Torwart Esser will in Bochum als Nummer eins verlängern

Keeper Michael Esser hat ein Ziel: Bald will er sein Konto von 15 Zweitliga-Einsätzen aufstocken und Andi Luthe als Bochums Nummer eins ablösen.

San Pedro del Pinatar.. Ein bisschen „Sand im Getriebe” hat er noch gesehen im ersten Testspiel gegen Cercle Brügge (0:1), sagt Michael Esser - das gilt auch für ihn selbst. Unter Gertjan Verbeek sind auch die Torhüter gefordert, aktiver am Spiel teilzunehmen. Als Anspielstation. Als erster Ballverteiler. Als „Libero”, der mit aufrückt, lange Bälle des Gegners verteidigt - man kennt das von Manuel Neuer, auch wenn man den spielstarken Übertorwart nicht als Vergleichsgröße heranziehen sollte beim VfL Bochum.

Auch in der Video-Analyse ist das Torwartspiel ein Thema für sich. Esser und die etatmäßige Nummer drei Felix Dornebusch, der in der zweiten Halbzeit gegen Brügge im Tor stand, versuchten sichtbar die Forderungen umzusetzen, noch freilich landete nicht jeder Ball auch beim Mitspieler…. Esser: „Auch wir Torhüter müssen uns umstellen, aber mitzuspielen ist ja auch nicht ganz neu. Ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen werden.”

Luthes Rückkehr nicht seriös zu prognostizieren

Und guter Dinge ist der Torwart derzeit ohnehin, wirkt bei aller Gelassenheit, die „Bruno” schon immer ausgestrahlt hat, noch ein wenig zufriedener unter der spanischen Sonne als üblich. Andreas Luthe kann wegen seiner Rückenproblematik nur dosiert und individuell trainieren, oft im Kraftraum. Wann der langjährige Stammkeeper wieder richtig einsteigen und voll belastbar sein wird, kann keiner seriös prognostizieren aktuell - den Verbeek-Start der Vorbereitung verpasst Luthe; damit auch die neue Ausrichtung, die in Spanien täglich trainiert wird.

Sein langjähriger Schattenmann Esser, der stets einen guten Draht zu seinem Kollegen hatte, weiß, wie sich ein angeschlagener Torwart fühlt. „Wir haben weiterhin ein gutes Verhältnis, aber ich lasse ihn auch in Ruhe. Dauernd gefragt zu werden, wie es einem geht, nervt nur.” Sportlich aber ist auch klar, dass „ich nichts dagegen hätte, die Nummer eins zu werden”, sagt der 27-Jährige. „Dafür mache ich das, was ich immer gemacht habe: Ich gebe im Training Gas.”

Vertragsgespräche mit Keeper Esser in zwei, drei Wochen

Seit 2008 ist der gebürtige Castrop-Rauxeler beim VfL, kam aber erst auf 15 Einsätze bei den Profis - sieben davon in dieser Saison, weil Luthe zweimal verletzt ausfiel. Esser erledigte seinen Job gekonnt, ruhig, souverän, hielt Bochum mit seinen guten Reflexen oft im Spiel, auch zuletzt in Fürth (0:0) und gegen Aue (1:1) - wobei auch der 1,98m-Riese sein Passspiel noch verbessern muss.

Unabhängig davon darf man Essers Chancen, zumindest zum Jahresauftakt bei Union Berlin am 7. Februar im Tor zu stehen, aktuell als ausgezeichnet bezeichnen. Spielt er und überzeugt dabei weiterhin, kann er sich weiter empfehlen - auch für einen neuen Vertrag. Denn der Kontrakt läuft im Sommer aus, in den nächsten zwei, drei Wochen wolle man sprechen, sagt Esser. Tendenz VfL? „Positiv. Ich will jetzt einen guten Job machen, alles andere ergibt sich dann von selbst.”