VfL spielt 2:2 in Münster - Wende im Poker um Gregoritsch?

Bleibt Michael Gregoritsch für ein Jahr in Bochum und zieht dann nach Leverkusen weiter?
Bleibt Michael Gregoritsch für ein Jahr in Bochum und zieht dann nach Leverkusen weiter?
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Laut Medienberichten will Bayer Leverkusen drei Millionen Euro für Michael Gregoritsch zahlen. Gegen Münster spielte der VfL Bochum 2:2 (1:0).

Billerbeck.. Heiß war’s, auch in Billerbeck - Hochgeschwindigkeitsfußball ist da nicht zu erwarten. Dennoch zeigte Zweitligist VfL Bochum mit seinem A-Team beim Drittligisten SC Preußen Münster in der ersten Halbzeit eine solide Leistung. Nach dem Wechsel hatte die junge Garde erst Orientierungsprobleme, fing sich dann aber. Am Ende hieß es leistungsgerecht 2:2.

Trainingslager Wie erwartet zählte Michael Gregoritsch nicht zum Kader. Der Österreicher hat Adduktorenprobleme, trainiert nur mit Fitness-Coach Stefan Bienioßek. Womöglich will man aber auch nichts riskieren, um das bevorstehende Transfergeschäft nicht zu gefährden. Dabei gibt es wohl eine spektakuläre Wende: Bayer Leverkusen ist laut „Express“ und „Hamburger Morgenpost“ bereit, die vom VfL Bochum anvisierten 3 Millionen Euro an Ablöse zu zahlen.

Gregoritsch-Deal würde VfL gut dastehen lassen

Der Hamburger SV, zu dem Gregoritsch selbst wechseln will, hat wohl nur zwei Millionen Euro zu bieten. Leverkusen würde Gregoritsch demnach langfristig binden, aber noch eine Saison an den VfL ausleihen - die Bochumer wären, wenn es so kommt, der strahlende Sieger in diesem Poker. Schließlich hat man Gregoritsch ja erst im April für 500.000 Euro verpflichtet von Hoffenheim. Abzüglich der 20 Prozent, die von Bayer an die TSG fließen würden (rund 600 .000 Euro), und etwaiger Leihgebühren bliebe ein satter Millionengewinn - plus eine weitere Saison mit dem jungen Österreicher.

Wijnaldum Da sich die Hoffnung, in diesem Sommer von einem Wechsel von Ilkay Gündogan zu profitieren, mit der Vertragsverlängerung des Dortmunders beim BVB am Mittwoch erledigt hat, bliebe so wohl dennoch Geld für weitere Transfers übrig. Etwa für Thomas Eisfeld. Ob er kommt aus Fulham oder nicht, hieß es am Rande des Spiels, ist weiterhin offen.

Terodde trifft zum 1:0 für den VfL Bochum

Gegen die Preußen, den ersten höherklassigen Gegner im vierten Vorbereitungsspiel, änderte Trainer Gertjan Verbeek seine Startelf auf vier Positionen: Manuel Riemann stand im Tor (für Andreas Luthe), Stammspieler Felix Bastians kehrte nach Verletzungspause in die Innenverteidigung zurück (für Malcolm Cacutalua), Giliano Wijnaldum ersetzte hinten links schon zum zweiten Mal Timo Perthel, und als Sechser agierte Tim Hoogland für Anthony Losilla, der wegen Rpückenproblemen schon im Training kürzer treten musste. Hoogland könnte sich als Königstransfer erweisen: Seine Diagonalpässe öffnen das Spiel und finden auch präzise den eigenen Mann, seine Präsenz ist bereits eine Woche nach seiner Ankunft in Bochum unübersehbar.

Gregoritsch Zielwasser kann er ja noch trinken, denn nach mäßigem Beginn war es Hoogland, dessen Kopfball nach einer Ecke von Marco Terrazzino das Tor knapp verfehlte (29.). Zuvor vergab Onur Bulut eine Chance in der von der Hitze geprägten Partie, in der es daher zwischendurch eine mehrminütige Wasser-Trink-Pause gab. Dann schlug Simon Terodde zu: Nach einem langen Ball umkurvte der Topstürmer Münsters Verteidiger und schloss mit einem Flachschuss ab - 1:0 (40.). Eine starke Einzelaktion führte zur nicht unverdienten Führung, da Münster überhaupt keine Torchance zustande brachte. Die VfL-Defensive hatte alles im Griff.

Münster legt gegen jundes VfL-B-Team nach

Das änderte sich kurz nach der Pause, nach einem Freistoß gelang Ahmet Saglam aus kurzer Distanz das 1:1. Münster legte gegen das junge B-Team des VfL nach, beim 2:1 von Piossek sahen Cacutalua, Lach und Perthel ebenso schlecht aus wie Torwart Luthe. Nach einem Abseitstor für Münster aber fing sich der VfL. Nando Rafael erzielte nach Perthels Pass das 2:2.

So spielte der VfL Bochum - 1. Halbzeit: Riemann - Celozzi, Fabian, Bastians, Wijnaldum - Bulut, Hoogland, Haberer - Maria, Terodde, Terrazzino

2. Halbzeit: Luthe - Niepsuj, Lach, Cacutalua, Perthel - Gulden, Gül, Saglam - Pavlidis, Rafael, Cwielong. Tore: 0:1 Terodde (40.), 1:1 Saglam (48.), 2:1 Piossek (51.), 2:2 Rafael (74.)

Neben den Rekonvaleszenten Gündüz und Gyamerah sowie den leicht angeschlagenen Gregoritsch und Losilla zählten gestern auch Jan Simunek und Tobias Weis noch nicht zum Kader. Beide befinden sich nach ihren langen Verletzungen aber wieder im Mannschaftstraining und hoffen, am Samstag in Herne gegen Waasland Beveren dabei sein zu können (16 Uhr).