VfL Bochum trotzt der Hitze beim 3:1 über Beveren

Duell beim Test in Herne: Bochums Tim Hoogland gegen den Ex-Bochumer Milos Maric.
Duell beim Test in Herne: Bochums Tim Hoogland gegen den Ex-Bochumer Milos Maric.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Beim 3:1-Erfolg im Test gegen den belgischen Erstligisten Beveren zeigte der VfL Bochum trotz der hohen Temperaturen eine gute Leistung - auch die B-Elf.

Herne.. Nein, so etwas hat es in all’ den zurückliegenden Jahren noch nicht gegeben. Gerne und regelmäßig ist der VfL Bochum nach Herne gefahren, um im Stadion am Schloss Strünkede gegen einen vorzugsweise internationalen Gegner - diesmal handelte es sich um KV Red Star Waasland-Sportkring Beveren - anzutreten. Dass aber kein einziger Mensch auf der sonnenversengten Gegengeraden zu finden war, wie es am Samstag geschah, das hat es in all’ den Jahren noch nicht gegeben.

Kaderplanung Die Neugierigen, die gekommen waren, um sich ein Plätzchen auf der Tribüne zu suchen, hatten ein feines Gespür dafür, was es an diesem Tag bedeuten musste, da unten auf dem Rasen zu passen, zu grätschen und zu sprinten. Bereits der Empfang war warmherzig, es wurde später auch nicht mit Szenenapplaus gespart. Das galt für die zahlreichen gelungenen Offensivaktionen der ersten Halbzeit ebenso wie später für aufmerksames Abwehrverhalten, wenn zum Beispiel Malcolm Cacatuala im Sprintduell überlegen war und eine Torchance des Gegners vereitelte.

Verbeek lobt auch die B-Elf

„Die Mannschaft, die am besten mit den Umständen umgehen kann, ist im Vorteil. Und wir haben es besser gemacht als die Belgier“, zog VfL-Trainer Gertjan Verbeek nach dem 3:1 (2:0)-Erfolg ein grundsätzlich positives Fazit, in das er diesmal auch seine mit sechs A-Junioren bestückte B-Auswahl einbezog: „Wir waren die ganzen 90 Minuten die bessere Mannschaft. Das hat mich gefreut.“

Kommentar Auch wenn Verbeek anführte, dass die neuen Spieler wie Tim Hoogland und Janik Haberer, die zum A-Team zählten, „noch nicht genau wissen, wie wir spielen“, konnte sich das sehen lassen, was da abgeliefert wurde an Dynamik, aber auch Spielwitz, Spielfreude und Spielverständnis. Der VfL hatte wieder Michael Gregoritsch und Anthony Losilla dabei und ließ Ball und Gegner laufen. Marco Terrazzino („Mir macht’s bei dem Wetter Spaß, außerdem ist der Rasen richtig gut“) drehte voll auf, eroberte den Ball und schickte Simon Terodde, der gekonnt abschloss, auf die Reise. Dann betätigten sich Gregoritsch und Terodde als Vorbereiter, der junge Janik Haberer ließ durchlaufen - und Terrazzino erhöhte trocken auf 2:0. Die Bochumer hatten alles im Griff gegen den belgischen Erstligisten, der vermutlich vor einer schwierigen Saison steht.

Rafael führt Bochumer Rasselbande an

Weil die Belgier nicht komplett wechseln konnten, machte es sich kaum bemerkbar, dass nach dem Seitenwechsel sechs A-Junioren für den VfL spielten, darunter erstmals auch Cagatay Kader und Roman Zengin. Sie wurden benötigt, weil Stefano Celozzi, Giliano Wijnaldum und Piotr Cwielong geschont wurden. Auf Tobias Weis und Jan Simunek hatte Gertjan Verbeek ohnehin noch verzichtet. Und Selim Gündüz ist derzeit kein Thema.

Rafael Somit führte Nando Rafael die Bochumer „Rasselbande“ an, die für ein wunderschönes Tor sorgte. Freistoß-Spezialist Görkem Saglam zirkelte den Ball auf Evangelos Pavlidis, der per Kopf zum 3:0 traf. Und die junge Bochumer Mannschaft blieb am Drücker, ohne das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben zu können. Stattdessen wurde den belgischen Gästen der Ehrentreffer gestattet. Ibou, in Offenbach aufgewachsener gambischer Nationalspieler, setzte sich gegen Frederik Lach durch und überwand Felix Dornebusch im VfL-Tor. Nicht mehr als eine Randnotiz.