VfL-Sportvorstand Hochstätter: "Haben noch nichts erreicht"

Christian Hochstätter plant den Kader für die kommende Saison - weiß aber noch nicht genau, wieviel Geld er zur Verfügung hat.
Christian Hochstätter plant den Kader für die kommende Saison - weiß aber noch nicht genau, wieviel Geld er zur Verfügung hat.
Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Sportvorstand des VfL Bochum, Christian Hochstätter, kann zwar mit der Zweiten Liga planen - aber noch nicht mit einer konkreten Summe.

Bochum.. Sieben Spiele, zwölf Punkte, 15 Tore und eine höchst attraktive Spielweise: Ein erster Blick auf den Verbeek-Start in Bochum bietet sich in der Länderspielpause geradezu an - und er fällt erfreulich aus. Dass der VfL jetzt noch absteigen könnte, ist nicht zu befürchten. Dennoch möchte Sportvorstand Christian Hochstätter noch nicht in lauten Jubel ausbrechen: „Die Ergebnisse helfen sicher, dass die Mannschaft daran glaubt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, aber erreicht haben wir noch nichts. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Trainingspause Darf man den Klassenerhalt angesichts der aktuell 35 Punkte getrost unterstellen, so kann von einer konkreten Planungssicherheit darüber hinaus noch keine Rede sein. Die endgültige Platzierung nicht nur des VfL, sondern auch die anderer Klubs, wie zum Beispiel des FSV Frankfurt, entscheidet darüber, wie viel Geld schließlich aus dem Fernsehtopf in die VfL-Kasse fließe. So unschön es klingt: Das für die Bochumer beste Szenario setzt einen Abstieg des FC St. Pauli oder des TSV 1860 München voraus und natürlich eine möglichst gute eigene Platzierung.

„Wir wollen so schnell wie möglich Planungssicherheit haben“, sagt denn auch der VfL-Sportvorstand, der gemeinsam mit dem Trainer „die Mannschaft perspektivisch zusammen halten“ möchte und dann im nächsten Jahr „vielleicht nur noch vier oder fünf Spieler dazu holen“ will. Denn nur über Automatismen stellt sich der gewünschte Erfolg ein.

Bastians, Esser, Weis, Gregoritsch und Eisfeld sollen bleiben

Auch die kommende Transferperiode sollte jedoch nicht allzu wüst ausfallen, daran wird gerade gearbeitet. Dass man im Fall von Felix Bastians, der in der Innenverteidigung momentan ausgesprochen stabil wirkt, die vertraglich vereinbarte Option sehr bald ziehen wird, darf man mehr als nur vermuten. Im Fall von Torhüter Michael Esser (Hochstätter: „Der Ball liegt bei ihm und seinem Berater“) und des schon länger verletzten Tobias Weis („Er weiß, was wir wollen und können“) hat man von Seiten des VfL das Feld der Möglichkeiten abgesteckt, ist aber beim Ex-Nationalspieler auch von der TSG Hoffenheim abhängig.

Was gleichfalls für Michael Gregoritsch gilt, der ja bereits öffentlich kundgetan hat, in Bochum bleiben zu wollen. Gregoritsch hat hier, unabhängig von der Person des Trainers, von Anfang an großes Vertrauen gespürt und dieses Vertrauen mit Leistung zurückgezahlt. Wie man in Hoffenheim dazu steht, ist nicht bekannt. Klar ist: Dem österreichischen U21-Nationalspieler gehört die Zukunft.

Dass man „gerne weiterhin mit ihm arbeiten“ will, daraus macht Christian Hochstätter kein Geheimnis. Gemeint ist damit auch Thomas Eisfeld, neben Gregoritsch, Weis und Malcolm Cacutalua der vierte Leihspieler im Bunde. Eisfeld hat kürzlich via „Reviersport“ mitgeteilt, dass er schon länger keinen Kontakt zum FC Fulham habe und deshalb derzeit nicht wisse, wie sich der Klub seine Zukunft vorstellt. In Bochum geht man indes davon aus, Mittel und Wege zu finden, um demnächst mit den Engländern darüber ins Gespräch zu kommen.

An VfL-Talenten herrscht kein Mangel

Bleibt die Frage nach den eigenen Talenten, besonders im Hinblick auf den baldigen Wegfall der U23. Mangel herrscht auf diesem Gebiet zurzeit nicht. Der VfL wird bei der U17-EM in Bulgarien im Mai mit gleich drei Spielern (Gül, Karakas, Saglam) vertreten sein - ein absolutes Novum. Gino Fechner (U18-Nationalspieler), Cagatay Kader, Evangelis Pavlidis und Nicolas Abdat, der ja gerade in Nürnberg sein erstes Zweitligaspiel absolviert hat, sind weitere Kandidaten.

Dass aber alle genannten Spieler auf einen Schlag in die Zweitliga-Mannschaft aufrücken können, ist eher unwahrscheinlich. Der richtige Weg wird offenbar noch gesucht. Hochstätter: „Wir werden zusehen, dass sie noch näher ans Profiteam heranrücken.“