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Milos Maric feierte bereits sein VfL-Debüt

11.01.2010 | 13:20 Uhr
Milos Maric feierte bereits sein VfL-Debüt

Bochum. Debüt von Neuzugang Milos Maric im Bochumer Trikot: Der 27-jährige Serbe spielte beim 2:1 (1:0)-Sieg des VfL Bochum im Testspiel gegen den SC Paderborn auf schneebedecktem, rutschigem "Rasen" bereits eine Halbzeit lang mit.

Mittelfeldspieler Maric wechselte vom belgischen Erstligisten AA Gent zum VfL, er unterschrieb einen Vertrag über dreieinhalb Jahre, der auch für die zweite Liga gilt. Shinji Ono (30) verabschiedete sich bereits am Freitag von der Mannschaft und flog noch am Abend in seine Heimat. Nach zwei Jahren in Bochum spielt der Japaner ab sofort für Shimizu S-Pulse, die Ablösesumme soll bei rund 300 000 Euro liegen.

Bochums Neuzugang Milos Maric. Foto: Olaf Ziegler

Am Ende ging es schnell: Am Freitag erst verließ Milos Maric das Trainingslager von Gent in Spanien, über einen Zwischenstopp in Belgien traf er am Samstag gegen 13 Uhr an der Castroper Straße ein, unterschrieb seinen Vertrag und feierte zwei Stunden später bereits seine Premiere im zentralen Mittelfeld des VfL, auf der Sechs neben Christoph Dabrowski. „Das soll auch seine Position bleiben“, sagte Trainer Heiko Herrlich nach dem Testspiel unter widrigen Bedingungen und zeigte sich mit dem Einsatz des Serben angesichts der Umstände zufrieden.

Bereits im Sommer im Visier gehabt

Der VfL hatte den Ex-Nationalspieler bereits im Sommer im Visier, damals scheiterte ein Wechsel noch an der Ablöse. Nach dieser Saison wäre Maric, der unbedingt in die Bundesliga nach Bochum wollte, ablösefrei gewesen, so dass der VfL den Preis in den Verhandlungen mit den – übrigens verärgerten – Gent-Verantwortlichen wohl ordentlich drücken konnte, vermutlich auf eine mittlere sechsstellige Summe.

Sowohl Sportvorstand Thomas Ernst als auch Heiko Herrlich und andere hatten Maric mehrmals bei seinen Einsätzen in Belgien beobachtet. „Er ist ballsicher, ein Passgeber und weiß sich zu wehren“, urteilte Ernst . „Wir hoffen, dass er Konstanz und Stabilität in unser Spiel bringt.“ Herrlich sagte zu den Vorzügen des VfL-Wunschspielers: „Er ist körperlich robust, beidfüßig, passsicher, kann schnell antizipieren und ist sich nicht zu schade, nach hinten zu arbeiten. Und nach vorne spielt er gut und einfach.“ Zudem sei der torgefährliche Ex-Nationalspieler (in dieser Saison sechs Treffer für Gent in 16 Spielen) bei Standards „sehr gefährlich. Diese Qualität wollen wir uns schon zu Nutze machen“, so Herrlich, wenngleich man auch über „andere Spezialisten“ – etwa Christian Fuchs – verfüge.

Ecken und Freistöße geschossen

Bereits gegen Paderborn schoss Maric Ecken und Freistöße von rechts wie links und deutete sein Potenzial auf schwierigem Untergrund an. Freilich merkte man ihm eine – verständliche – Müdigkeit an. Das galt für die meisten seiner neuen Mitspieler nicht, die aus dem vollen Konditionstraining heraus zumindest läuferisch überzeugten. „Mit der Einstellung und körperlichen Verfassung bin ich sehr zufrieden“, meinte auch Herrlich.

Er setzte dabei auf sein zuletzt bevorzugtes System, ein 4-4-2 mit Doppelsechs und zwei offensiven Außen. Seine Startelf mit der Abwehrreihe von Hannover, mit Dabrowski und Maric im Zentrum, Dedic und Sestak auf den Außenbahnen sowie – auch wie in Hannover - Hashemian und Epalle im Sturm könnte auch die Formation beim ersten Spiel in Gladbach am kommenden Samstag sein.

Der VfL war in der ersten Halbzeit gegen keineswegs enttäuschende Paderborner überlegen, hatte allerdings Glück, als Matias Concha nach einem Schuss von Florian Mohr auf der Linie klärte (19.) und ein Kopfball von Frank Löning – Torwart Philipp Heerwagen hatte sich verschätzt – nur an den Pfosten ging (39.). Das 1:0 zur Pause durch einen Treffer von Stanislav Sestak, der den Ball aus kurzer Distanz nach Flanke von Christian Fuchs volley ins rechte Eck spitzelte (24.), ging aber in Ordnung. Hashemian und Sestak vergaben das mögliche 2:0 (34.).

In der Pause wechselte Herrlich wie angekündigt fast komplett durch, nur Mergim Mavraj spielte durch. Auch Paderborn brachte im Verlauf des Spiels acht neue Kräfte. Zweifellos wird diese „B-Abwehr“ des VfL so nicht mehr zusammenspielen, sie wirkte phasenweise überfordert, Paderborn nutzte seine Chancen aber nicht. Selbst einen Foulelfmeter konnte Gaetano Manno nicht verwandeln, Andreas Luthe war mit den Fingern dran – Innenpfosten, gerettet (78.).

Da stand es schon 2:0, weil Diego Klimowicz mit etwas Glück einen an ihm selbst verursachten Strafstoß verwandelt hatte. Letztlich gelang Paderborn noch der verdiente Anschlusstreffer durch Manno in der Schlussminute. Ins Blickfeld spielte sich aus der „B-Elf“, zu der auch der erneut glücklose Mimoun Azaouagh gehörte, vor allem Slawo Freier, der auf der rechten Seite mit beherzten Antritten und guten Pässen in die Spitze an seiner Form vom Hannover-Spiel anknüpfte.

WEITERER ZUGANG MÖGLICH

Thomas Ernst schloss nach dem geglückten Maric-Deal einen weiteren Zugang im Winter nicht aus – einen freilich, mit dem man „kein Risiko“ eingehen werde, für den kein aktueller Spieler verkauft werden müsse. Das spricht für einen jungen Spieler, möglicherweise einen Defensiv-Allrounder. Denn im Angriff sehe man dank Roman Prokoph und auch Mirkan Aydin, den Offensiv-Kräften aus der eigenen zweiten Mannschaft, erstmal keinen zwingenden Handlungsbedarf. Beide sollen (im Sommer) einen Profi-Vertrag erhalten.

Die Fakten zum Testspiel

VfL – Paderborn 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Sestak (24.), 2:0 Klimowicz (73./Foulelfmeter), 2:1 Manno (90.)

Zuschauer: ca. 500

VfL – erste Halbzeit: Heerwagen – Concha, Maltritz, Mavraj, Fuchs – Dabrowski, Maric – Sestak, Dedic – Eapalle, Hashemian.

VfL – zweite Halbzeit: Luthe – Pfertzel, Fabian, Mavraj, Grote – Imhof, Johansson – Freier, Prokoph – Azaouagh, Klimowicz.

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Ralf Ritter

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