Watzke ist sauer auf Heynckes wegen Andeutung von Lewandowski-Wechsel vom BVB zu Bayern München an

Noch Dortmunder, bald schon beim FC Bayern? Die Zukunft von BVB-Stürmer Robert Lewandowski ist offen.
Noch Dortmunder, bald schon beim FC Bayern? Die Zukunft von BVB-Stürmer Robert Lewandowski ist offen.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Bayerns Trainer Jupp Heynckes hat nach dem Champions-League-Triumph gegen Borussia Dortmund (2:1) indirekt den bevorstehenden Transfer des BVB-Stürmers Robert Lewandowski bestätigt. "Lewandowski lässt nicht mehr lange auf sich warten", sagte Heynckes.

London.. Jupp Heynckes hielt sich nicht an die Regieanweisung der Vereinsführung. En passant plauderte der Trainer des FC Bayern im Anschluss an den Triumph im Champions-League-Endspiel aus, was Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zuletzt stets verschwiegen hatten. Auf die Frage nach einer möglichen europäischen Dominanz des deutschen Rekordmeisters antwortete der Fußball-Lehrer: "Mario Götze wird kommen. Lewandowski wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dann hat man noch zwei top Offensivspieler dazu."

Damit droht Finalgegner Dortmund nach Götze einen weiteren Leistungsträger an die Münchner zu verlieren. Doch anders als Heynckes setzte Lewandowski nach dem Schlusspfiff in Wembley das Versteckspiel fort. "Ich habe jetzt vier, fünf Tage Pause. Dann gehe ich zur Nationalmannschaft und habe wichtige Quali-Spiele. Und dann muss man sehen, was passiert."

BVB Der Poker um den polnischen Angreifer geht in die entscheidende Runde. Viel spricht dafür, dass der 24 Jahre alte ehemalige Profi von Lech Posen in London sein letztes Spiel im schwarz-gelben Trikot bestritten hat. Borussia Dortmund hat nach Aussage von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke weiterhin kein Angebot vom FC Bayern für Torjäger Robert Lewandowski vorliegen: "Ich weiß nicht, wie nah Jupp Heynckes am Management des FC Bayern ist. Aber wenn die Bayern Lewandowski wirklich haben wollen, wäre es gut, wenn auch wir davon erfahren." Auf die Heynckes-Aussagen reagierte Watzke erbost. "Jupp Heynckes sollte sich da raushalten und sich auf die Mannschaftsaufstellung für nächsten Samstag konzentrieren", sagte der BVB-Geschäftsführer.

Hans-Joachim Watzke möchte den besten Dortmunder Torschützen bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2014 halten. Damit würde der Borussia zwar eine üppige Ablösesumme von geschätzten 25 Millionen Euro entgehen, aber die mühselige Suche nach gleichwertigem Ersatz vorerst erspart bleiben. "Bei einem Verbleib von Robert steigt die Wahrscheinlichkeit, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren", hatte der Geschäftsführer schon vor Monaten argumentiert.

Champions League Nach Ablauf des Ultimatums am 15. Mai verspürt Watzke noch weniger Lust, Lewandowski ziehen zu lassen. Das dürfte den zweitbesten Bundesligaschützen (24 Treffer) für die Bayern nicht billiger machen. Zudem sind die Dortmunder nach dem Transfer-Coup mit Götze noch immer schlecht auf die Münchner zu sprechen.

Die Chance auf Eigenwerbung konnte BVB-Stürmer Lewandowski im Finale nur bedingt nutzen. Im Gegensatz zu seinem vermeintlich künftigen Vereinskonkurrenten Mario Mandzukic blieb er ohne Torerfolg. Zudem ließ sich der Dortmunder zu Beginn der Schlussphase im Zweikampf mit Jerome Boateng zu einer diskussionswürdigen Reaktion hinreißen, als er dem Münchner auf den Knöchel stieg. Bei aller Enttäuschung über die Niederlage empfand Lewandowski jedoch auch ein wenig Stolz: "Das war eines der besten Endspiele der vergangenen Jahre."