Verbeek hofft auf „Extra-Energie“ für den VfL Bochum

Feiert bei der Partie gegen Braunschweig sein Heim-Debüt: VfL-Trainer Gertjan Verbeek.
Feiert bei der Partie gegen Braunschweig sein Heim-Debüt: VfL-Trainer Gertjan Verbeek.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Eintracht Braunschweig kommt am Freitagabend (18.30 Uhr) zum ersten Zweitliga-Heimspiel des Jahres. Terrazzino als mögliche Alternative für Sestak.

Bochum.. „Ich finde, zu Hause ist man am stärksten, da muss man Extra-Energie bekommen.“ Vor dem ersten Heimspiel (Freitag, 18.30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) der Ära Gertjan Verbeek - gegen Eintracht Braunschweig - erläuterte der niederländische Trainer des VfL Bochum noch einmal seine Sicht auf die Dinge und auch sein Erstaunen über die doch ziemlich jämmerliche Heimbilanz der Bochumer bisher. „Ich habe immer Mannschaften trainiert, die zu Hause eine gute Leistung gezeigt haben“, sagte Verbeek und umschrieb damit mit feineren, vor allem auch familienfreundlichen Worten, was der Klub mitten in der Stadt sehr viel derber, großflächig und ziemlich plakativ als Botschaft mitteilt: „Dem Gegner muss es dünn durch die Hose rinnen.“

Das ist griffig, angriffslustig und erregt sicher, was es soll und muss, die Aufmerksamkeit vieler Leute; perfektes Marketing also, das aber auch ein Risiko birgt: Wird die Forderung an die eigene Mannschaft, die den VfL-Fan als eine Art Versprechen erreicht, nicht erfüllt, geht der Schuss nach hinten los. Vor diesem Hintergrund ist der relativierende Kommentar von Christian Hochstätter zu verstehen. „Es hat nicht viele Tage gegeben, an denen wir mit der Einstellung der Mannschaft unzufrieden waren.“ Kann auch heißen: Nicht immer werden Fleiß und Engagement sofort mit einem positiven Resultat belohnt.

VfL-Team stellt sich im Grund selbst auf

VfL-Gegner Das aber will man den Bochumer Anhängern, neben dem angestrebten Dominanzfußball, auch als Bonbon und Appetithappen zu Beginn des Fußballjahres kredenzen. Dass der Versuch unter sehr erschwerten Bedingungen unternommen wird, darüber verlieren die Verantwortlichen, was sie durchaus ehrt, kein Wort. Dabei stellt sich die Mannschaft im Grunde von selbst auf, weil Yusuke Tasaka, Piotr Cwielong, Tobias Weis und Michael Gregoritsch nicht zur Verfügung stehen. Selim Gündüz und Thomas Eisfeld (Verbeek: „Ich bin zufrieden, wie er das bis jetzt gemacht hat“), der junge Leihspieler aus Fulham, sind damit erste und praktisch einzige Wahl auf den Außenpositionen im Mittelfeld, weil Gertjan Verbeek Marco Terrazzino vor allem im Zentrum sieht.

Dort könnte Terrazzino diesmal allerdings Stanislav Sestak ablösen, der in Berlin blass blieb und kaum Anbindung an Simon Terodde hatte, was der Bochumer Sturmspitze auch nicht gut bekam. Seit dem 14. Spieltag und seinem Treffer beim 4:0 gegen Aalen ist Terodde stets leer ausgegangen. Es war gleichzeitig der bislang letzte Sieg des VfL in dieser Spielzeit. Sicher durfte man nicht erwarten, dass der 26-jährige Angreifer mit der traumwandlerischen Sicherheit der ersten Saisonwochen weiterhin Tor um Tor erzielen würde. Aber ein paar gefährliche Aktionen mehr würden dem Offensiv-Spiel des VfL schon guttun. Terodde ist ja, auch wenn das vielleicht anders ausgesehen haben mag, mehr Anspielstation als Knipser. In Sachen Ballbehauptung kann mal wieder etwas mehr kommen von ihm, als Ballverteiler benötigt er jedoch Abnehmer um ihn herum.