VfL-Trainer Bergmann erwartet im Derby eine „tolle Atmosphäre“

Trainer Andreas Bergmann vom Zweitligisten VfL Bochum.
Trainer Andreas Bergmann vom Zweitligisten VfL Bochum.
Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Derbyzeit im Revier: Am Sonntag empfängt der MSV Duisburg den VfL Bochum, und nicht nur VfL-Trainer Andereas Bergmann erwartet eine besondere Brisanz und „viel Leidenschaft“. Bergmann wird seine Startformation nicht verändern.

Bochum.. Sitzplatztickets gibt es für VfL-Fans noch an der Tageskasse am Sonntag, die Stehplatz-Karten für den Gästeblock aber sind längst ausverkauft. 1700 Bochumer werden den VfL unterstützen bei einem der Auswärts-Highlights der Saison: beim Derby in Duisburg (Sonntag, 13.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker). Hoffentlich mit standing ovations ...

VfL Bochum Dass Bergmann von einem „besonderen“ Spiel spricht, dass er noch mehr „Leidenschaft“ erwartet in einer „tollen Atmosphäre“ als ohnehin vor jedem Spiel, liegt aber nicht nur an der Rivalität der Revierklubs, die beide weißgott bessere Zeiten erlebt haben. Es ist auch dem Fakt geschuldet, dass Duisburg als punktloser Letzter beim Heimdebüt des neuen Trainers Kosta Runjaic „alles versuchen wird, die Wende herbeizuführen“, wie Bergmann sagt - ohne sein Team kleiner zu reden als es ist: „Wir wollen die Leistung, die wir zuletzt angedeutet haben, bestätigen, uns weiter entwickeln.“ Im Klartext: „Wir wollen als Gewinner vom Platz gehen.“

Rothenbach kehrte ins Mannschaftstraining zurück

Dafür soll die Elf sorgen, die zuletzt gegen 1860 München überzeugte, ohne zu treffen. Am Freitag kehrte auch Carsten Rothenbach, der Rechtsverteidiger, nach muskulären Problemchen ins Mannschaftstraining zurück. Aufgrund seiner Erfahrung sieht Bergmann kein Risiko, den zuletzt stärker gewordenen 31-Jährigen in Duisburg von Beginn an zu bringen: „Ich bin da sehr optimistisch.“

Im Angriff bleibt Kevin Scheidhauer, der das letzte Tor von gerade einmal drei erzielte, der erste Joker, und auch Michael Ortega muss sich weiter gedulden. Zum einen, weil im offensiven Mittelfeld Goretzka, Rzatkowski, Tasaka überzeugten. „Er hat ja auch gute Konkurrenz“, erklärt Bergmann. Der entscheidende Grund aber ist, dass Ortegas Sinn fürs mannschaftsdienliche „Positionsspiel“ noch nicht ausgeprägt genug ist: „Er kann offensiv sehr kreativ sein und ist auch bemüht, gegen den Ball zu arbeiten. Er zeigt großen Willen, aber er benötigt noch Zeit, das alles umsetzen zu können.“

Während Bergmann und Runjaic sich zum ersten Mal über den Weg laufen, was im vernetzten Profifußball ja eher selten ist, könnte es ein Wiedersehen mit einem Ex-Bochumer geben - wenn auch nur am Rande. Philipp Bönig (32), nach neun VfL-Jahren seit dem Sommer noch ohne Verein, trainiert seit zwei Wochen bei den „Zebras“ mit, wo er schon vor seiner Bochumer Zeit zwei Jahre aktiv war. Trainer Runjaic und Manager Ivica Grlic haben sich noch nicht entschieden, den Linksverteidiger unter Vertrag zu nehmen, wohl auch aus finanziellen Gründen. Sportlich gibt es grundsätzlich Bedarf, weil Julian Koch und Timo Perthel lange ausfallen. Auf links spielten daher die Rechtsverteidiger Benjamin Kern und zuletzt Dzemal Berberovic. Tipps über seinen Ex-Klub übrigens hat „Pippo“ dem MSV keine gegeben - er wurde erst gar nicht gefragt. „Das“, sagt Runjaic, „war nicht nötig.“