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Maltritz hatte in Bochum "auch schöne Zeiten"

11.05.2011 | 20:41 Uhr
Maltritz hatte in Bochum "auch schöne Zeiten"
Zentrales Abwehrtrio, gemeinsame Freude: Marcel Maltritz mit Andreas Luthe und Anthar Yahia. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Bochum.  WAZ-Redakteur Michael Eckardt sprach mit Marcel Maltritz (32), dessen Vertrag gerade bis 2014 verlängert wurde und der für Friedhelm Funkel in dieser schwierigen Spielzeit „einer der wichtigsten Spieler“ ist.

Er ist, nach Philipp Bönig, der dienstälteste Bochumer Profi, und er wird nach der Sommerpause in seine achte VfL-Saison gehen. WAZ-Redakteur Michael Eckardt sprach mit Marcel Maltritz (32),  dessen Vertrag gerade bis 2014 verlängert wurde und der für Friedhelm Funkel in dieser schwierigen Spielzeit „einer der wichtigsten Spieler“ ist.

Es klingt vielleicht ein bisschen böse, aber sind Sie masochistisch veranlagt, noch einmal den Vertrag zu verlängern nach allem, was da auf Sie eingeprasselt ist an oft überzogener und unfairer Kritik?

Marcel Maltritz: Mit dem unnötigen Abstieg in der letzten Saison hatten wir natürlich eine negative Stimmung. Aber ich bin nun sieben Jahre in Bochum, das ist eine sehr lange Zeit. Und diese Jahre waren ja nicht alle schlecht. Man muss die Ereignisse richtig einschätzen und relativieren. Mit Abstand betrachtet sieht man die Sache dann etwas anders. Wir hatten ja auch schöne Zeiten, ich denke da an das 2:1 gegen Schalke, den sensationellen achten Platz oder den letzten Aufstieg. Und außerhalb des Stadions, im Alltag, habe ich nie etwas Negatives erlebt, sondern viel Zuspruch bekommen.

War es eine richtige Maßnahme von Ihrem Trainer, Sie von den Aufgaben eines Kapitäns zu entbinden und Sie damit auch ein wenig aus der öffentlichen Schusslinie zu nehmen?

Maltritz: Man muss nicht Kapitän sein, um in einer Mannschaft Verantwortung zu übernehmen. Um die Situation etwas zu beruhigen, habe ich anschließend ein halbes Jahr keine Interviews gegeben. Ich denke, damit bin ich sehr gut gefahren.

Zwei weitere Jahre also beim VfL Bochum und dann? Ist dann für Marcel Maltritz Schluss mit dem Fußball?

Maltritz wird zum Matchwinner für den...

Maltritz: Klar möchte ich nicht irgendwann über den Platz getragen werden, aber sicher sein kann ich mir momentan in dieser Frage nicht. Vielleicht mache ich ja sogar das zehnte Jahr für den Verein voll und bekomme dann eine Anstecknadel. Jedenfalls möchte ich unbedingt noch einmal Erste Liga spielen und die 300 Bundesliga-Spiele voll machen.

Klingt, als wäre die Zweite Liga eine Strafe.

Maltritz: Nein, das ist keine Bestrafung. In dieser Liga gibt es ja auch viele neue Stadien, einige Traditionsvereine und viele spannende Spiele. Aber diese Anstoßzeiten. Die sind doch katastrophal. Mir ist jedenfalls samstags um halb vier lieber.

Vor einiger Zeit hieß es, Sie würden nun die spätere Zukunft in Angriff nehmen und Trainerscheine machen. Wie sieht es aktuell damit aus?

Maltritz: Ich hätte gerne in diesem Jahr den A-Schein gemacht, aber es passt leider terminlich nicht rein. Das muss ich wohl hinten anstellen. Momentan kann ich mir eine spätere Trainerkarriere auch nicht so recht vorstellen. Ich bin in meinem 13. Profijahr, irgendwann hat man auch ein bisschen die Nase voll davon und möchte die Wochenenden mit der Familie genießen, bevor die Kinder groß sind und ihre eigenen Wege gehen. Ich bin gerne mit Kindern zusammen, vielleicht werde ich noch Grundschullehrer. Da werden doch Männer gebraucht. Das würde mich schon reizen.

Wenn es denn so käme, wo wäre das?

Maltritz: Ich kann mir schon vorstellen, hier zu bleiben. Wenn man so lange weg ist aus der Heimatstadt, wie ich es bin, dann verliert man allmählich die alten Kontakte.

Zurück zur Gegenwart, zurück zum Fußball. Wie erklären Sie sich denn den Aufschwung nach dem schwachen Start?

Maltritz: Wir haben ja bereits in der Hinrunde nach dem Ingolstadt-Spiel viermal gewonnen und gedacht: Hoppla, es geht ja doch. Danach hatten wir eine ganz andere Stimmung, obwohl wir noch so weit weg waren von der Spitze und näher dran an den Abstiegsplätzen. Auch die Jungen hatten einen großen Anteil an der Wende. Es sind Spieler dazu gekommen, die es vielleicht nicht geschafft hätten, wenn wir nicht dieses Spiel verloren hätten. Sie konnten sich weiter entwickeln und haben dann auch andere Erwartungen an sich selbst gehabt. Sie haben erkannt: Wenn ich Gas gebe, dann spiele ich. Und der Trainer hat gesagt, dass je nach Spielverlauf auch ein Punkt in Bielefeld wichtig sein kann, wo man doch selbst gerade über das Unentschieden enttäuscht war.

Jetzt folgt also eine Art Finale in einem vollen Haus. Gibt einem das als Spieler einen zusätzlichen Kick?

Maltritz: Für die Duisburger ist das die Vorbereitung auf das Pokalfinale. Wir dagegen müssen und wollen gewinnen. Wir waren ja schon mausetot und haben jetzt wieder eine Chance bekommen: Ich denke, die Mannschaft wird alles geben. In den letzten beiden Jahren waren wir jeweils in einer ähnlichen Situation, 2009 haben wir es gegen Frankfurt geschafft, 2010 gegen Hannover nicht. Aber ich bin zuversichtlich. Ich bin eigentlich immer optimistisch.

Michael Eckardt

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Kommentare
12.05.2011
15:48
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von reesinho | #10

#7 Bitte nicht den Tus Heven beleidigen.
#5 aber recht hat auch er , wenn ich an einen Rob Reekers denke (immernoch mein Idol) oder Walter Oswald, man waren das noch Granaten:)

12.05.2011
13:32
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von firstwest | #9

@ Herr Eckhardt: Wenn Sie aus Recherchegründen einfach mal kurz auf die VfL-Homepage gesehen hätten, wäre auch Ihnen sicher aufgefallen, dass der Vertrag mit M.M. um EIN JAHR, nämlich bis 2013 verlängert wurde und NICHT, wie Sie im Brustton der Überzeugung der Öffentlichkeit mitteilen, UM ZWEI JAHRE, also BIS 2014. Es ist eigentlich auch recht ungewöhnlich, dass ein Spieler in M.M.s Alter einen Vertrag erhält, dessen Laufzeit eine Saison überschreitet. Dass bis heute diese Peinlichkeit nicht behoben wurde, wirft ein schlechtes Licht auf die WAZ bzw. DerWesten. Recherchieren ist das Erste, was einem Journalisten eingebläut wird bis der Arzt kommt. So lange recherchieren, bis die Story endlich wasserdicht ist. Erinnern Sie sich noch, Herr Eckhardt...?

12.05.2011
11:40
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von csi1981 | #8

Kognitiv regressive Forentrolle.

12.05.2011
11:28
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von unbeugsamseit1848 | #7

Ach so, wer keine Lust mehr auf Fußball hat, wird dann mal eben Grundschullehrer. So einfach ist das also, Herr Maltritz?
Das bisschen Rechnen, Schreiben und Lesen kann doch jeder - oder wie? Und reizen würde Sie das schon? Mich reizt viel mehr, wie Sie Fußbakll spielen - diese langen Bälle, auf denen der Schnee liegen bleibt, bis sie vorne ankommen. Diese ewige Kokettieren mit anderen Vereinen, zu denen Sie gehen könnten. Ja, dann gehen Sie doch! Der TUS Heven macht Ihnen bestimmt ein großartiges Angebot.
Konzentrieren Sie sich bis dahin bitte auf das Spiel gegen diesen unsäglichen MSV Duisburg und danach auf die Relegation.
Ich liebe diesen Verein nämlich aus ganzem Herzen. Und diese Stadt zwischen Bochum und Unna feiern zu sehen und meinen Verein nicht, bricht mir das Herz.
Fußball ist Emotion - und Grundschullehrer wird man nicht einfach mal eben so!
Glückauf!

12.05.2011
11:06
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von csi1981 | #6

Maltritz unterschrieb einen 2-Jahresvertrag bis 2013, nicht 2014.

Einige sogenannte Kommentatoren sind wohl etwas retardiert bzw. degeneriert (setzt voraus, dass mal Verstand da war).

Zum einen wird der Artikel nicht verstanden oder vorsätzlich missverstanden.

Maltritz wurde zum Sündenbock abgestempelt, obwohl er jedes Mal seinen Kopf hingehalten hat, wenn es um den VfL ging. Er hat sich immer zum VfL bekannt - egal in welcher Form er von sogenannten Fans beleidigt wurde. Das er irgendwann zurückschlug war abzusehen und wurde auch von den entsprechenden Leuten so provoziert. Sie woll(t)en alle keinen Maltritz, weil er halt nicht den Zauberfußball spielt, sondern eher abgeklärten Defensivfußball. Das mag man in Bochum seit Peter Neururer nicht mehr. Im gleichen Atemzug spricht man von den glorreichen Unabsteigbaren aus den 70er bis 90er Jahren. Lächerlich! Schon mal ein Spiel dieser Zeiten über 90 Minute live verfolgt. Die Jungs würden heute aus dem Stadion gepfiffen mit der Art Fußball zu spielen. Warum? Weil die Relationen in Bochum nicht mehr stimmen! Marcel Maltritz war der personifizierte Abstieg für die Fans, obwohl Yahia und Mavraj teilweise noch schlechter waren und weitaus mehr Tore verschuldeten. Mavraj war immerhin jung. Richtig und wurde aufgrund indiskutablen Leistungen von Funkel zu Recht rausgeschmissen. Yahia, ist von seinem Ego-Trip langsam runter, nachdem er seine realistische Selbsteinschätzung wiederfgefunden hatte und hat beim VfL verlängert. Allerdings ist Maltritz der Leistungsträger, der Abwehrorganisator und bügelt regelmäßig die Defensivschwächen seiner Nebenleute (Kopplin und Ostrzolek) aus. Nebenbei schießt er das aktuell wichtigste Tor der Saison. Aber beim VfL werden halt Leute wie Mavraj und Grote geliebt: jung und erfolglos! Seit dem UEFA-Cup hat sich in Bochum einiges geändert. Das Anspruchsdenken ist einfach irreal. Arbeitstiere werden gemobbt und Möchtegernstars und junge Talente, die sich teilweise gegen den Verein stellen, werden efeiert, nur weil sie zukünftigen Erfolg versprechen. Die Defensivfehler beim VfL passieren auf der Außenbahn.

Pro Marcel Maltritz! Du bist ein absoluter Musterprofi!

12.05.2011
09:34
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von Tadaa | #5

Junge, Herr Maltritz, keine hält Dich in Bochum. Wenn Du hier so verdammt ungerecht behandelt wurdest und eigentlich so verdammt gut bist, warum hast dann nicht den Verein gewechselt? Oft hast Du es angekündigt, aber nie getan und das bestimmt nicht, weil wir soviel zahlen.

Ich brauche keinen IV der Tore schiesst, sondern einen IV der die Abwehr führt und auch mit nur zwei Sechsern die Abwehr stabil hält. Der Rest ist Beibrot. Hättest DU und Yahia in Osnabrück! und vielen anderen Spielen Deinen originären Job gemacht, wären Platz 2 locker drin gewesen.

Hier wird eine schwachsinnige Vertragsverlängerung noch schön geredet. Übrigens sollte Maltritz schon aussortiert werden, Mavraj und Yahia galten als gesetzt, Fabian und Co als Nachwuchs. Auf einmal bekommt er einen 2 Jahresvertrag und Stammplatz. Hallo?

Was heißt das? Es heißt, liebe Bochumer, der VFL richtet sich darauf ein noch sehr lange in der zweiten Liga zu bleiben, denn Maltritz und Co sind typische 2. Ligaspieler.

12.05.2011
08:56
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von Frankybabybillyboy2010 | #4

sportvorstand....den haben wir doch garnicht!! eigentlich wäre es ja auch besser, wenn wir nicht aufsteigen, da es dann heißt, ernst hat alles richtig gemacht und er im amt bleibt!!!! mal ehrlich, bis auf zwei spiele, haben wir doch kein fußball gespielt und noch schwächere gegner gehabt. es muß sich einfach einiges ändern im verein, sonst wird der verein die zweite liga nicht mehr verlassen! zu maltritz, naja für die zweite liga reichts.

12.05.2011
08:26
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von ImmerWeiter | #3

jaja der Maltritz....also ich war eigentlich noch nie ein Fan von ihm....vorallem in der letzten Saison hat er uns alle ziemlich auf die Palme gebracht,das kann man so schreiben! Aber ich muss zugeben,seit geraumer zeit gehört er zu den Leistungsträgern in unseren Reihen....was eigentlich nach seiner Leistung in der letzten Saison für alle anderen Spieler ein Armutszeugnis sein müsste, aber dem ist nicht so! Mallte hat sich sehr gut gemacht...vorallem ist er auf dem Platz ruhiger geworden und strahlt diese auch aus.....vielleicht liegt das daran weil Mallte seit neustem sein Trikot über der Hose trägt ;)
Aber auch wenn sein Vertrag verlängert wurde hoffe ich nicht das TE meint das wir jetzt in der Abwehr für die erste Liga gut aufgestellt sind.....AUCH da muss was passieren!! Zumal Yahia seiner Form hinterher rennt.....man könnte fast behaupten das seit Malltes höhenflug Yahias Tiefflug began! Naja man muss es halt abwarten was unser super Sportvorstand diesmal ausm Hut zaubert ;)

in diesem Sinne.....

11.05.2011
23:11
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von Friddsch | #2

Irgendwie typisch Maltritz das Interview, auch wenn ich gerne wüsste, wo er nach der katastrophalen letzten Saison viel Zuspruch erhalten hat. Ich glaube so fertig waren Fans und Sympathisanten noch nie mit dem VfL in der Zeit und Maltritz hat das geradezu sinnbildlich auf sich gezogen habt, diesen Schmerz und die Wut.

11.05.2011
21:52
Maltritz hatte in Bochum auch schöne Zeiten
von Bochum1848er | #1

Magic Maltritz Fußballgott :)

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