Talent Cagatay Kader fühlt sich beim VfL "zu Hause"

Cagatay Kader ist der Torjäger der A-Junioren des VfL Bochum.
Cagatay Kader ist der Torjäger der A-Junioren des VfL Bochum.
Foto: Dietmar Wäsche
Was wir bereits wissen
In der B-Jugend wurde er Torschützenkönig, auch bei den A-Junioren trifft er zweistellig: Cagatay Kader zählt zu den Toptalenten des VfL Bochum.

Bochum.. So einen Torjäger wie Cagatay Kader hat der VfL lange nicht mehr in seinen Reihen gehabt. In der U17 wurde der Deutsch-Türke mit 21 Treffern Torschützenkönig, aktuell macht der 18-Jährige in der A-Junioren-Bundesliga von sich reden, traf bisher in 20 Spielen 13 Mal. Auch neben dem Platz lebt Kader diszipliniert für seinen Traum vom Profifußball. Früher hingegen ließ er sich auch gerne mal ablenken, doch diese Zeiten sind vorbei: „Irgendwann merkst du, das es ernst wird. Jetzt habe ich nur noch Fußball im Kopf.“

Seitdem Kader richtig laufen kann, hat er immer einen Ball vor dem Fuß gehabt. Angefangen hat er bei Wersten 04 in Düsseldorf, über den VfB Solingen gelang ihm als 10-Jähriger der Sprung zur Fortuna. „Da hat sich bei mir der Wunsch gefestigt, Profifußballer zu werden“, erinnert sich Kader. Eigentlich wollte er immer nur seinem großen Bruder nacheifern, „aber mit der Zeit habe ich mich da immer weiter hineingesteigert“, erzählt Kader, der noch zwei kleinere Geschwister hat und sagt: „Familie ist unheimlich wichtig.“ Sein großer Bruder Batuhan ist mittlerweile 19 Jahre alt und hat mit dem Fußball aufgehört, Cagatay Kader hingegen war nie vom Ball zu trennen.

Auf Schalke wurde er aussortiert

Bei Düsseldorf wurde der Linksfuß schnell Stammspieler, doch das reichte dem Knipser nicht. Bei einem Probetraining in Leverkusen überzeugte Kader und wechselte unter das Bayer-Kreuz. Dort erlebte er jedoch keine gute Zeit. „Ich war zu undiszipliniert, noch ein Kind im Kopf, bin spät schlafen gegangen und habe keinen guten Eindruck gemacht“, sagt Kader, der aus seinen Fehlern gelernt hat: „Respekt und Loyalität sind mir heute äußerst wichtig.“ Mit 14 folgte der Wechsel nach Schalke, wo der Stürmer zum Linksverteidiger umgeschult, aber später nicht in den nächsten Jahrgang übernommen wurde. „Das war schon ein krasser Schlag für mich. Ich war Stammspieler“, sagt Kader.

Bei Rot-Weiß Essen, der letzten Station vor Bochum, konnte der Stürmer anschließend immerhin wieder auf seiner Lieblingsposition spielen – und machte als Jungjahrgang in der U16 26 Tore. „Das ist meine Position. Schon mit zehn Jahren war Zlatan Ibrahimovic mein Vorbild“, sagt Kader, der im Gegensatz zu dem Schweden ein eher zurückhaltender Typ ist: „Nur auf dem Fußballplatz kann man es Mal übertreiben. Und solange man sich nachher die Hand gibt, ist alles gut.“ Am liebsten spielt er im Zentrum, schirmt die Bälle ab oder sucht den Abschluss. Doch auch auf die Außenbahnen kann er sich gut absetzen. Die Linie lang, das hat er als Linksverteidiger gelernt.

Schalkes Sané dient als Motivation

Kader hat den Torinstinkt, das ist aber noch lange nicht alles. „Von nicht kommt nichts“, sagt er: „Ich will mich immer verbessern.“ Zuletzt durfte sich „Shaggy“ auch im Training der Profis beweisen. Das höhere Tempo, die größere Intensität, das ist ihm sofort aufgefallen. Seinem Ehrgeiz hat das nicht zugesetzt: „Wenn ich sehe, dass ein Leroy Sané bei Schalke gegen Madrid spielt, dann denke ich mir: So viel Unterschied ist zwischen uns doch auch nicht. Das motiviert mich.“

Bis in die Nationalmannschaft hat ihn diese Einstellung gebracht, aktuell spielt Kader für die U18 Deutschlands, das Heimatland seiner Eltern hat er aber auch im Herzen. „Ich bin Deutsch-Türke“, sagt Kader: „Es ist immer eine Ehre, für die Nationalmannschaft aufzulaufen.“ Das alles weckt Begehrlichkeiten. Kaders Vertrag läuft bis 2016, doch der Torjäger meint, nach den vielen Wechseln in Bochum angekommen zu sein und betont: „Ich fühle mich hier zu Hause.“