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WM-Ticket-Vergabe: Italien reicht Sieg - USA auf Kurs

09.09.2013 | 14:43 Uhr
Trainer Cesare Prandelli und seinen Italienern reicht ein Sieg gegen Tschechien für die direkte WM-Qualifikation.
Trainer Cesare Prandelli und seinen Italienern reicht ein Sieg gegen Tschechien für die direkte WM-Qualifikation.Foto: Di Marco/dpa

Hannover  Neun Monate vor dem Auftaktspiel in Sao Paulo nimmt das Teilnehmerfeld der Fußball-WM 2014 in Brasilien langsam Konturen an. Am drittletzten Großkampftag der Europa-Qualifikation mit 23 Spielen können am Dienstag gleich vier Mannschaften das WM-Ticket lösen.

Aber nur Italien würde es mit einem Sieg gegen Tschechien aus eigener Kraft schaffen. Deutschland, die Niederlande und die Schweiz müssen ihre Begegnungen gewinnen und sind auf fremde Hilfe in anderen Gruppenspielen angewiesen. «Gegen die Tschechen der erste Matchball», titelte die «Gazzetta dello Sport» hoffnungsvoll vor der Partie in Turin. Doch Italiens Trainer Cesare Prandelli warnte vor den Tschechen, die zuletzt eine unerwartete Heimpleite gegen Armenien erlitten. «Es wird hart, auch sie spielen um ihre letzte Chance», sagte Prandelli, über dessen Zukunft als Nationaltrainer viel diskutiert wird. «Wir treffen uns mit ihm, sobald die Qualifikation perfekt ist», kündigte der Präsident des italienischen Fußballverbandes, Giancarlo Abete, an.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schweden in Kasachstan nicht gewinnt», hatte Bundestrainer Joachim Löw die Konstellation in der Gruppe C bereits nach dem 3:0 gegen Österreich am vorigen Freitag realistisch beurteilt. Nur bei einem Ausrutscher von Zlatan Ibrahimovic und Co. in Astana würde Deutschland mit dem erwarteten Pflichtsieg auf den Färöer vorzeitig als Gruppenerster feststehen. Über einen schwedischen Patzer würden sich auch Österreich und Irland freuen. Beide Teams kämpfen in Wien um ihre Chance auf Platz zwei - für Irlands Coach Giovanni Trapattoni ist eine Niederlage verboten.

Die Niederländer wollen sich vier Tage nach dem peinlichen 2:2 in Estland mit einem klaren Erfolg beim nächsten Fußballzwerg Andorra rehabilitieren. «Der Abend in Estland war sehr frustrierend», sagte Bayern-Profi Arjen Robben. Der Ärger kann aber schnell verflogen sein. Das Team von Bondscoach Louis van Gaal würde mit einem Sieg in Andorra und bei einem Punktverlust von Verfolger Rumänien im Heimspiel gegen die Türkei die WM-Fahrkarte fix buchen.

Die Schweizer Profis müssen vor dem Spitzenspiel in Norwegen das kuriose 4:4 gegen Island aus dem Kopf kriegen, als die Eidgenossen eine 4:1-Führung verspielten. «Das wird uns nie wieder passieren», sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. Der Coach kündigte Änderungen in der Abwehr an und freute sich über die Initiative seiner Mannschaft, die ohne ihn eine Sitzung abgehalten hat. «Ich finde das super. Das zeigt die Kultur im Team», erklärte Hitzfeld.

Ein Remis würde Platz eins für die Schweiz in der Gruppe E festigen, ein Sieg könnte unter Umständen sogar für Brasilien reichen. Dazu müssten allerdings in den anderen Partien Island gegen Albanien unentschieden spielen, und Slowenien darf nicht auf Zypern gewinnen.

Englands Top-Star Frank Lampard steht in der Ukraine vor seinem 100. Länderspiel. «Wir wollen gewinnen. Wir wissen, dass die Ukraine stark ist, aber wir sind es auch», sagte der Routinier selbstbewusst vor dem Schlagerspiel der Gruppe H. Die Ukrainer, zuletzt beim 9:0 gegen San Marino in Torlaune, können mit einem Sieg die Englande von der Spitze stürzen.

Auch bei den Qualifikationsspielen in Südamerika (Argentinien, Kolumbien) sowie in Nord- und Mittelamerika (Costa Rica, USA) haben vier Mannschaften die Chance, vorzeitig die WM-Teilnahme perfekt zu machen. Groß ist das Interesse für das Duell zwischen den Erzrivalen USA und Mexiko in Columbus/Ohio.

«Die Mexikaner stehen mit den Rücken zur Wand. Das wird ein sehr, sehr intensives Match», sagte US-Coach Jürgen Klinsmann. Der frühere DFB-Teamchef, dessen Team in der Tabelle Zweiter hinter Costa Rica ist, strahlte große Zuversicht aus. «Wir brauchen noch vier Punkte aus drei Spielen, um uns sicher zu qualifizieren - und diese Punkte werden wir auch holen.»

(dpa)

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