VfL Bochum verspielt Führung - Niederlage bei Verbeek-Debüt

Missglücktes Bochum-Debüt: Trainer Gertjan Verbeek verlor mit dem VfL in Berlin.
Missglücktes Bochum-Debüt: Trainer Gertjan Verbeek verlor mit dem VfL in Berlin.
Foto: imago
Das Debüt von Gertjan Verbeek, dem neuen Trainer des VfL Bochum, endete mit einer unglücklichen 1:2-Niederlage bei Union Berlin.

Berlin/Sandhausen.. Als hätte der VfL Bochum in den vergangenen Wochen nicht schon genug Verletzungsausfälle beklagen müssen. Doch die Misere setzte sich fort. Nach einem Zweikampf mit Mikael Forssell war Patrick Fabian mit arg lädierter Nase noch in Bochum in die Kabine gegangen. Die Hoffnung der Verantwortlichen, dass der Innenverteidiger trotz gebrochenen Nasenbeins im Spiel beim 1. FC Union Berlin werde spielen können, zerschlug sich. Fabian blieb in Bochum, Malcolm Cacutalua, der letzte übriggebliebene Manndecker, ersetzte ihn an der Alten Försterei. “Die letzten fünf Wochen sind wirklich nicht gut für uns gelaufen”, sagte Sportvorstand Christian Hochstätter mit Blick auf nun neun Ausfälle, fügte dann jedoch hinzu: “So ist Fußball, ein Kontaktsport eben."

Danach sah es in Köpenick aber zunächst nicht aus. Der VfL, gut strukturiert, hatte den Ball, die Gastgeber zogen sich zurück und warteten auf die Fehler ihrer Gäste. Cacutalua musste in der Anfangsphase den unbequemen Sören Brandy bremsen, auf der Gegenseite zischte Stanislav Sestaks Kopfball über die Latte. Piotr Cwielong, der Yusuke Tasaka ersetzte, hatte den Freistoß nach innen gebracht. Ansonsten herrschte Ruhe in den Strafräumen, die unterbrochen wurde durch die Solidaraktion für den an Krebs erkrankten Benjamin Köhler. Alle Berliner Spieler zeigten das Trikot mit der 7 unter ihrem Spielshirt vor, die Bochumer Kontrahenten applaudierten dazu.

Gündüz traf mit einem Linksschuss zum 1:0 für den VfL Bochum

Anschließend setzte sich das Katz-und Maus-Spiel fort. Der VfL suchte das Loch in der Union-Abwehr, die Hausherren beschränkten sich auf Konter. Fündig wurden zuerst die Gäste, und wie. Gerade noch hatte Michael Parensen den Schuss von Simon Terodde, der an alter Wirkungsstätte freundlich begrüßt worden war, zur Ecke abgefälscht, da schlug Selim Gündüz zu. Gekonnt platzierte der Bochumer Angreifer den Ball mit links aus 18 Metern im langen Eck, der ausgiebige Jubel nach seinem ersten Zweitligator war verständlich. Gündüz scheint auf dem besten Weg zu sein, eine wichtige Rolle beim VfL spielen zu können.

Personal Nun lockerten die Gastgeber ein wenig ihre defensive Grundhaltung, kamen jedoch hauptsächlich über Standardsituationen zu Tormöglichkeiten. Dass dabei Damir Kreilach, der Kapitän der Berliner, mehrmals in Ruhe gelassen wurde, war gelinde gesagt unverständlich. Hatte der VfL in diesen Szenen noch Glück, so klebte Cwielong kurz nach dem Seitenwechsel das Pech an den Schuhen. Eine wunderschöne Kombination über Gündüz, Terodde und Sestak schloss der Pole mit einem ganz schwachen Schuss ab - vorbei war die große Chance zum 2:0.

Was sich ganz schnell rächen sollte. Union erhöhte nun den Druck und drängte den VfL tief in die eigene Hälfte. Zu tief, um den Ausgleich zu verhindern. Kreilach legte dem gerade eingewechselten Martin Kobylanski maßgerecht auf, anstatt selbst zu schießen, der Union-Anhang hatte Grund zu feiern. Allerdings nur in diesem Moment, denn anschließend fand der VfL mit dem herausragenden Abwehrorganisator Felix Bastians und dem unermüdlichen Gündüz seine Ordnung wieder und hielt die Berliner weitgehend unter Kontrolle. Beinahe hätte Terodde mit seiner letzten Aktion an diesem Tag sogar das 2:1 erzielt, aber sein Kopfball verfehlte das Union-Tor doch recht deutlich. Geflankt hatte Thomas Eisfeld, der für Cwielong gekommen war und an der Alten Försterei sein Debüt gab für den VfL.

Und so schien die Partie so zu enden, wie man sich im Hinspiel voneinander verabschiedet hatte - mit einem 1:1. Hätte nicht kurz vor Toresschluss Kreilach VfL-Schlussmann Michael Esser zum zweiten Mal überwunden. Danny Latza hatte den Ball unglücklich verlängert und damit die eigene Abwehr ausgehebelt.

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Union Berlin - VfL Bochum 2:1