VfL-Trainer Neitzel traut Goretzka den Solo-„Sechser“ zu

Leon Goretzka vom VfL Bochum
Leon Goretzka vom VfL Bochum
Foto: imago
Für Karsten Neitzel, den aktuellen Trainer des VfL Bochum, gilt das Selbstverständliche und Erwartbare nicht immer. Neitzel spielt mit dem Gedanken, Leon Goretzka mit der Rolle des gesperrten Lukas Sinkiewicz zu betrauen. Auch die Rückkehr von Andreas Luthe zwischen die Pfosten ist ungewiss.

Bochum.. Lebhaft geht es zu auf dem Trainingsplatz des VfL Bochum. Man pflaumt sich auch schon mal an. Der Konkurrenzdruck wächst, nicht zuletzt deshalb, weil Karsten Neitzel keine Erbhöfe kennt und das scheinbar Selbstverständliche und Erwartbare nicht immer gilt für ihn. Ob beispielsweise Andreas Luthe, der gestern erstmals nach seiner Verletzungspause wieder mit der Mannschaft trainieren konnte, am Montag auf St. Pauli (20.15 Uhr, live im DerWesten-Ticker) wieder zwischen den Pfosten stehen wird, vermochte Neitzel noch nicht abschließend zu sagen. Das sei „eine schwere Entscheidung.“

Freier und Sinkiewicz fehlen am Montag

Anderes Beispiel. Weil Lukas Sinkiewicz gesperrt ist, mag Christoph Kramer, der nun schon bereits seit fast eineinhalb Jahren die Position vor der Abwehr bekleidet, den meisten ständigen Begleitern des VfL als quasi natürliche Alternative gelten. Sinkiewicz raus, Kramer rein - das ist so ein Denkschema, das sich auf Gewohnheit stützt. Neitzel aber überlegt, ob er nicht doch die „mutige“ Variante wählen soll. Tatsächlich wäre es wohl ein sehr mutiger Versuch, Leon Goretzka, den 17-Jährigen, allein mit dieser Aufgabe zu betrauen, die ja nicht nur Robustheit, sondern auch großes taktisches Verständnis verlangt. Zumindest gedanklich schreckt der aktuelle Trainer des VfL davor nicht zurück.

Pro & Contra Mit dem verletzten Slawo Freier (Innenbandanriss) und dem gesperrten Sinkiewicz muss Neitzel in Hamburg gleich zwei Spieler ersetzen. Einer der Nachrücker wird, zumindest im Aufgebot, Michael Delura sein, der offenbar die physischen Rückschläge nach zunächst rekordverdächtiger Genesung verdaut hat und sich wieder auf dem aufsteigenden Ast befindet. Zur Erinnerung: Am Millerntor gab Delura vor rund neun Monaten seinen Einstand. Der andere ist Holmar Eyjolfsson - als Alternative für die Innenverteidigung.

Aber Karsten Neitzel liebäugelt auch mit Mirkan Aydin. Fährt Aydin mit, dann könnte es einen der Stürmer, entweder Kevin Scheidhauer oder Nika Gelashvili, erwischen. Es könnte aber auch sein, dass Christoph Dabrowski außen vor bleibt. Denn der VfL-Trainer traut ja Leon Goretzka den Solo-„Sechser“ grundsätzlich zu.