Warum Gertjan Verbeek beim VfL Bochum so gut ankommt

Bleibt bis 2018 als Trainer beim VfL Bochum: Gertjan Verbeek.
Bleibt bis 2018 als Trainer beim VfL Bochum: Gertjan Verbeek.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Trainer Gertjan Verbeek soll den VfL Bochum schnellstmöglich in die Bundesliga führen. Wenn nicht in dieser, dann in der nächsten Saison.

Bochum.. Es ist ja längst keine Überraschung mehr, am Ende durfte man nur noch über den Zeitpunkt spekulieren. Der ist nach Informationen dieser Zeitung an diesem Donnerstag gekommen: Gertjan Verbeek und der VfL Bochum bleiben ein Team. Der Trainer des Zweitligisten verlängert seinen Vertrag um zwei Jahre bis Juni 2018, wenn alle Formalitäten erledigt sind.

Verbeek Ein Blick zurück: Als der Niederländer im Winter 2015 an die Castroper Straße kam, war das Klima ziemlich frostig. Die Trennung von Peter Neururer wurde begleitet von unschönen Nebengeräuschen - anders als bei Frank Heinemann, der interimsweise übernommen hatte für drei Partien. Verbeek wurde noch vor den Weihnachtsferien präsentiert und holte das VfL-Publikum auf seine Seite mit Sätzen wie „Dem Gegner soll es dünn durch die Hose laufen“, wenn er ins VfL-Stadion kommt. Im Januar trat er seinen Dienst an, im Trainingslager in Spanien lernten Mannschaft und Umfeld erstmals kennen, welche Prioritäten der Niederländer setzt, wie er tickt: Akribisch arbeitet er, ehrgeizig ist er, schroff kann er sein - und locker, wenn Zeit und Gemütslage passen.

VfL beweist Qualität gegen Topklubs

Intelligente Spieler wie Stefano Celozzi, der Rechtsverteidiger, setzten den laufintensiven Stil des Niederländers zügig um, wobei das Einstudieren der neuen Art des Fußballs naturgemäß Zeit benötigte. Letztlich holte der VfL in der Rest-Rückrunde noch 19 Punkte in 15 Spielen und feierte recht souverän den Klassenerhalt. Rang elf.

Nachlese Mit fast unverändertem Stamm konnte Verbeek im Sommer eine komplette Vorbereitung gestalten, die Rädchen griffen beim Start bestens ineinander: fünf Siege in Serie, Auftakt-Rekord. Danach fehlte es an Konstanz, auch an Effektivität, es gab zu viele Remis.

Dass der VfL gerade mit spielstarken Gegnern mithalten kann, zeigte er in Testspielen ebenso wie in den Partien gegen die Topklubs der 2. Liga. Gegen Freiburg, den Tabellenzweiten, setzte sich der VfL zweimal durch, gegen den Dritten Nürnberg gab es vier Punkte.

Hochstätter verlängert Verträge von Leistungsträgern

Es ist die meist gut unterhaltende Spielidee, gepaart mit hohem Einsatz, die Verbeek bei Aufsichtsrat, Vorstand und vielen Fans des VfL zum Wunschtrainer werden ließen.

Dabei ist dem Coach auch wichtig, eine aufstiegsreife Mannschaft trainieren zu können: Verbeek will mit Macht in die Bundesliga. Sportvorstand Christian Hochstätter hat allein in den letzten Wochen bereits die Verträge mit den Leistungsträgern Patrick Fabian, Anthony Losilla, Stefano Celozzi und Timo Perthel verlängert. Eine Vorleistung, die Verbeek sicherlich in seine Überlegungen hat einfließen lassen.