Was die Geldstrafen für Profis wie Reus und Russ aussagen

Was wir bereits wissen
Die Überführung von Fußballprofis als Verkehrssünder lässt durch ihre Geldstrafen erstaunliche Rückschlüsse auf die Gehaltsstruktur zu. Ein Kommentar

Essen.. Nein, dass deutsche Fußballprofis gerade einen Lauf haben, lässt sich nicht behaupten – zumindest nicht auf unseren Straßen. Nach Marco Reus muss nun auch Marco Russ eine sechsstellige Geldstrafe zahlen, weil er es im Straßenverkehr nicht so ganz genau genommen hat. Bei Reus verwunderte vor allem der Umstand, dass ein junger Mann wie er gar keinen Führerschein besaß. Im Fall Russ fragt man sich, wie dämlich jemand sein muss, der an einem Tag, für den er dem Gericht ein ärztliches Attest vorgelegt hatte, ein Fußballspiel bestreitet.

Aus den Verhaltensweisen der beiden fast namensgleichen Spieler auf die ganze Zunft zu schließen, wäre natürlich unredlich. Interessanter dürfte für Fußballfans eh eine andere Schlussfolgerung sein: Aus der Höhe der Strafbefehle lässt sich halbwegs verlässlich die Höhe der Gehälter in der Bundesliga ableiten.

Nun konnte niemanden überraschen, dass Marco Reus vier oder mehr Millionen Euro im Jahr verdient. Aber dass ein Durchschnittsspieler wie Marco Russ in Frankfurt laut Gericht pro Tag 2000 Euro netto verdient, erstaunt schon eher. Das entspricht der Summe der Bußgelder, die fällig würden, wenn Russ zwanzig Mal am Tag in der Stadt mit 75 km/h geblitzt wird.