Wolfsburg erkämpft sich ein 2:2, Werder verliert 0:1
18.02.2010 | 22:04 Uhr 2010-02-18T22:04:00+0100
Villarreal/Enschede. Dank Torjäger Grafite hat der VfL Wolfsburg seine Chance auf den Achtelfinaleinzug in der Europa League gewahrt. Durch einen Doppelpack des Brasilianers kam der VfL im Hinspiel beim FC Villarreal zu einem verdienten 2:2 (0:1). Werder Bremen unterlag Twente Enschede mit 0:1.
Die Wolfsburger Tore zum zwischenzeitlichen 1:1 (65. Minute) und 2:1 per Foulelfmeter (84.) durch Grafite, Bundesliga-Torschützenkönig der letzten Saison, sicherten den „Wölfen“ zumindest ein Remis. Ein Freistoßtor des gebürtigen Brasilianers Marcos Senna (43.) hatte die Spanier kurz vor der Pause in Front gebracht. Der eingewechselte Marco Ruben (85.) stellte den Endstand her. Villarreals Ivan Marcano sah zudem die Rote Karte (83.).
Allerdings vergab die Mannschaft von VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner zahlreiche hochkarätige Chancen zum Teil fahrlässig. Letztlich blieb der Bundesliga-Zwölfte im 13. Pflichtspiel hintereinander sieglos. Dabei hatten die Gäste vor 12.000 Zuschauern zunächst alle Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. In der 13. Minute setzte sich Abwehrspieler Peter Pekarik mit einem tollen Solo auf der rechten Angriffsseite gegen drei Gegenspieler durch und bediente mit einer schönen Vorlage Grafite im Angriffszentrum. Doch dem Torschützenkönig der vergangenen Bundesligasaison gelang das Kunststück, den Ball aus vier Meter über das Tor zu schießen. Nur fünf Minuten später vergaben die Wolfsburger die nächste „hundertprozentige“ Chance, als Sascha Riether nach glänzender Vorarbeit von Edin Dzeko freistehend am Fünfmeterraum nur noch vollstrecken musste, den Ball aber verstolperte. Beide Male wäre Villarreals Keeper Diego Lopez machtlos gewesen.
In der 20. Minute konnte sich dann VfL-Torwart Marvin Hitz, der den Vorzug vor Andre Lenz erhalten hatte, erstmals auszeichnen. Der Schweizer, der bei den Wolfsburger etatmäßig die Nummer drei hinter seinem derzeit verletzten Landsmann Diego Benaglio und Lenz ist, parierte gekonnt einen Schuss von Robert Pires. Doch die Mehrzahl der Torgelegenheiten hatten eindeutig die Wolfsburger, die weitere Möglichkeiten durch Dzeko (23.) und Marcel Schäfer (35.) vergaben. Bestraft wurden sie dann kurz vor der Pause durch Marcos Senna, der einen Freistoß unhaltbar für Hitz im rechten oberen Winkel zum 1:0 versenkte.
Nach dem Seitenwechsel mussten sich die Gäste zunächst einer Drangperiode der Platzherren erwehren, ehe Grafite zunächst den Ausgleich und dann sogar die Wolfsburger Führung erzielte. Am Ende verhinderte Ruben den ersten VfL-Sieg seit dreieinhalb Monaten.
Beste Wolfsburger waren Grafite und Misimovic. Bei den Gastgebern überzeugten Marcos Senna und Pires.
Drei Treffer im Durchschnitt
Gut gespielt, reichlich Chancen und dennoch verloren: Werder Bremen muss nach einer unnötigen 0:1 (0:1)-Niederlage im Zwischenrunden-Hinspiel bei Twente Enschede um den Einzug in das Achtelfinale der Europa League zittern. Theo Janssen erzielte das Tor für die Mannschaft des ehemaligen englischen Teammanagers Steve McClaren (39.) und besiegelte damit die erste Niederlage in der laufenden Europacup-Saison für den DFB-Pokalsieger, der zuvor auf internationaler Bühne elfmal in Folge auswärts ungeschlagen war.
Im Rückspiel am 25. Februar steht die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nun unter Zugzwang, um den Traum vom Finale am 12. Mai in Hamburg am Leben zu halten. Im vergangenen Jahr war Bremen im letzten UEFA-Cup-Finale der Geschichte an Schachtjor Donezk gescheitert.
24 Tore - also drei Treffer im Schnitt - hatte Bremen in den vorausgegangenen acht Spielen im Europacup, von denen man sieben gewann, erzielt. Vor rund 22.000 Zuschauern im schmucken Stadion De Grolsch Veste übernahmen die zuletzt in Liga und DFB-Pokal starken Gäste dann sofort das Kommando und erarbeiteten sich eine Vielzahl guter Möglichkeiten. Aber Twentes Torhüter Sander Boschker war bei Distanzschüssen von Naldo (13.) und Kapitän Torsten Frings (22.) zur Stelle. Den Frings-Versuch konnte der Keeper nur abklaschten, den Nachschuss verzog Marin knapp.
Weckruf für die Niederländer war eine Riesenchance von Werder durch Marin, dessen Pass knapp am langen Pfosten vorbeirollte (25. ). Danach musste Bremens Keeper Tim Wiese zunächst per Kopf außerhalb des Strafraums vor Stoch (26.) retten und wenig später einen Janssen-Freistoß parieren. Anschließend scheiterte Pizarro knapp (34.). Doch das Tor machte Twente mit einem wuchtigen 20-m-Schuss von Janssen (39.). Kurz zuvor war Petri Pasanen nach einem Zweikampf die Begegnung bereits beendet, für ihn kam Aymen Abdennour.
Im zweiten Durchgang drückte Bremen dann sofort wieder auf den Ausgleich. Doch Peter Niemeyer, der fünf Jahre bei Twente spielte, scheiterte mit einem Drehschuss am überragenden Boschker (51.). Weil Bremen aufmachte, kam Enschede zwangsweise zu guten Konterchancen. So scheiterte zunächst Janssen mit einem 16-m-Schuss an Wiese (55.) und danach Torjäger Kenneth Perez mit einem Freistoß am Werder-Keeper. Schaaf reagierte und brachte Hugo Almeida für den enttäuschenden Nationalspieler Mesut Özil. Dennoch kamen kaum zwingende Aktionen zustande.
Bei den Gastgebern ragte neben Boschker noch Torschütze Janssen heraus. Naldo und Marin verdienten sich bei Bremen die besten Noten. (sid)
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