Weil Bayern ohne Konkurrenz ist, bekommt Löw Probleme

Die Sorgen von Joachim Löw wachsen - auch weil die Bayern in der Liga konkurrenzlos sind.
Die Sorgen von Joachim Löw wachsen - auch weil die Bayern in der Liga konkurrenzlos sind.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Was hat Joachim Löw mit dem FC Bayern zu tun? Mehr als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Die Dominanz der Münchner in der Liga und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Nationalspieler könnten für den Bundestrainer noch zum Problem werden. Ein Kommentar

Essen.. In der Bundesliga zwanzig Punkte Vorsprung bei nur noch elf ausstehenden Spielen, in der Champions League nach dem 2:0 bei Arsenal so gut wie im Viertelfinale – und doch steht der FC Bayern vor der schwierigsten Phase dieser Saison. Was paradox klingt, ist leicht erklärbar. Pep Guardiola kann zum ersten Mal auf sämtliche Spieler seines hochkarätig besetzten Kaders – bis auf den langzeitverletzten Holger Badstuber – zurückgreifen. Was zur Folge hat, dass demnächst an jedem Spieltag sechs, sieben absolute Weltklassespieler auf der Bank oder, schlimmer noch, auf der Tribüne sitzen müssen. Statt Einsatz- allenfalls Frust-Garantie!

Hinzu kommt, dass selbst für die Stars, die spielen dürfen, die Aussicht auf die Ligaspiele nicht unbedingt prickelnd ist. Bundesligaspiele – so ist die Realität - braucht derzeit in München niemand mehr. Der Fokus ist allein auf die Verteidigung des Titels in der Champions League gerichtet, die noch keinem Klub gelang. Dieses Ziel zu erreichen, ist schwer genug.

Und wird nicht leichter dadurch, dass sich die Bayern im Liga-Alltag ausruhen könnten. Im Gegenteil: Beim FC Arsenal brauchten die Münchner immerhin zwanzig Minuten, um zu begreifen, dass ihnen ein Gegner gegenüber steht, der nicht von Anfang an die weiße Fahne hisste. Es hätte auch weniger gut ausgehen können.

Irritiert vom ungewohnten Widerstand

Ein Problem, dessen Auswirkungen zuletzt auch auf bei der Nationalmannschaft zu beobachten war. Konnte man doch gegen Chile den Eindruck gewinnen, dass auch und gerade die Bayern-Spieler (Kroos!) irritiert schienen angesichts des ungewohnten Widerstandes. Konkurrenz belebt das Geschäft – diese Formel gilt nicht nur in der Wirtschaft.

WM-Test Bleibt für Bundestrainer Joachim Löw und den deutschen Fußball also nur zu hoffen, dass die Endphase der Champions League ausreicht, um angesichts zu erwartender Gegner wie Real. Barcelona, Paris oder Chelsea bei den deutschen Nationalspielern wieder die Sinne zu schärfen, sprich: das Gefahrenbewusstsein zu aktivieren. Damit die WM, bei der es an Konkurrenz – siehe Chile – nicht mangeln wird, nicht zur Enttäuschung wird.