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Wasser, Fußball und St. Pauli

18.01.2008 | 20:17 Uhr
Wasser, Fußball und St. Pauli

Benny Adrion, ehemaliger Profi des FC St. Pauli und Initiator der Trinkwasserinitiative „Viva con Agua“, besucht derzeit mit seinem Brunnen-Team das Projektgebiet in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Hier sein Lagebericht.

Über ein Jahr ist es her, dass Viva con Agua zum ersten Mal die Menschen im Projektdorf Sodo kennenlernte. Mit nach Hause nahmen wir den Auftrag, 50.000 Euro Spenden zum Bau von Brunnen zu sammeln und damit für ausreichend sauberes Trinkwasser in dem Ort zu sorgen. Bereits Mitte 2006 war die Finanzierung abgeschlossen, so dass mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. Das gesamte Team freut sich darauf, in wenigen Tagen die Früchte seiner Arbeit zu sehen.

Viva con Agua im Minibus. Foto: Christian Wiebe

Unsere erste Reisewoche ist geprägt durch Akklimatisierung und Organisierung unserer Projektbesuche. In Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba kann es nachts eisig kalt werden, die Vier-Millionenstadt liegt mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Tagsüber streifen wir durch die stickigen Straßen der Stadt – die Emmissionen des Verkehrs übersteigen jene in Deutschland um ein Vielfaches. Die wirtschaftliche Situation des Landes spiegelt sich im Straßenbild wider, vom Kleinkind bis zum alten Mann reicht die Altersstruktur der Bettler und Kranken, die uns begegnen. Es sind allerdings viel weniger, als wir erwartet hatten.

Gebrochen wird dieses Bild durch die Atmosphäre einer Stadt im Aufbruch, überall werden neue Büro- und Geschäftshäuser errichtet, viele internationale Organisationen haben sich hier niedergelassen. Die Stadt ist Sitz der Afrikanischen Union und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika. Sie wird daher auch als inoffizielle „Hauptstadt“ des Kontinents bezeichnet.

In Addis Abeba ist die Hoffnung und die Anstrengung deutlich zu spüren, die kriegerischen Konflikte und die ökonomische Misere der letzten Jahre Schritt für Schritt hinter sich zu lassen.

Diesen Prozess unterstützt Viva con Agua. Nächste Woche besuchen wir endlich die fünf von Viva con Agua finanzierten Brunnen in Sodo, einem Streudorf 200 km südwestlich von Addis. Nach einem Besuch beim Regional-Direktor unseres Kooperationspartners Weltungerhilfe erfahren wir, dass leider erst drei Brunnen komplett in Betrieb sind, da es bei den restlichen zwei noch technische Probleme mit den Pumpen gibt. Die Bohrungen nach Grundwasser in einer Tiefe von durchschnittlich 65 Metern sind nunmal eine Herausforderung an Mensch und Maschine. Fester Bestandteil unseres Aufenthalts in Sodo wird eine Übernachtung bei Teshome sein, dem Dorfvorsteher, der sich durch eine erfolgreiche Bewirtschaftung seiner Felder ausgezeichnet hat.

Slum in Addis Abeba. Foto: Christian Wiebe

In der Zwischenzeit lernen wir das Alltagsleben in Addis kennen, lassen uns von unserem neuen Freund und Stadtführer Daniel die Welt der Slums zeigen, in denen die Menschen ihr Leben mit Würde und Kreativität meistern.

Natürlich darf auch der Fußballsport bei unserem Aufenthalt nicht fehlen, obwohl die äthiopische Fussballkultur nicht sehr ausgepraegt ist – Äthiopier sind eher Fan von Arsenal, ManU oder Bayern denn Anhänger einer einheimischen Mannschaft.

Trotzdem treffen wir auf vielen Plätzen Fußball spielende Kinder und lassen es uns nicht nehmen, unsere St. Pauli-Bälle auszupacken und eine Runde mit den Kleinen zu kicken. Der Besuch des großen Al-Ahmoudi-Stadions in der Innenstadt zeigt deutlich den Stellenwert lokaler Fussballteams. Es verlaufen sich knapp 30 Zuschauer im weiten Rund des Stadions beim Liga-Spiel der Ethiopian Water Sports Association gegen Police South. Die von uns natürlich favorisierte Water Association verliert auch noch unglücklich durch einen verschossenen Elfmeter.

Schöner Abschluss der ersten Woche in Afrika ist die Bekanntschaft zweier Journalisten, die für die Deutsche Welle in Äthiopien arbeiten und eine Live-Übertragung von der offiziellen Einweihung der Viva con Agua Brunnen in Sodo ermöglichen wollen.

Bevor wir nach Sodo aufbrechen, stehen noch Besuche beim ehemaligen Staatspraesidenten und dem derzeitigen Minister für Wasserversorgung an. Wichtige Termine, um Viva con Aguas Projekte an hoechster Stelle zu praesentieren und ein langfristiges Engagement fuer die Menschen in Aethiopien einzugehen.

Schöne Gruesse aus Afrika, nächste Woche berichten wir direkt aus Sodo.

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Interview mit Benny Adrion: „Da ist noch mehr als Fußball“

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Wasser, Fußball und St. Pauli

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Kommentare
19.01.2008
18:14
Wasser, Fußball und St. Pauli
von Thomas.Lau | #1

Volker - Hörst Du die Signale - Ippig ist doch damals auch da unten rumgeturnt, Nicaragua glaub ich.

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