Was die Uefa mit Joachim Löws Nagelfeile zu tun hat

Millionen TV-Zuschauer sahen zu: Bundestrainer Joachim Löw feilte sich beim Zwischenstand von 4:0 auf der Bank die Nägel.
Millionen TV-Zuschauer sahen zu: Bundestrainer Joachim Löw feilte sich beim Zwischenstand von 4:0 auf der Bank die Nägel.
Foto: RTL / Screenshot
Was wir bereits wissen
Die deutsche Nationalelf besiegt den Fußball-Zwerg Gibraltar mit 7:0 und Bundestrainer Joachim Löw feilt sich die Nägel. Darf man sowas? Ein Kommentar.

Essen.. Was ist ein Fußball-Spiel, nach dem der beste Gesprächsstoff der Trainer ist, der sich auf der Auswechselbank die Fingernägel gefeilt hat? Richtig: Es ist langweilig.

Den Ärger muss im Moment Joachim Löw ausbaden. Der Bundestrainer hat – wie übrigens Millionen Fans vor dem Fernseher auch – beim Knaller gegen Gibraltar einen Moment nicht aufgepasst und statt zu Chips zur Nagelfeile gegriffen. Macht man nicht, wird er auch nie wieder machen. Das Bild wird ihn dennoch für den Rest seiner Karriere verfolgen.

Uefa-Präsident Platini hat die EM auf 24 Mannschaften aufgebläht

Den Ärger angerichtet haben allerdings andere: Die Funktionäre der Europäischen Fußball-Union Uefa. Präsident Michel Platini hat nicht nur dafür gesorgt, dass die EM 2016 in seinem Heimatland Frankreich auf 24 Teams aufgebläht wird. Er hat auch die Qualifikations-Runde mit allen nur erdenklichen Fußball-Zwergen samt Gibraltar durchgewinkt.

Analyse Dafür gibt es zwei Gründe: Jeder noch seine kleine Fußball-Verband hat bei Wahlen eine Stimme. Wichtig für Platini, wenn er Mehrheiten braucht. Zudem gilt im Fußball eine einfache Rechnung. Sie lautet: Mehr Spiele, mehr Geld durch Fernseh-Einnahmen, Ticketverkäufe und Werbung jeder Art.

Also quälen sich die Stars über die Dörfer, spielen gegen Gibraltar, Liechtenstein und Luxemburg. Sicher, alle im Profi-Fußball werden dafür gut bezahlt. Das Mitleid hält sich also zu Recht in Grenzen. Doch wen interessieren solche Spiele? Die Schatzmeister. Aber sonst niemanden ernsthaft.

Vorqualifikation für Fußball-Zwerge wäre sinnvoll

Viele Stars wie Torwart Manuel Neuer oder Angreifer Thomas Müller bleiben direkt im Urlaub, in den meisten Wohnzimmern flimmert das Spiel nur als Hintergrund-Unterhaltung, und selbst der Bundestrainer hat – ähm – anderes zu tun.

Eine Vorqualifikation für die Fußball-Zwerge wäre demnach sinnvoll. Etwa wie im DFB-Pokal, in dem sich der Regionalligist Rot-Weiss Essen die Teilnahme an der ersten Hauptrunde hart erarbeitet hat. So macht Fußball sogar doppelt Spaß, aber dazu müsste man ein bisschen an den Ideen feilen. Doch das kommt nicht immer gut an . . .