Verbeek bittet pünktlich zum Neuanfang beim VfL Bochum

Lockerer Aufgalopp: Trainer Gertjan Verbeek.
Lockerer Aufgalopp: Trainer Gertjan Verbeek.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Gertjan Verbeek leitete am Montag erstmals das Training des Zweitligisten VfL Bochum. 23 Profis waren dabei - auch Kapitän Andreas Luthe. Frank Heinemann zählt nicht mehr zum Profiteam.

Bochum.. Es gab gestern kaum noch einen Parkplatz am und ums Trainingsgelände des VfL Bochum, rund 250 Fans wollten die erste Einheit unter dem neuen Trainer sehen, und sogar der kleine VfL-Kiosk mit den heißen Bockwürschen am Leichtathletikplatz hatte geöffnet. Dabei deckte sich der allererste Eindruck von Gertjan Verbeek mit dem Empfinden der Beobachter: „Es war kalt hier in Bochum“, sagte der Niederländer auf die entsprechende Frage.

Locker plaudern, sprichwörtlich mit Augenzwinkern, das kann er - aber er kann auch ganz anders. In der ersten Einheit des Jahres, am Tag des Kennenlernens, gab es zwar wenig mehr zu sehen als das übliche Anschwitzen und ein paar Spiele mit Ball in Zweier- und Dreiergruppen oder auch nur ein „acht gegen zwei“ wie beim Aufwärmen vor dem Ligaspiel - wenngleich intensiver.

Doch dass Verbeek und sein langjähriger Co-Trainer Raymond Libregts, beim VfL ebenfalls neu, viel Einsatz fordern, ist nicht erst seit ihrem Engagement in Nürnberg bekannt. Verbeek drückte es gestern nach dem Aufgalopp so aus: „Man spielt wie man trainiert. Aggressivität, Leidenschaft will ich immer sehen“, so der 52-Jährige, der zufrieden war mit dem Auftakt der 23 Profis auf dem Platz: „Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet, die Spieler wollten sich dem neuen Trainer zeigen. So muss es weitergehen.“

Verbeek legt Wert auf Disziplin

Bereits um 14.45 Uhr, nach einer rund einstündigen Vorstellungsrunde im Kabinen-Kreis, zog Verbeek mit dem Team auf den Platz - eine Viertelstunde vor dem Jahres-Anpfiff sozusagen. Angesetzt war das Training ja erst für 15 Uhr! Verbeek, offenbar ein Freund eiserner Disziplin , sagt: „Das mache ich immer so. Wenn ich um drei Uhr anfangen will, muss ich auch um drei Uhr da sein. Ich bin nicht gerne zu spät.“ Täglich zwei Einheiten hat der Niederländer angesetzt bis Donnerstag, ehe es am Freitag ins Trainingslager in Spanien geht (9. - 17. Januar).

Nicht mit an Bord sein wird Frank Heinemann. Der Co-Trainer von Peter Neururer, der nach dessen Rauswurf drei Spiele lang die Verantwortung übernommen hatte, soll zumindest bis zu seinem Vertragsende am 30. Juni dieses Jahres in einer noch zu findenden Funktion für den Klub arbeiten. Sportvorstand Christian Hochstäter erklärte nach einem Gespräch mit Heinemann, dass „Funny nicht mehr im Trainerteam der Profis sein wollte. Wir hätten das für gut befunden.“ Trainingsstart

Heinemann aber wollte den Weg frei machen für den Neuanfang: „Es sind jetzt zwei Neue da, das ist ein eingespieltes Team“, begründete Heinemann, ein guter Freund des im Streit mit Hochstätter ausgeschiedenen Neururer, auf WAZ-Anfrage seine Entscheidung. In welcher Position er künftig arbeiten werde, sei offen.

Mit ins Trainingslager vom 9. bis 17. Januar im spanischen San Pedro del Pinatar wird Andreas Luthe fliegen. Der vor Weihnachten am Rücken operierte Torwart trainierte gestern bereits individuell mit und fühle sich „gut“, so Verbeek. „Er hofft, im Trainingslager wieder mit der Gruppe arbeiten zu können.“

Den Auftakt verpasst hat gestern neben den Langzeitverletzten Jan Gyamerah und Jan Simunek nur Mikael Forssell: Der Finne, dessen Hochzeitsreise auf die Malediven die (Fan-)Welt via Twitter verfolgen konnte, stößt heute zum Team. Interview

Nur zwei Profis fehlen beim Trainingslager

Nicht beim Trainingslager in Spanien (9. bis 17. Januar) dabei sein werden voraussichtlich nur Jan Gyamerah (Aufbautraining) und Jan Simunek (ihm droht eine zweite Hüft-OP). Der Kader umfasst dann 25 Spieler - inklusive Nachwuchskeeper Marius Weeke, der als vierter Torwart mitfliegt.

Von einem Trainingslager der DFB-U-17-Nationalelf im benachbarten La Manga werden die Talente Gökhan Gül, Görkem Saglam und Erdinc Karakas dazustoßen. Die A- und B-Jugendspieler werden am 13. Januar das VfL-Profiteam in San Pedro del Pinatar vergrößern.

Keine Transfers geplant

VfL-Trainer Gertjan Verbeek und Sportvorstand Christian Hochstätter bekräftigten nach dem Trainingsauftakt noch einmal, dass weder Zugänge noch Abgänge im Winter geplant sind. Vertragsverlängerungen dürften auf sich warten lassen. Im Trainingslager werde es Gespräche, aber wohl noch keine Entscheidungen geben, meinte Hochstätter: „Der Trainer muss die Möglichkeit haben, erst einmal alle Spieler kennenzulernen“, sagte der Sportvorstand. Elf Verträge laufen aus.