VfL Bochum schwankt nach dem Remis zwischen Frust und Freude

Marco Terrazzinos Treffer zur zwischenzeitlichen Führung reichte dem VfL Bochum in Nürnberg nicht.
Marco Terrazzinos Treffer zur zwischenzeitlichen Führung reichte dem VfL Bochum in Nürnberg nicht.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
  • Nach der guten Leistung in Nürnberg hadert der VfL allenfalls mit dem Ergebnis.
  • Coach Gertjan Verbeek hat "physisch starke" Nürnberger gesehen.
  • Nach der Führung hat sich Bochum laut Verbeek zu sehr zurückgezogen.

Nürnberg.. Am Ende fällte Gertjan Verbeek ein salomonisches Urteil. „Ich glaube, beide haben bekommen, was sie verdient haben”, sagte der Trainer des VfL Bochum, der seinen Ärger über den entgangenen Sieg nach dem 1:1 in Nürnberg nicht erkennen ließ. Denn nach dem Führungstor durch Marco Terrazzino schien der Weg bereitet zu sein, dem Tabellendritten nach zehn niederlagenlosen Spielen den ersten Misserfolg zuzufügen und erheblich Boden gutzumachen im Aufstiegsrennen; doch die Nürnberger seien „physisch stark”, gab Verbeek zu bedenken.

Spielbericht Ob er mit dem Auftritt und Ergebnis seiner Elf zufrieden sei, fragte sich der VfL-Trainer nach dem Abpfiff selbst, ohne eine konkrete Antwort zu liefern. Er lobte den Einsatz seiner Mannschaft, die wieder einmal nachweisen konnte, dass sie zu den Spitzenteams der 2. Bundesliga zu zählen ist, der es aber diesmal, anders als noch beim Sieg gegen Freiburg, etwas an Effektivität mangelte.

Terodde scheitert erst an Schäfer, dann am Pfosten

Zwar lieferten die Kontrahenten beileibe kein Offensivspektakel ab, doch wer sich auswärts bei einem Spitzenteam fünf gute Torchancen herausspielt, der kann mit nur einem Treffer nicht zufrieden sein. Simon Terodde hatte zwei gute Möglichkeiten, scheiterte dabei aber zunächst an Club-Schlussmann Raphael Schäfer, dann am Pfosten. Tim Hooglands Kopfball landete allzu sanft in Schäfers Armen, und Thomas Eisfeld, der kurz nach dem Nürnberger Ausgleich durch Patrick Erras völlig frei im Strafraum der Gastgeber auftauchte, verlor dabei die Orientierung.

Hochstätter Der konsequente Torabschluss ist offenbar nicht Eisfelds Ding. So blieb es auf Bochumer Seite bei Terrazzinos Treffer nach sehr schöner Vorarbeit von Terodde und Hoogland. „Wir haben ein gutes Tor erzielt, und ich habe gehofft, dass das die Entscheidung wäre”, erlaubte Gertjan Verbeek kurz einen Einblick in seine Gefühlswelt.

VfL zieht sich nach der Führung zu sehr zurück

Mit dieser Hoffnung stand er sicher nicht allein. Und dass sie trog, lag an der schon genannten physischen und mentalen Stärke der Hausherren (Rene Weiler: „Meine Mannschaft hat gut reagiert auf den Rückstand”), denen trotz guter Möglichkeiten in der Schlussphase immerhin der sechste Sieg in Folge verwehrt blieb. Die aber aufdrehen konnten, weil sich der VfL nach dem Geschmack seines Trainers mal wieder zu sehr zurückzog - obwohl er mit Arvydas Novikovas und Peniel Mlapa zwei offensive Spieler eingewechselt hatte.

Vorschau Aber was ist dieser Punkt wert? Nürnberg konnte den Fünf-Punkte-Vorsprung behaupten, sitzt seinerseits dem SC Freiburg im Nacken, hat sich aber auch noch nicht entscheidend vom VfL, von Eintracht Braunschweig und vor allem von St. Pauli absetzen können.

Das Rennen geht weiter, aber zunächst wird einmal Luft geschöpft. Felix Bastians jedenfalls bewertete die letzten Tage mit ihren Herausforderungen positiv: „Das war unsere bisher beste Leistung nach einer englischen Woche.”