VfL-Coach Verbeek trotz erster Niederlage nicht unzufrieden

Blieb, wie die gesamte Mannschaft, ohne Torerfolg: VfL-Angreifer Simon Terodde.
Blieb, wie die gesamte Mannschaft, ohne Torerfolg: VfL-Angreifer Simon Terodde.
Foto: imago/Cordon Press/Miguelez Sports
Was wir bereits wissen
Eine Niederlage musste Bochum im ersten Testspiel unter dem neuen Trainer Verbeek hinnehmen: Der VfL verlor in Spanien mit 0:1 gegen Cercle Brügge.

San Pedro del Pinatar.. Man hat ihn schon grummeliger erlebt als nach seiner Testspiel-Premiere, den neuen Trainer des VfL Bochum, obwohl der Zweitligist gerade gegen den Tabellen-Vorletzten der ersten belgischen Liga, Cercle Brügge, mit 0:1 verloren hat. „Ich habe einiges von dem gesehen, was wir trainiert haben”, sagte Gertjan Verbeek. „Natürlich fehlen Automatismen. Für nur eine Woche, die wir bisher hatten, war das im Aufbau und Pressing aber okay.”

Verbeek setzte auf eine potenzielle Startelf, die weitgehend dem Stamm der ersten Saisonhälfte entspricht. Änderungen: Felix Bastians, seit Januar erst spielberechtigt, rückte in die Innenverteidigung neben Patrick Fabian, Malcolm Cacutalua musste weichen. In der Offensive erhielt Selim Gündüz auf dem rechten Flügel das Vertrauen, links spielte Yusuke Tasaka, zentral - als hängende Spitze - Stanislav Sestak.

VfL-Testspiel So hatte Verbeek bereits die zwei Trainings-Gruppen bei den Einheiten am Samstag und Sonntagvormittag eingeteilt. Hier das A-, dort das B-Team - auch wenn er betont, „dass nicht alle, aber einige Positionen noch offen sind”. Dabei stand nach den Einheiten in Bochum, in denen das Pressing geübt wurde, am ersten Tag unter Spaniens Sonne der Spielaufbau auf dem Plan. Immer wieder unterbricht Verbeek die Übungen, erklärt, wer sich wann wohin bewegen muss: „Die rechte Hand muss wissen, was die linke tut.” Und nach dem Abendessen präsentiert er alles noch einmal bei der Video-Analyse: „Visuell können sich viele Spieler das besser merken.” Verbeek fordert viel. Auch, vor allem: mental.

"Denke nicht im 4-4-2 oder -4-2-3-1"

Blindes Verständnis auf dem Platz, beim „Angreifen mit und ohne Ball”, das ist sein Ideal, das „ist ein Prozess, den wir täglich weiterentwickeln müssen”. Dabei geht es dem Trainer nicht um „Systeme”, sagt er: „Ich denke nicht in 4-4-2 oder 4-2-3-1. Mir geht es um die Philosophie, die jeder verinnerlichen muss.” Eine Philosophie, die auf Angriff ausgerichtet ist, die aber Defensiv- mit Offensivarbeit kombiniert statt isoliert: „Auch in Ballbesitz kann man schon verteidigen - und ohne Ball angreifen”, sagt Verbeek. Stellungsspiel, Kompaktheit, Pressing sind Schlagwörter, die in dieses Raster fallen. Ob die Mannschaft die Qualität für diese Anforderungen hat? „Wer zum Kader des VfL Bochum zählt”, stellt Verbeek klar, „hat Qualität“.

Verbeek Gegen Brügge, das war zu erwarten zu dieser Zeit, kam diese Qualität noch nicht allzu oft zum Vorschein. Dennoch gab es bereits Ansätze aus dem Training zu sehen - etwa Angriffe über die rechte Seite, der Versuch des gemeinsamen Attackierens. In der ersten Halbzeit hatte der VfL trotz etlicher technischer Fehler mehr Ballbesitz, der finale Pass allerdings fehlte meist. „Das”, sagte Verbeek, „haben wir auch noch nicht trainiert“. Dennoch gab es drei gute Chancen, die Terodde, Losilla und Sestak nicht nutzten. Effektiver waren die robusten Belgier mit dem Ex-Bochumer Richard Sukuta-Pasu. Nach einem Konter netzte Faris Haroun mit einem Flachschuss ein (11.).

Nach der Pause blieb Brügge unverändert, beim VfL kam die zweite Garde, eine Mischung aus jung und alt, die eine halbe Stunde wenig zuließ, aber sich selbst auch noch finden musste. Am Ende aber war der VfL dem verdienten Ausgleich nahe, Mikael Forssell vergab die beste Möglichkeit. Auffällig: Die Nachwuchsspieler Julian Stock (U23) als „Zehner” und Nicolas Abdat (U19) als Linksverteidiger zeigten eine gute Leistung. Auch das, sagte Verbeek, „hat mir schon gut gefallen.”

VfL Bochum - Cercle Brügge 0:1 (0:1)

VfL 1. Halbzeit: Esser - Celozzi, Fabian, Bastians, Perthel - Latza, Losilla - Gündüz, Sestak, Tasaka - Terodde.

VfL 2. Halbzeit: Dornebusch - Bulut, Cacutalua, Butscher, Abdat - Zahirovic, Gulden - Terrazzino, Stock, Cwielong - Forssell