Mimoun Azaouagh, ein Vorbild an Beharrlichkeit
13.02.2009 | 19:36 Uhr 2009-02-13T19:36:00+0100
Bochum/Gelsenkirchen. Nach vielen Rückschlägen spielt der 26-Jährige am Samstag mit dem VfL Bochum gegen seinen alten Verein FC Schalke 04.
Es braucht derzeit nicht viel Phantasie, um die dunklen Wolken über der Geschäftsstelle des VfL Bochum an der Castroper Straße als symptomatisch für die Situation des Clubs zu sehen. Magere 14 Punkte hat die Mannschaft auf dem Konto, die Bochumer stehen auf Platz 17. Kein Grund zu resignieren, schon gar nicht vor dem heutigen Derby gegen Schalke 04.
Es ist eines dieser Spiele, in denen mehr zu holen ist als die bitter benötigten drei Punkte. Es geht auch darum, Symphatien zurückzugewinnen beim enttäuschten Anhang, der wieder einmal um den Klassenerhalt zittern muss. Ein besonderes Spiel ist es auch für Mimoun Azaouagh, schließlich stand der 26-jährige Deutsch-Marokkaner drei Jahre in Diensten des FC Schalke 04.
„Unsere Chancen stehen 50:50”, schätzt der 26-Jährige. Für die VfL-Fans vielleicht eine zu defensive Aussage vor einem Spiel gegen die ungeliebten Nachbarn. Doch Azaouagh ist keiner, der mächtig auf den Putz haut. Ein kerniges „Die hauen wir weg” käme ihm wohl nie über die Lippen.
„Wir können noch eine Schippe drauflegen”
Vielleicht hat er im Fußball schon zuviel erlebt, als dass er sich weit aus dem Fenster lehnen würde: Trotz einer schweren Knieverletzung verpflichteten die Gelsenkirchener in der Winterpause 2004/05 den Mittelfeldspieler von Mainz, doch bei Schalke konnte er sich nach seiner Genesung nie richtig durchsetzen. Es folgte ein Internemezzo beim Ex-Klub Mainz, dann ging's zurück nach Schalke, in der Winterpause der Saison 07/08 folgte der Wechsel nach Bochum.
Trotz der brisanten sportlichen Situation wischt Azaouagh jeden Gedanken an einen möglichen Abstieg beiseite, zumindest im Gespräch. Schließlich sei der Nicht-Abstiegsplatz nur zwei Punkte entfernt, und die Mannschaft habe genügend Qualität, um die Klasse zu halten. Das gelte auch nach den schweren Knieverletzungen der beiden etatmäßigen Innenverteidiger Marcel Maltritz und Anthar Yahia am vergangenen Spieltag in Wolfsburg.
„Ein herber Verlust”, räumt Azaouagh ein, kommt aber schnell zum selbstverordneten Optimismus zurück. „Da sind jetzt die Ersatzspieler gefragt”, schließlich umfasse der VfL-Kader 26 Mann. Auf der anderen Seite habe der Verein mit Diego Klimowicz, genau den richtigen Mann für den Abstiegskampf geholt. „Er geht voll zur Sache und ist eine wesentliche Verstärkung für uns”, erklärt der Bochumer, der sich überzeugt zeigt, dass die Mannschaft „noch eine Schippe drauflegen” kann. Das hat Azaouagh in seiner Karriere schließlich gelernt: Beharrlichkeit zahlt sich aus.

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