VfL-Spieler Celozzi: "Müssten eigentlich Bundesliga spielen"

Stefano Celozzi (r.) jubelt mit Thomas Eisfeld, Marco Terrazzino und Danny Latza nach dem Bochumer 1:0.
Stefano Celozzi (r.) jubelt mit Thomas Eisfeld, Marco Terrazzino und Danny Latza nach dem Bochumer 1:0.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Was wir bereits wissen
Die Spieler des VfL Bochum waren fassungslos, dass sie die Partie gegen Frankfurt noch aus der Hand gegeben haben. Die Stimmen zum Spiel.

Bochum.. Gertjan Verbeek (Trainer VfL Bochum): "Ich bin ein Holländer und ihr wisst, dass die letzten Minuten für holländische Mannschaften immer gefährlich sind. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, wie sie heute aufgetreten ist. Wir haben fast alles gut gemacht, nur zuletzt dann nicht mehr. Ich muss mich selbst kritisieren, weil ich defensiv gewechselt habe. Das hätte ich besser machen könne. Die Zuschauer haben mit dem 3:3 sechs Tore gesehen und die VfL-Fans haben gesehen, dass wir 90 Minuten sehr gut gespielt haben. Die Spieler entwickeln immer mehr Verständnis untereinander; es macht mir Freude, dass das so gut geht. Die Leute, die zuhause geblieben sind, haben etwas verpasst."

Verbeek zur Roten Karte: "Die Rote Karte war berechtigt, das ist die Regel. Die habe ich nicht erfunden. Ich könnte die Fifa vielleicht anklagen. Ein Zweikampf im Sechzehner ist gefährlich. Ein Verteidiger weiß, dass man da wegbleiben muss. Thomas ist da nicht sehr klug in diesem Moment. Das Problem war allerdings, dass wir vorher zu tief standen und Felix oder Timo hätten den Spieler stoppten können. Das soll keine Kritik sein. Das sind junge Leute und die müssen daraus lernen."

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum): "Ich finde keine Worte für das, was hier heute passiert ist. Wir führen 3:1 und geben das Spiel noch aus der Hand. Wir haben in der ersten Halbzeit super Fußball gezeigt und auch in der zweiten Hälfte waren wir gut. Aber dann standen wir nach dem 2:0 plötzlich zu tief. Wir hatten das Spiel doch eigentlich im Griff. Die Rote Karte für Thomas Eisfeld war ein Schock für uns, weil er auch nicht letzter Mann war. Mit einem Mann mehr hätten wir das Spiel vielleicht nicht verloren. Wir müssen jetzt positiv bleiben und das Gute aus der Partie mit nach Düsseldorf nehmen. Wir können super Fußball zeigen und die letzten 15 Minuten müssen wir einfach vergessen."

Marco Terrazzino (VfL Bochum): "Das Ergebnis ist sehr unglücklich und wir sind sehr traurig darüber, dass wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und uns etliche Torchancen herausgespielt - normalerweise müssen wir zur Halbzeit mit drei Toren führen. Der FSV hat eigentlich bis zur Schlussphase nur verteidigt und wurde nur zum Schluss durch Standardsituationen gefährlich und glücklich einen Punkt mitgenommen. Der Trainer hat uns gerade in der Kabine gesagt, dass er zufrieden mit der Leistung und sehr unglücklich mit dem Ergebnis ist. Wir hätten viel mehr Tore erzielen müssen. Das war sicherlich auch ein Knackpunkt im Spiel. Aber wir verinnerlichen immer mehr die Philosophie des Trainers und wissen immer besser, wie er spielen lassen will. Es macht Spaß, uns zuzuschauen, denke ich mal. Über den Schiedsrichter möchte ich mich nicht äußern. Ich sehe seine Leistung neutral. Wir haben am Ende unnötige Fouls gemacht. Der Elfer war berechtigt, ob man da aber Rot zeigen muss, weiß ich nicht. Aber ich bin schließlich kein Schiedsrichter. An so eine verrückte Schlussphase kann ich mich in meiner Karriere nicht erinnern. Das war sehr turbulent zum Schluss mit einem traurigen Ende für uns."

Einzelkritik Stefano Celozzi (VfL Bochum): "Es ist ärgerlich und bitter. Als wir in der Kabine saßen, war es ganz ruhig, Totenstille. Keiner konnte es so wirklich fassen, was da passiert ist und wie man so ein Spiel noch aus der Hand geben kann. So ein Spiel entwickelt immer eine Eigendynamik, eigentlich haben wir das komplett super gemacht. Ich habe gerade noch mit Kapllani gesprochen, der mir gesagt hat, mit so einer Leistung müssten wir eigentlich in der Bundesliga spielen. Das haben sicherlich viele heute ähnlich gesehen. Umso bitterer ist es, jetzt nur mit einem Punkt dazustehen. Ich will jetzt nicht über einen Knackpunkt im Spiel reden. Wir kriegen nach zwei Eckbällen zwei Gegentore. Das ist einfach bitter. Wir müssen sowohl das Positive, wie auch das Negative aus der Partie mitnehmen. Wir können auf die guten Minuten aufbauen und das muss uns Selbstvertrauen geben. Wir müssen aber genauso die schlechten Situationen besprechen und analysieren. Ein Konditionsproblem war es zum Schluss sicherlich nicht."

So analysieren die Frankfurter das verrückte 3:3 in Bochum

Benno Möhlmann (Trainer FSV Frankfurt): "Wir haben heute einen Punkt gegen seine sehr gute Mannschaft geholt, die über 90 Minuten eine super Leistung abgeliefert haben. Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zu unser Form gefunden und gehen zur Pause sehr glücklich mit nur einem Gegentreffer in die Kabine. Wir haben in der zweiten Hälfte die Bindung zum Spiel gefunden und nach dem 0:2 tolle Moral bewiesen. Der Elfmeter war berechtigt und gut für uns, um dann in dieser Phase noch mal nachzusetzen. Wir haben uns zurecht mit dem 3:3 belohnt. Das kann und wird der Gegner natürlich anders sehen, weil zuvor natürlich zu viel passiert ist."

Edmond Kapllani (FSV Frankfurt): "Es war zuletzt keine einfach Situation für mich. Aber wenn mich die Mannschaft braucht, bin ich da. Das habe ich heute gezeigt."