier quittierte. 1998 war das. Nach erfolgreichen Jahren mit dem Gewinn der Champions League, zwei deutschen Meisterschaften, dem Erlangen von Welt-, Super- und Hallenpokal.

Dann war Schluss in Dortmund. Nach sechs Jahren als Trainer, einem als Sportdirektor. Und die Fanseele schien zu zerbersten. Der BVB ohne Hitzfeld? Undenkbar.

Tatsächlich. Trubelig und unruhig, unstet und riskant ging es fortan zu. Durchaus mal erfolgreich, aber das heimelige Hitzfeld-Gefühl, die ruhende Konstanz, sie war schmerzhaft abhanden gekommen.

Bis, ja, bis Jürgen Klopp erschien. Und blieb. So lange, wie Ottmar Hitzfeld. So erfolgreich wie Ottmar Hitzfeld bezogen auf die Meistertitel. Und da war es wieder, dieses beruhigende Gefühl des Vertrauens, auf das so viel gründet, das trägt und verbindet.

Und so braucht die Fanseele Zeit. Bis sie realisiert: Alles wird gut. Bis sie sicher ist: Die Fehler der Interimszeit passieren nicht wieder. Bis sie Jürgen Klopp für immer losgelassen hat.

So wie einst Ottmar Hitzfeld.