Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Fußball

WM 2022: Blatter räumt "politische Einflüsse" ein

18.09.2013 | 13:03 Uhr
Joseph Blatter bei der WM-Vergabe 2022 an Katar.
Joseph Blatter bei der WM-Vergabe 2022 an Katar.Foto: Walter Bieri/dpa

Berlin  FIFA-Boss Joseph Blatter hat bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar politische Einflüsse eingeräumt.

Auf die Frage, ob der Zuschlag für den Wüstenstaat durch die FIFA-Exekutive durch Zuwendungen beflügelt worden sei, antwortete Blatter in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit": "Eindeutig ja! Es gab direkte politische Einflüsse. Europäische Regierungschefs haben ihren stimmberechtigten Mitgliedern empfohlen, für Katar zu stimmen, weil sie große wirtschaftliche Interessen mit diesem Land verbinden."

Die Äußerung Blatters dürfte als Spitze gegen UEFA-Präsident Michel Platini verstanden werden. Der Franzose, der womöglich 2015 gegen Blatter um das Amt des FIFA-Präsidenten kandidiert, hatte seine Wahl für Katar öffentlich bestätigt. Wenige Tage vor der Abstimmung war Platini zu einem Abendessen mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Élysée-Palast geladen. Mit am Tisch saß auch Scheich Hamad Al Thani, der Emir von Katar. Platini hatte das Abendessen im Gespräch mit "France Football" nicht bestritten, wohl aber, dass es ein Abkommen gegeben habe.

Derzeit untersucht die FIFA-Ethikkommission unter Vorsitz von Chefermittler Michael Garcia die Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Katar 2022, aber auch an Russland 2018. Unterdessen hat Blatter in der Diskussion um eine Verlegung der WM 2022 in die Wintermonate bekräftigt, dass die Austragung der Endrunde im Sommer nicht explizit festgelegt sei. "In unserer Ausschreibung steht: im Prinzip Juni, Juli. Wir müssen zeitlich flexibel sein, denn sonst kämen die Länder südlich des Äquators niemals als Austragungsort für eine WM infrage."

Beim Thema Doping machte sich Blatter für ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland stark. Dann könne die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) richtig loslegen. "Das heißt: den Fußball genauso wie die Leichtathletik überrollen und gezielt eingreifen", ergänzte Blatter.

(dpa)

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
MSV verkauft über 17.000 Karten für Pokalspiel gegen Schalke
MSV-Pokalspiel
Der Vorverkauf fürs DFB-Pokalspiel des MSV gegen den FC Schalke 04 brummt. Bis zu zehn Stunden stand mancher Fan am Montag an, um Karten zu bekommen.
Schienbeinbruch! Poggenberg fällt lange aus
Verletzung
Der Duisburger Neuzugang aus Chemnitz prallte im Spiel gegen St. Johann mit Torhüter Maurice Schumacher zusammen und wird den Zebras lange fehlen.
Sorge um Bolly zum Trainingslager-Start der Fortuna
Fortuna-Trainingslager
Mathis Bolly musste das erste Training in Maria Alm abbrechen. Tim Wiesner und Kaan Akca traten die Reise nach Österreich verletzungsbedingt nicht an.
Iyoha lebt seinen „riesigen Fußball-Traum“ bei Fortuna
Rund um Fortuna
Fortunas Nachwuchsstürmer Emmanuel Iyoha trainiert auch in Österreich mit den Profis. Bislang hat der 17-Jährige in fast allen Testspielen getroffen.
VDV macht arbeitslose Fußballer fit für den Arbeitsmarkt
Fußball
Im Millionengeschäft Fußball hat nicht jeder Profi ausgesorgt. Bekannte Gesichter scheuen jedoch das Vertragslosen-Camp der Gewerkschaft in Duisburg.
8459518
WM 2022: Blatter räumt "politische Einflüsse" ein
WM 2022: Blatter räumt "politische Einflüsse" ein
$description$
http://www.derwesten.de/sport/fussball/wm-2022-blatter-raeumt-politische-einfluesse-ein-id8459518.html
2013-09-18 13:03
Fußball, WM 2022
Fußball