VfL-Talente beenden Münsteraner Aufstiegsträume
30.01.2010 | 19:48 Uhr 2010-01-30T19:48:00+0100
Bochumer Reserve siegt trotz verschlafener erster Hälfte mit 4:1 und festigt somit Tabellenplatz drei. Kalina und Semlits treffen. Michaty: "Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht".
VfL Bochum II - SC Preußen Münster 4:1 (2:1)
VfL: Renno - Duah, Kalina, Pellowski, Bönig - Semlits, Zech, Rzatkowski (90.+1 Hrustic), Mengert, Labiadh (89. Ostrzolek) - Aydin (89. Wassinger)
Schiedsrichter: Stefan Trautmann (Florstadt)
Zuschauer: 1258
Tore: 0:1 Güvenisik (15.), 1:1/2:1 Kalina (31./45.+1), 3:1 Grembowietz (49., Eigentor), 4:1 Semlits (82.)
Ein Traumstart ins neue Jahr gelang der Regionalliga-Vertretung des VfL Bochum: Im heimischen Rewirpower-Stadion bezwang die Mannschaft von Trainer Nico Michaty am Samstagnachmittag den SC Preußen Münster mit 4:1 (2:1), festigte sich somit auf dem dritten Tabellenplatz und nahm gleichzeitig allen Münsteraner Aufstiegsambitionen den Wind aus den Segeln.
Dennoch sparte sich Nico Michaty nach Abpfiff der Partie allzu ausschweifende Lobeshymnen auf sein Team, wusste er doch nur zu genau, dass auf dem Weg zum achten Saisonsieg der VfL-Reserve auch Fortuna einen nicht unwesentlichen Anteil gehabt hatte: „Wir haben anfangs überhaupt nicht ins Spiel gefunden und die nötige Sicherheit nur zurückgewonnen, weil wir unsere Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben”, meinte der VfL-Trainer. Und dies völlig zurecht.
Denn nach ganz und gar zerfahrenen Anfangsminuten zeichneten sich in Hälfte eins allein die Gäste, die von Tabellenplatz sechs aus nochmal oben im Klassement angreifen wollten, für spielerischen Esprit verantwortlich. Bochum, verstärkt durch die Profis Rene´ Renno und Philipp Bönig, fand derweil in der Offensive überhaupt nicht stattfand und ließ auch in der Abwehr keine klare Linie erkennen. So wirkte das, was der Neu-Preuße und Ex-Profi Sercan Güvenisik im Sturm sowie der Münsteraner Spielmacher Mehmet Kara über weite Strecken der ersten Halbzeit machten, schlichtweg viel zu schnell für die VfL-Verteidigung, in der besonders Rechtsverteidiger Jürgen Duah zunächst überhaupt kein Bein auf den Boden bekam.
Als logische Konsequenz dessen fiel der Führungstreffer für die Gäste durch Güvenisik, der aus zwölf Metern eine Freistoß-Flanke von Jens Wissing einschob (15.) und damit den Auftakt für einen wahren Sturmlauf der Münsteraner bereitete. „In dieser Phase hatten wir Glück, dass wir nicht 0:2 oder 0:3 in Rückstand geraten sind”, wusste Nico Michaty, der in der Folgezeit zusehen musste, wie Güvenisik (18., 27.), Kara per Freistoß (28.) und David Lauretta (29.) Münster beinahe auf die Siegerstraße geschossen hätten, nur an sich selbst oder dem soliden Renno scheiterten.
Bezeichnend war es daher auch, dass Bochum die bis dato völlig unverdiente Wende durch Standardsituationen gelang: Zwei Eckstöße vom einsatzfreudigen VfL-Kapitän Oliver Zech – erst direkt, dann per Umweg über Marc Rzatkowski – fanden in Christian Kalina einen dankenden Abnehmer. Der Innenverteidiger, der sich auch in der Defensive Bestnoten verdiente, war zunächst per Kopf am kurzen Pfosten zur Stelle (31.), dann sorgte er per Direktabnahme aus 18 Metern für die 2:1-Pausenführung (45.+1).
Nach dem Wechsel räumten die Platzherren jedoch schnell alle Zweifel an ihrem ersten Erfolg im Rewirpower-Stadion aus: Erst scheiterte Mirkan Aydin aus kurzer Distanz (49.), den folgenden Eckstoß, erneut getreten von Zech, fälschte Preußen-Verteidiger Jens Grembowietz ins eigene Tor ab. „Das war die Vorentscheidung. Damit war alle Motivation erstmal über den Haufen geworfen und wir haben danach keine Mittel mehr gefunden, um zurück ins Spiel zu finden”, räumte Münsters Trainer Roger Schmidt ein.
Sichtlich selbstsicherer und engagierter hielt der VfL Münster nun in Schach und belohnte sich am Ende für eine souveräne zweite Halbzeit mit dem 4:1 durch den agilen Rechtsaußen Philip Semlits (82.).

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