VfL Bochum verpasst Big Point - Terrazzinos Tor reicht nicht

Marco Terrazzino brachte den VfL Bochum zunächst in Führung.
Marco Terrazzino brachte den VfL Bochum zunächst in Führung.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Im Montagspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga trennen sich der VfL Bochum und der 1. FC Nürnberg 1:1. Für den VfL ist das eigentlich zu wenig.

Nürnberg.. Die Aufholjagd des VfL Bochum wurde zwar gestoppt, aber ganz aus dem Aufstiegsrennen ist die Elf von Trainer Gertjan Verbeek nach dem 1:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg noch nicht.

Wie erwartet, hatte Verbeek in diesem Verfolgerduell Marco Terrazzino den Vorzug vor Janik Haberer gegeben, hatte andererseits aber auch für eine Überraschung gesorgt. Denn nicht Felix Bastians spielte für den am Auge verletzten Timo Perthel auf der linken Abwehrseite, sondern Giliano Wijnaldum. Bastians übernahm wieder seinen Stammplatz in der Innenverteidigung, damit blieb Jan Simunek, dem Pechvogel der Pokalpartie gegen die Bayern, nur ein Platz auf der Reservebank.

Bochums Terodde scheitert an Torwart Schäfer

Wer gedacht hatte, dass die beiden Teams mit fliegenden Fahnen den offenen Schlagabtausch suchen würden, war auf dem Holzweg. Rene Weiler, der ja noch vor Verbeek auch beim VfL Bochum im Gespräch war, hatte seine Lehren gezogen aus dem schnellen Umschaltspiel, das die Bochumer zuletzt sogar gegen den Deutschen Rekordmeister gezeigt hatten. Trotzdem ließen sich die Nürnberger, deren Fans sich offensichtlich bereits im Aufstiegsmodus befanden, schon nach wenigen Sekunden überraschen, als es auf Seiten der Bochumer rasant nach vorne ging, Simon Terodde aber schließlich an Nürnbergs Torwart-Denkmal Raphael Schäfer scheiterte.

Hochstätter Was sich danach abspielte, war nicht besonders sehenswert. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, dem VfL gelang es sogar, den Tabellendritten im ersten Durchgang praktisch komplett von seinem Tor fernzuhalten. Aber auch die Gastgeber waren sehr aufmerksam und ließen kaum Chancen zu. Hier mal eine Volleyabnahme von Anthony Losilla, dort ein Kopfball von Tim Hoogland, mit dem Schäfer keine Mühe hatte - mehr tat sich nicht in Halbzeit eins. Keiner wollte in Rückstand geraten.

Terrazzino netzt nach Vorarbeit von Terodde ein

Der zweite Durchgang begann wie der erste - mit einer guten Terodde-Szene. Der Bochumer Torjäger brachte den Ball mit viel Schnitt von der Strafraumkante auf das Nürnberger Tor, diesmal hatte auch Schäfer keine Chance; aber der Pfosten verhinderte die mögliche VfL-Führung.

Vorschau Danach allerdings versandete die Partie wieder. Die Fehler und Ungenauigkeiten auf beiden Seiten häuften sich, der VfL versuchte nun mit Arvydas Novikovas anstelle von Onur Bulut mehr Druck zu entwickeln. Auch Peniel Mlapa stand schon an der Seitenlinie bereit, als Marco Terrazzino mit seiner letzten Aktion des Tages den Ball im Nürnberger Tor unterbrachte. Simon Terodde, vor ein paar Tagen Vater geworden, hatte Terrazzino per Doppelpass wunderbar direkt frei gespielt.

„Es wird eng da oben”, hatte Gertjan Verbeek vor der Abfahrt in Frankenland gesagt. Wohl wahr. Nach Terrazzinos Treffer betrug der Rückstand der Bochumer nur noch zwei Punkte. Aber die Nürnberger wehrten sich. Plötzlich war auch Manuel Riemann im VfL-Tor gefordert. Riemann parierte zweimal, gegen Guido Burgstaller und Hanno Behrens, glänzend und war wenig später doch geschlagen. Patrick Erras, Nürnbergs junger Shooting-Star, war nach einer Ecke in der Luft nicht zu stoppen - die Club-Fans wurden wieder lauter. Auch weil Thomas Eisfeld wenig später die Chance zum 2:1 vergab. Am Schluss aber hatte der VfL sogar noch Glück, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Nach Sebastian Kerks Kopfball beförderte Tim Hoogland den Ball ebenfalls per Kopf von der Torlinie.

Verbeek-Vertragspoker: Entscheidung wohl vor München-Spiel

Im Vertragspoker um Trainer Gertjan Verbeek naht eine Entscheidung. Sportvorstand Christian Hochstätter sagte vor dem Anpfiff gestern dem TV-Sender Sky, er sei „sehr zuversichtlich“, vor dem Spiel in München etwas verkünden zu können - also die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages. Allerdings schränkte er weiterhin ein, dass „beide“ - Verein und Trainer - ihre Vorstellungen haben und „es passen muss“. Man wolle die Philosophie mit Verbeek als Trainer fortsetzen, „aber es muss machbar sein für den Verein“. Zur Frage, ob es um Finanzielles ginge, äußerte er sich nicht konkret.

Auch Trainer Verbeek erklärte, dass es „jetzt nicht mehr allzu lange dauern muss“. Nach dem Spiel in Nürnberg habe man „die Zeit sich hinzusetzen, dass wir die paar Punkte klären können“.

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Nürnberg - Bochum