Warum Schalke-Gegner Hertha die Bundesliga aufmischt

Hertha-Trainer Pal Dardai
Hertha-Trainer Pal Dardai
Foto: imago
  • Heute um 20.30 Uhr tritt der FC Schalke 04 bei Hertha BSC an.
  • Es geht um einen Platz in der Champions League.
  • Trainer Pal Dardai vermittelt Hertha BSC Kraft und Mut.

Berlin.. Aus Pal Dardai spricht die pure Vorfreude. „Wir wollen gegen einen guten und namhaften Gegner richtig schönen Fußball spielen“, sagt der Trainer in Erwartung des Spitzenspiels der Fußball-Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr, Sky und in unserem Ticker). Seine Berliner Hertha empfängt Schalke 04 – und ganz Deutschland schaut hin.

Das Duell der Tabellennachbarn könnte wegweisenden Charakter haben. Sollte Berlin gewinnen, dürfte dem Tabellendritten die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb nicht mehr zu nehmen sein. Und eigentlich kann Hertha gar nicht verlieren: Zwei Niederlagen in Folge sind der alten Dame in dieser Saison bisher noch nie unterlaufen. Nach dem 0:2 in Hamburg wollen Kalou und Co. direkt zurückschlagen. Zweites gutes Omen für den Hauptstadtklub: Freitagabends hat Hertha BSC unter Dardai noch nie verloren.

Das Verfolgerduell ist für die Berliner aber noch mehr als ein wichtiges Fußballspiel. Die Partie „ist auch eine Riesengelegenheit zu zeigen, was wir in so kurzer Zeit aufgebaut haben“, findet Dardai.

Es ist vor allem sein Verdienst, dass sich die Hertha angesichts des unverhofften Erfolgs plötzlich mit Luxussorgen plagt. Jüngst hat die Betreibergesellschaft des Olympiastadions dem Klub bestätigt, dass die Arena für alle möglichen internationalen Spiele in den europäischen Wettbewerben frei gehalten wird. Dafür kann Geschäftsführer Michael Preetz erstmals seit etlichen Jahren darauf verzichten, auch die Zulassung für die Zweite Liga zu beantragen, wenn er am 15. März die Lizenzunterlagen bei der DFL einreichen muss.

Dies hat er Dardai zu verdanken, der im Sommer einen ganz konkreten Plan schmiedete, um die Mannschaft besser zu machen. Dem Nachfolger von Jos Luhukay war aufgefallen, dass die Spieler in der Vorsaison mit großen konditionellen Problemen zu kämpfen hatten. Also organisierte er ein Lauftrainingslager: Am Scharmützelsee wurde in der brandenburgischen Juli-Hitze eine ganze Woche lang Ausdauer gebolzt. Mit entsprechender Physis gewinnt man auch mal enge Spiele, so lautete Dardais Hintergedanke.

Die nächste, aus seiner Sicht logische Folge: Die Mannschaft schüttelt dann endlich ihre Verunsicherung ab. Mit ungleich größerem Selbstvertrauen, da war sich Dardai sicher, würde der Kader endlich auch sein ganzes Potenzial abrufen können.

Wie sich Ibisevic überzeugen ließ

Von dieser Theorie ließ sich auch Vedad Ibisevic überzeugen. Bevor der Angreifer im vergangenen Sommer einen Zweijahresvertrag unterzeichnete, hatte er Dardai gefragt, was in dieser Saison mit Hertha BSC möglich sei. „Platz sieben“, lautete die forsche Antwort des Fußball-Lehrers. Ibisevic glaubte Dardai und unterschrieb bei dem Verein, der ein paar Wochen zuvor nur mit Ach und Krach die Abstiegsrelegation oder gar Schlimmeres vermieden hatte.

Ibisevic ist nun mit sieben Toren zweitbester Torschütze, erst an seiner Seite blühte Salomon Kalou auf, der sogar schon zwölf Mal getroffen hat. „Wir sind eine Mannschaft, die einen offensiven Spielstil hat, aber defensiv kompakt steht und vor allem füreinander kämpft“, erklärt der Angreifer. Kalou will noch keine großen Töne spucken, ahnt aber, wie es klappen kann mit dem Traum von Europa: „Es ist wichtig, dass wir in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen.“

Schalke ist gewarnt. „Hertha hat in der laufenden Saison nur ein Heimspiel verloren und kassiert im Schnitt pro Partie nur ein Gegentor“, weiß André Breitenreiter, Trainer des staunenden Herausforderers aus Gelsenkirchen.

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