Champions-League

Wie weit reicht die Dominanz des FC Bayern München?

Welches Tor Arjen Robben gerade feierte? Bei dem 9:2-Sieg gegen den Hamburger SV konnte man leicht den Überblick verlieren.
Welches Tor Arjen Robben gerade feierte? Bei dem 9:2-Sieg gegen den Hamburger SV konnte man leicht den Überblick verlieren.
Foto: Getty Images

In der Bundesliga kann sie keiner mehr stoppen. In der Champions League dagegen müssen sich die Bayern noch beweisen. Juve ist eine ganz andere Welt als der HSV. Ein Kommentar von Klaus Wille.

Essen.. Im September 1970 schlich der große Uwe Seeler weinend vom Rasen des Niederrhein-Stadions, sein HSV hatte gerade bei Rot-Weiß Oberhausen 1:8 verloren. Das Spiel war bis jetzt die übelste Klatsche, die der HSV in der Bundesliga erlitten hat. Dann kam Bayern München.

Seelers Nachfolger müssen nach dem 2:9 bei den Bayern den Schaden begrenzen, sie grillen deshalb demnächst mit ihren Fans. Man ist dann schnell bei einem Wortspiel mit lauter armen Würstchen. Denn zu diesem 2:9 gehört, dass einem außer dem HSV kaum ein Erstligist einfallen will, dem es so sehr an innerem Zusammenhalt zu fehlen scheint. Halt: Da wäre Hoffenheim.

Bayern hat reagiert und gekauft, klüger als in vielen Jahren zuvor

Fußball-Bundesliga Davon unabhängig: Was für Bayern! Ist es tatsächlich erst ein Jahr her, dass München das Champions-League-Finale gegen Chelsea verloren hat? Auf der Bank saßen damals, und das verdeutlicht den Unterschied zum heutigen Kader, der verletzte Ivica Olic und Nils Petersen. Gegen Juventus Turin wird es im Viertelfinale der Champions League wohl Claudio Pizarro und Arjen Robben treffen, die gegen den HSV sechs Tore erzielt haben.

Aber Bayern ist im Vorjahr eben dreimal Zweiter geworden. Das 2:5 im Pokalfinale gegen Dortmund war eine Demütigung, weher tat das Scheitern an Chelsea. Bayern hat reagiert in all’ seiner Verletztheit und mit all’ seiner Macht, es hat gekauft, und es hat klüger gekauft als in vielen Jahren zuvor. Vor allem deshalb ist es momentan eine Nummer zu groß für die Bundesliga.

Im europäischen Wettbewerb wartet ein anderes Kaliber

Stehen und fallen wird diese Saison trotz der sicheren Meisterschaft mit dem größeren, dem europäischen Wettbewerb. Da aber wartet zunächst Juventus, das das glatte Gegenteil des HSV ist. Und dann vielleicht Barcelona oder Madrid, am Ende womöglich diese leidigen Dortmunder, die den Bayern ihre bis jetzt so grandiose Saison immer noch mit einem Spiel, vielleicht zwei Spielen verderben können. Nach wie vor kann für die Bayern vieles anbrennen. Immerhin: Wahrscheinlicher ist, dass dem HSV beim Grillen die Würstchen verkohlen.

Mehr lesen