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Wettskandal erreicht die Fußball-Bundesliga

06.12.2009 | 09:01 Uhr

Bochum/Hamburg. Nachdem im Skandal um Wettmanipulationen erstmals ein Fußball-Schiedsrichter im Visier der Ermittler ist, führen Spuren jetzt offenbar auch in die Fußball-Bundesliga. Laut einem Medienbericht soll ein Wettbürobetreiber Kontakt zu einem ehemaligen Bundesligaprofi gehabt haben.

Der Wettskandal um manipulierte Fußballspiele droht ein neues Ausmaß anzunehmen. Laut einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» führen erste Spuren in die Erste Bundesliga. Einer der Hauptbeschuldigten, der Kroate Marijo C., soll bis kurz vor seiner Verhaftung am 19. November eine enge Verbindung zu einem Profi aus Osteuropa gehabt haben, der jahrelang in der Ersten Bundesliga spielte.

Der Fußballer, der noch immer aktiv sei, soll bei dem in Nürnberg ansässigen C., einem Betreiber mehrerer Wettbüros, 30.000 Euro Schulden gehabt haben. Diese Hinweise erhielt die Bochumer Kriminalpolizei, als sie Telefongespräche des Beschuldigten C. abhörte, der nach Ansicht der Beamten ein «Kopf des Netzwerks» mit «enormer krimineller Energie» sei.

Politischer Druck auf Ermittler wegen WM 2006?

Sowohl der 34-jährige C. als auch der osteuropäische Fußballprofi tauchten dem Bericht zufolge bereits in einem anderen Ermittlungsverfahren einer süddeutschen Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2006 auf. Damals wurde gegen C. wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung und des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs ermittelt. Schon damals habe der Verdacht bestanden, dass Spiele im deutschen Profifußball manipuliert und auf den Ausgang der Partien hohe Wetten platziert werden.

Ins Visier der Ermittler war neben dem auch jetzt verdächtigen Profi aus Osteuropa damals ein weiterer Spieler vom Balkan geraten, der laut «Spiegel» noch heute bei einem deutschen Erstligisten unter Vertrag ist. Aus damals überwachten Telefonaten zwischen den beiden Spielern sei hervorgegangen, dass die Lebensgefährtin des Profis vom Balkan bei einem Treffen in Zürich eine «Provision» erhalten sollte. Ob es zu dem Treffen kam und ob Geld überreicht wurde, habe nicht aufgeklärt werden können.

Die Ermittlungen seien 2006 knapp zwei Monate vor Beginn der Fußball-WM in Deutschland eingestellt worden. Insider des Verfahrens vermuten hinter der Einstellung laut «Spiegel» politischen Druck. (ddp)

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