Trainer Neitzel und das "klare Verhältnis" beim VfL
21.12.2012 | 18:32 Uhr 2012-12-21T18:32:00+0100
Bochum. Karsten Neitzel soll den VfL Bochum aus der Krise und in sicheres Fahrwasser führen - wenigstens bis zum Saisonende. Im WAZ-Interview spricht der 45-jährige Fußballtrainer über seine Zeit in Freiburg, in Japan und die Gegenwart in Bochum.
Aufgewachsen ist er in und mit dem allumfassenden Sportförder-System der DDR, in Freiburg hat er nach der eigenen Spielerkarriere dort als Teil einer kleinen, eingeschworenen Trainergruppe Pionierarbeit geleistet, später in Japan eine andere Gesellschaft und andere Mentalität kennen gelernt. Jetzt soll Karsten Neitzel, der vor ein paar Tagen seinen 45. Geburtstag feierte, den VfL Bochum aus der Krise und in sicheres Fahrwasser führen - wenigstens bis zum Saisonende. Kurz vor dem Weihnachtsurlaub sprach die WAZ mit dem Trainer des VfL Bochum.
Sie werden in den vergangenen Wochen ganz schön unter Strom gestanden haben. Ist die Anspannung schon abgefallen?
Karsten Neitzel: Ganz weg ist die Anspannung noch nicht. Glücklicherweise schlafe ich aber immer gut. Die Frage ist nur: Wie wacht man morgens auf? Vor dem Pokalspiel in Havelse (Neitzels erste Partie als Cheftrainer, d.R. ) war ich jedenfalls hypernervös. Vor dem letzten Pokalspiel gegen München war die Anspannung dann aber nicht so groß wie vor dem Meisterschaftsspiel zuvor.
Vom Zuarbeiter zum verantwortlichen Chef, hat das Einfluss auf Ihre Kommunikation mit der Mannschaft?
Neitzel: Im Umgang mit den Spielern ändert sich nur, dass ich jetzt sage wo es lang geht, dass ich lobe und kritisiere und damit das tue, was Andreas Bergmann vorher getan hat. Die Spieler duzen mich weiterhin, wir haben ein klares Verhältnis. Aber ich darf jetzt mal schreien in der Kabine.
Mit der neuen Rolle haben Sie also kein Problem?
Neitzel: Ich war ja lange genug in Freiburg verantwortlich für die zweite Mannschaft, das war fast eine Komplettausbildung, ein gut bezahltes Praktikum. Ich war immer im Lernprozess, aber anwendungsorientiert. Das war eine schöne Zeit, wird es aber so im Profifußball nicht mehr geben.
Warum nicht?
Neitzel: Wir waren nur zu dritt. Drei Leute, Volker Finke, Achim Sarstedt und ich, trugen die komplette sportliche Verantwortung für die Bundesligamannschaft und das Reserveteam.
Es gab nicht einmal einen Torwarttrainer?
Die Vereinsführung des VfL Bochum 1848 hat Karsten Neitzel und seinem Assistenten Thomas Reis das Vertrauen ausgesprochen. Bis zum Ende der Saison werden die beiden die Verantwortung für die Zweitliga-Mannschaft tragen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand am Dienstag.
Neitzel: Nein, das habe ich gemacht. Ich hatte im Reserveteam auch keinen Co-Trainer. Vom Aufwand her war das alles natürlich nahe an der Kante. Wenn du dir nachmittags ein Bundesliga-Spiel in Dortmund anschaust und am nächsten Mittag mit der Reserve in Heidenheim spielst, dann bist du schon mehr als nur gut ausgelastet. Japan war übrigens das Gegenstück dazu.
Inwiefern? Was war da so anders?
Neitzel: Dort ist alles vom Anfang bis zum Ende durchgeplant und strukturiert. Die Japaner haben dank ihrer strukturell guten Nachwuchsarbeit ein großes Reservoir an fast beängstigend guten Fußballern. Trotzdem fehlt dem japanischen Klub-Fußball etwas. Für die kreativen Momente sind die Brasilianer zuständig, obwohl die Japaner das auch könnten. Vorsicht ist des Japaners zweiter Vorname. Weil ich früher in Freiburg mit allem was zu tun hatte, wollte ich mir zu Saisonbeginn mal unseren ersten Gegner ansehen. Damit habe ich über den Tellerrand geschaut und bin negativ aufgefallen. Das fiel nämlich bei Urawa in den Verantwortungsbereich eines anderen.
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Ich bin Richtig Dankbar, Neitzel ist einer der wenigen Ossis die etwas für den Solidaritätszuschlag getan haben! Die das Wort Solidarität auch wieder in Grundzügen in den desolaten VfL integriert hat. Wenn er das nur annähernd bis Saisonende halten kann, haben wir wenigstens den Klassenerhalt! Dann muss Todt weg und Pedda muss kommen um die Verbindung zwischen Manschaft, Verein, Vorstand und Fans wieder einigermaßen ins Lot zu bringen!
Glück auf Karsten und Pedda!
22:35
Ich wünsche nur das BESTE!!
Nur wer selbst brennt kann andere entzünden.
Ich sehe Feuer bei Ihnen!
Wie schön nach dem Taschenwärmer...
22:09
Hätte mir wirklich sehr gerne gewünscht,
dass zumindest die Ostkurve nach dem Pokalevent auch mal speziell den KALLE ausruft!
Eine frohe Weihnachtsbotschaft an alle Kassandras und unseren VFL in der aktuell konservierten Verfassung sowie einen gesunden Start ins neue Jahr 2013.
P.S.:
Jens, nur was BAM tauglich ist, darf gezündet werden; mit der Bitte um Beachtung, auch nach dem Praktikum!
09:07
..... Karsten Neitzel wünsche ich dir und deiner Familie , bist nen echter Kumpeltyp.