„Wir fahren stolz nach Hause“, meint Jogi Löw

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Port Elizabeth.. Der Bundestrainer lobt den Einsatz seiner Mannschaft im „kleinen Finale“ und der dritte Platz macht Bastian Schweinsteiger nach der Niederlage im Halbfinale dann doch noch optimistisch für die Zukunft.

Bundestrainer Joachim Löw: „Das letzte Spiel in einem Turnier ist immer wichtig, denn mit was für einem Gefühl fährt man nach Hause. Wir gehen nicht mit leeren Händen nach Hause. Die Mannschaft hat verdient gewonnen, allein aufgrund der zweiten Halbzeit. Sie hat gut gespielt und gekämpft. Wenn man das ganze Turnier sieht, hat sie Großartiges geleistet. Wie sie zum Beispiel den schweren Rückschlag gegen Spanien verkraftet hat, wie sie insgesamt aufgetreten ist und wie viele Tore sie geschossen hat, das ist absolut zufriedenstellend. So können wir stolz nach Hause fahren.“

DFB-Präsident Theo Zwanziger: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil man nach der unglücklichen Niederlage gegen Spanien nicht wissen konnte, ob sie sich nochmal zusammenreißen kann. Aber sie hat 92 Minuten wunderbaren Fußball geboten und verdient gewonnen. Wir haben einen tollen Trainer und ich werde alles Mögliche tun, damit er bleibt. Wir brauchen keine Termine. Wir werden uns unsere Gedanken machen und uns dann zusammensetzen. Wir haben zwar noch keine Titel, aber wir können sie holen. Wir haben eine tolle Spielkultur und sind auf dem richtigen Weg. Dazu brauchen wir einen Bundestrainer. Und das beste Argument für ihn ist die Mannschaft.“

Bastian Schweinsteiger (Bayern München): „Das war sehr wichtig gegenüber unseren Fans in Deutschland, die uns wahnsinnig unterstützt haben. Zum Glück haben wir gewonnen, obwohl die Enttäuschung noch da war wegen des Halbfinales. Es kann nicht immer nur bergauf gehen. Wir haben zurückgelegen und sind zurückgekommen. Das zeigt die Charakterstärke der Mannschaft. Ich bin sehr stolz darauf, mit dieser Mannschaft zusammenzuspielen. Man sollte in die Zukunft schauen, wir können noch viel zu erreichen.“

Sami Khedira (VfB Stuttgart): „Natürlich hatten wir uns alle mehr erhofft, aber letztendlich war auch das Spiel um Platz drei ein Endspiel, das wir unbedingt gewinnen wollten. Wir sind froh, als Sieger vom Platz gegangen zu sein. Jetzt werden wir das Turnier erst einmal Revue passieren lassen. Wir haben hier bei der WM als sehr junge Mannschaft ein Ausrufezeichen gesetzt. Aber wir wollen in Zukunft natürlich noch mehr.“

Jörg Butt (Bayern München): „Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht mit der Truppe. Das ist eine Mannschaft mit sehr viel Charakter. Deutschland kann froh sein, eine solche Truppe zu haben. Sie wird zusammenbleiben und kann in den kommenden Jahren auch Titel nach Deutschland holen.“ SID

Lukas Podolski (1. FC Köln):„Der dritte Platz ist ein Erfolg, auch wenn wir mehr haben wolten. Wir können stolz sein. Wir hoffen, dass Joachim Löw weitermacht.“

Diego Forlan (Uruguay): „Unter den ersten vier Mannschaften der Welt zu sein, ist spektakulär. Das hatten wir vor der WM nicht erwartet. Wir fühlen uns als Sieger, auch wenn wir heute nicht gewonnen haben. Wir wussten immer, dass wir eine tolle Mannschaft haben, auch wenn wir in der Qualifikation große Probleme hatten. Bei der WM haben wir dann gezeigt, wozu wir fähig sind.“

Trainer Oscar Tabarez (Uruguay): „Es tut mir zwar leid, dass wir verloren haben. Aber man darf nicht das Niveau des Gegners vergessen. Wir sind uns bewusst, dass wir die Überraschung der WM waren. Für die Zukunft unseres Fußballs ist das, was wir erreicht haben, sehr wichtig. Denn seit Jahrzehnten ist uns so ein Erfolg nicht mehr gelungen. Wir haben Deutschland heute teilweise dominiert, aber unsere Chancen nicht genutzt.“